
Unsere Bienen
Für die Lebensmittelproduktion sind vor allem Honig- und auch Wildbienen von grosser Bedeutung. Auch andere Insekten wie Schmetterlinge oder Fliegen machen wertvollste Bestäubungsarbeit. Ohne diese wären die Menschen und zahlreiche Tierarten um einen Teil ihrer Nahrungs- und Lebensgrundlage beraubt. Die globale Nahrungsmittelproduktion hängt zu 35% von bestäubenden Insekten ab. Von 100 Kulturpflanzen, die 90% der globalen Nahrungsmittelproduktion ecken, werden 71 von Bienen bestäubt. 4000 in Europa angebaute Gemüsesorten gibt es nur dank fleissiger Bienen.
Seit mehreren Jahren sterben weltweit auffällig immer mehr Bienenvölker. Die Gründe dafür sind vielfältig: Unsere Landschaft wird immer monotoner. Dadurch verlieren Bienen ihre Lebens- und Futtergrundlage. Immer weniger blühende Blumen, Gräser, Sträucher und Bäume bedeuten weniger vielfältige Nahrung.
Parasiten und Krankheiten machen Bienen zusätzlich das Leben schwer. Auf Äckern und in Gärten werden zudem giftige Chemikalien zur Schädlingsabwehr oder Unkrautbekämpfung eingesetzt. Viele davon sind für Bienen giftig.
Die Ursachen
Immer monotonere Landschaften bedeuten schwindene Artenvielfalt und Verluste von intakten Ökosystemen und sind einer der Hauptgründe für das Bienensterben. Unterschiedliche Blütenpflanzen sind wichtig für einen vielseitigen Speisezettel der Biene. Die IUCN geht aber davon aus, dass in den nächsten Jahrzehnten weitere 20'000 Blütenpflanzen verschwinden werden. Im Gegensatz zur Honigbiene, die vom Menschen gepflegt wird, brauchen Wildbienen aber auch ungestörte Lebensräume um Nester bauen zu können. Diese werden immer seltener.
Auch Parasiten, Viren oder Bakterien machen Bienen krank. Die Varroamilbe ist mittlerweile weltweit eine ernsthafte Bedrohung für Bienenvölker. Sehr viele Imker sind damit konfrontiert. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass der regelmässige Kontakt mit Umweltgiften Bienenvölker schwächen und krankheitsanfälliger machen.
In der Landwirtschaft, aber auch in Privatgärten oder öffentlichen Grünflächen werden in der Schweiz jährlich rund 2000t Pestizide eingesetzt. Dies zur Unkrautbekämpfung oder zur Schädlingsabwehr. Breitbandherbizide dezimieren die Artenvielfalt und rauben der Biene dadurch ihr Lebensgrundlage. Insektizide töten nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge. Im Gegensatz zu oberflächlichen Behandlungen verteilen sich systemische Pestizide in der ganzen Pflanze. Bereits das Saatgut wird damit behandelt oder später die Pflanzen damit besprüht. Bienen sind diesen Giften während der ganzen Vegetationsperiode ausgesetzt. Die zu dieser Gruppe gehörenden Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin, Thiamethoxam oder Fipronil sind besonders bienenschädlich. Sie können ihren Orientierungssinn beeinträchtigen und zu höherer Mortalität in Bienenvölkern führen.
Auch Luftverschmutzung kann Bienen beeinträchtigten, da Blüten ihren Duft nicht mehr ganz so weit verströmen und Bienen dadurch weniger schnell ihre Nahrungsquelle finden.
Das Bienensterben
Vor allem Imker aus Europa und Nordamerika vermelden seit den späten 1990er Jahren ungewöhnliche hohe Verluste von Bienenvölkern. Vor allem Mittel- und Südeuropäische Länder sind davon betroffen – auch die Schweiz.
Wie stark die Anzahl Wildbienen oder andere Bestäuberinsekten betroffen sind, weiss man nicht genau.
Lösungsansätze
Massnahmen zur Förderung der Artenvielfalt im Kulturland und der Schutz von intakten Ökosystemen bieten Bienen eine Umwelt die sie zum Leben brauchen. Hecken, Buntbrachen und möglichst vernetzte Lebensräume tragen dazu bei.
Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel muss zur Norm werden. Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft werden im biologischen Landbau keine chemischen Pflanzenschutzmittel verwendet. Unkrautbekämpfung erfolgt mechanisch, Förderung der Artenvielfalt gehört dazu. Abwechselnde Kulturen sind in einer bienenfreundlichen Landwirtschaft ein weiteres Instrument, um den Schädlingsdruck auf Äckern zu minimieren.
Naturgärten und Parks mit einheimischen Pflanzen sind weitere Gewinne. Auch hier soll auf chemische Pestizide verzichtet werden und eine hohe Artenvielfalt gefördert werden.
Greenpeace fordert
- Einen sofortigen Einsatzstopp der bienengefährlichsten Pestizide (insbesondere die Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid, Thiamethoxam, Fipronil, Chlorpyriphos, Deltamethrin und Cypermethrin sind vom Markt zu nehmen. (In Frankreich, Slowenien oder Italien sind einige dieser Mittel teilweise verboten)
- Eine klar definierte nationale Strategie zur Reduktion des Einsatzes von Pestiziden in der Schweiz
- Eine konsequente Förderung des biologischen Landbaus und einer optimierten integrierten Produktion
Was kann ich tun?
- Freunde und Familie informieren
- Biologisch produzierte Lebensmittel konsumieren
- Im eigenen Garten auf chemische Spritzmittel verzichten und einheimische Blumen säen und einhiemische Bäume und Sträucher pflanzen.
