Klima-Karawane
Wo Umwelt und Entwicklung Hand in Hand gehen
Die Klima-Karawane verbindet Wald- und Klimaschutz und unterstützt die soziale und
wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Bevölkerung in Westafrika. Die Förderung der Solarenergie spielt dabei eine wichtige Rolle. In Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo konnten schon viele Erfolge verbucht werden.
Hintergrund
Das Leben in und mit dem Urwald des Kongobeckens
Im Kongobecken steht der letzte grosse Urwald Afrikas. In diesem Gebiet befindet sich ein Viertel des tropischen Regenwaldes weltweit, nach dem Amazonasgebiet der grösste zusammen- hängende Urwald der Erde. Doch dieser Wald schrumpft. Jeden Tag werden riesige Gebiete durch Rodungen und Kahlschlag dem Erdboden gleichgemacht. Neben dem Verlust der Natur leidet vor allem die traditionell lebende Bevölkerung unter diesem zerstörerischen Tun. Die Pygmäen- und Bantugemeinschaften leben im und mit dem Wald. Mit diesem verlieren sie ihre Lebens-grundlage und wandern ab in die Städte, bzw. in die Slums in den Vorstädten.
Gleichzeitig gibt es in den grossen Städten Afrikas eine boomende Wirtschaft, die es mehr und mehr nach Erdöl und Kohle dürstet. Das starke Bevölkerungswachstum treibt die Energienachfrage weiter rasant in die Höhe. Sollten aber alle Menschen hier einmal so viel CO2 ausstossen wie die Schweizerinnen und Schweizer heute, so verfehlen wir alle Klimaziele bei weitem und die Folgen sind unabsehbar. Jetzt ist die Zeit, die Energiewende auch in Afrika einzuleiten.
Die Klima-Karawane gibt eine Antwort auf die drängenden Probleme des schwindenden Regenwaldes und des Klimawandels. Seit mehreren Jahren arbeiten wir mit verschiedenen Partnerorganisationen in den Bereichen Dorfentwicklung, nachhaltige Energieversorgung und Waldschutz. Ziel dabei ist es, den Bewohnern des Waldes eine Perspektive zu bieten und sie zu befähigen, sich selber aktiv für ihre natürlichen Lebensgrundlagen einzusetzen.
Jeder Mensch hat ein Recht auf eine gesunde Umwelt und soziale Gerechtigkeit. Aus diesem Grund engagiere ich mich für die Klima-Karawane
MBIAKOP NDOM Laure, 24
Entstehung
Entstanden ist die Klima-Karawane als Waldschutzprojekt aus dem Kinderprogramm „Kids for Forest“. Das längerfristige Ziel der Kampagne war ursprünglich der Schutz des einzigartigen tropischen Regenwaldes im Kongobecken. Inzwischen stehen mit der Förderung von erneuerbaren Energien und der Entwicklung der Dorfgemeinschaften zwei weitere Aspekte im Vordergrund.
Einsatzgebiet
Die Klima-Karawane ist zurzeit in 15 Dörfern in den bewaldeten Einzugsgebieten der Flüsse Dja und Nyong in den Regionen Est und Centre aktiv. Zudem gibt es zwei Projekte in der Demo- kratischen Republik Kongo. Diese sind in der Hauptstadt Kinshasa und in Oshwe, einer Kleinstadt im Urwald am Lukenie Fluss, angesiedelt.

Vorgehen
Mitarbeiterinnen der Klima-Karawane und Dorfbewohnerinnen packen gemeinsam an.
Für die lokale Bevölkerung, die in einem ständigen Kampf ums Überleben steht, sind Klima- und Regenwaldschutz abstrakte Ziele. Für das Gelingen des Projektes ist es deshalb äusserst wichtig, dass konkrete Ergebnisse erreicht werden, die die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung unmittelbar verbessern und so den direkten Zusammenhang zwischen Umweltschutz und Lebensqualität aufzeigen. Die Klima-Karawane ist in Gegenden aktiv, in denen die medizinische Versorgung schlecht und der Zugang zu Trinkwasser und elektrischer Energie äusserst limitiert sind. Dies erfordert ein strukturiertes und lösungsorientiertes Vorgehen. Die Klima-Karawane wendet deshalb eine psycho-sozio-kulturelle Methodik (engl. PSCM) an, die bereits bei der Gesellschaftsentwicklung in der Amazonasregion erfolgreich angewendet wurde. Ein Beschrieb der PSCM-Methodik ist hier einsehbar.
Aktueller Stand
Nach jahrelanger Vorarbeit, die wichtig war, um das Land und die Kultur kennen zu lernen sowie lokale Partner zu suchen, konnte die Klima-Karawane im Jahre 2011 in Kamerun richtig lanciert werden. Die lokalen, von Greenpeace ausgebildeten Solar- und Dorfentwicklungsexperten besuchten während des Jahres 2011 die 15 Pilotdörfer mehrmals und handelten Verträge mit privaten und öffentlichen Vertragspartnern für insgesamt 400 Solaranlagen aus. Ende 2011 wurde das Solarmaterial nach Yaoundé geliefert und in den Monaten Januar bis April 2012 installiert.
Tagsüber aufgeladen, sorgen Solarlaternen für mehr Sicherheit in der Nacht.
Die Installation verlief sehr erfolgreich und alle Verträge konnten erfüllt werden. Bei diesen Dörfern werden zurzeit regelmässige Follow-Up-Besuche gemacht. Das bedeutet, dass drei Arbeitsgruppen jeden Monat jedes der Dörfer besuchen. Die erste Gruppe (Service technique) kontrolliert und unterhält die technischen Anlagen, die zweite Gruppe (Santé) macht Bildung im Bereich Gesundheit und die dritte Gruppe (Dévelopment Communauté) arbeitet im Bereich der Dorfentwicklung und der Festigung der Gemeinschaftsstrukturen.
Mit den Erfahrungen, die in Kamerun gesammelt werden konnten, soll die Klima-Karawane nun auch in der Demokratischen Republik Kongo etabliert werden. Im Juni 2012 fanden sowohl das erste Training zum Bau von holzeffizienten Öfen als auch das erste Training für Solartechnologie und Dorfentwicklung inkl. Installation einer PV-Anlage für das Radio RTBO in Oswhe statt. Zudem wurde im September 2012 eine PV-Anlage für das Büro von Greenpeace Africa in Kinshasa installiert. Im Oktober 2012 wurde ein weiteres Training zum Bau von holzeffizienten Öfen in einem Dorf 30 km ausserhalb von Kinshasa durchgeführt.
Zukunft der Klima-Karawane
Kamerun
In Kamerun hat sich das Projekt weit herumgesprochen. Es gibt viele Dorfchefs und Behörden der Regionalregierungen die neu mit der Klima-Karawane zusammenarbeiten möchten. Insgesamt sind Anfragen von über 300 Dörfern auch aus den Regionen Sud, Nordwest und Extrême-Nord eingegangen. Die Klima-Karawane soll Schritt für Schritt auf andere Gemeinden, welche Anfragen deponiert haben ausgedehnt werden. Ziel ist, mit der gleichen Strategie wie in den Pilotdörfern, Ausbildungslehrgänge in den Bereichen Dorfentwicklung, erneuerbare Energien und holzeffiziente Öfen durchzuführen.
Solar-Home-System montiert..und das Licht brennt.
Demokratische Republik Kongo
In der Demokratischen Republik Kongo ist die Situation aufgrund der instabilen politischen Verhältnisse sehr schwierig. Die politische Lage wird laufend beobachtet und die Planung jeweils der aktuellen Sicherheitslage angepasst. Geplant ist die Weiterführung der Projekte in der Demokratischen Republik Kongo im selben Geist, mit derselben Methode und mit den "lessons learned" aus Kamerun.
Senegal und Südafrika
Im April 2013 wurde eine Solarstromanlage auf dem Greenpeace-Büro in Dakar, Senegal installiert. Die Installation wurde gleichzeitig als Energie-Ausbildungsmodul für junge Freiwillige genutzt. Weitere Ausbildungen finden im Rahmen der Installation einer zweiten Solarstromanlage auf dem Greenpeace-Büro in Johannesburg, Südafrika, statt.
Projektleitung und Kontakt
Co-Projektleitung:
- Dr. Kuno Roth, Direktor Youth Support Center, Greenpeace Schweiz
- Christian Gyr, Projektkoordinator, Kamerun
Kontaktadresse: Elias Kost, Greenpeace Schweiz, Heinrichstrasse 147, Postfach, CH-8031 Zürich. Bitte schicken Sie uns eine
oder rufen Sie uns an +41 44 447 41 04.