Informationsseite - 17. September, 2006
Es ist die längste Reise, die Greenpeace je unternommen hat: Die Expedition «SOS Weltmeer» soll über ein Jahr dauern und von der Krise unserer Ozeane erzählen. Der Schweizer Greenpeace-Aktivist Daniel Costantino war ein paar Wochen lang auf dem Schiff «Esperanza» dabei.
Dienstag, 30. Mai 2006
Dieser Schlepper zieht zwei Thunfischkäfige mit je 250 Fischen und ist mit einer Geschwindigkeit von 1 Knoten unterwegs nach Sizilien.
© Greenpeace / Gavin Newman
Dieser Artikel erschien im Greenpeace Magazin 3/2006.
Die schönen Bilder trügen: Dem Meer geht es nicht gut. Überfischung, Verschmutzung, Erwärmung durch den Klimawandel setzen ihm zu. Der Raubbau an den Ozeanen hat ein Mass angenommen, das befürchten lässt, dass die Natur es nicht mehr schafft, sich zu regenerieren.
Viele Menschen lieben das Meer, aber sie lassen sich von der vermeintlichen blauen Idylle blenden. Was sich ausserhalb der Küstengebiete und in den Tiefen der Ozeane abspielt, können sich die wenigsten vorstellen. Dies zu ändern, ist das Ziel der Expedition. Sie soll sichtbar machen, was bislang nicht zu sehen war. Seit November sind die Greenpeace-Schiffe «Esperanza» und «Arctic Sunrise» bereits unterwegs. Ihre Besatzungen suchen den Kontakt mit den Verursachern der Krise unserer Ozeane, vor allem den Fischern, aber auch mit den Bewohnern der Küstenländer, und machen immer wieder mit grösseren und kleineren Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam.
Im Mittelmeer, wo Daniel Costantino im Mai und Juni dieses Jahres mit dabei war, ging es für die «Esperanza»-Besatzung in erster Linie darum, den Thunfischfang mit seinen negativen Begleiterscheinungen und Auswirkungen zu dokumentieren. Viele Thunfische kriegten sie allerdings nicht vor die Linse – kein Wunder, sind doch die Thunfischbestände in diesem Meer bereits zu über achtzig Prozent ausgefischt.
«Wie viel wir im Mittelmeer zum Schutz des Blauflossenthunfisches erreichen konnten, ist noch offen», schreibt Daniel Costantino in seinem Internettagebuch. «Es steht noch einiges an Verhandlungs- und Lobbyarbeit bevor. Aber die Zeit drängt. Die Laichgebiete der Thunfische unter Schutz zu stellen, ist sicher einer der Punkte zuoberst auf der Liste. Nur so haben diese wunderbaren Wesen eine Chance, langfristig zu überleben.»