OLIVE-RIDLEY-SCHILDKRÖTEN

Kein sicherer Hafen

Informationsseite - 17. März, 2009
Greenpeace Indien kämpft für das Überleben der Olive-Ridley-Schildkröte und legt sich dabei mit Indiens wichtigstem Unternehmen Tata an.

Diese einzigartigen Olive-Ridley-Schildkröten sind bedroht.

© Verma / Greenpeace

Jedes Jahr Anfang März findet an der indischen Ostküste ein Aufsehen erregendes Naturschauspiel statt: Hunderttausende Meeresschildkröten der Art Olive Ridley schleppen sich an einem kleinen Abschnitt der Küste des Bundesstaates Orissa an Land, um ihre Eier abzulegen. Danach schwimmen sie wieder hinaus ins offene Meer und verteilen sich über Tausende Kilometer im Indischen und Pazifischen Ozean. 

Diese Schildkrötenart ist einzigartig. Es gibt nur drei Orte auf der Welt, welche die Tiere zum Ablegen der Eier und zum Brüten aufsuchen. Wenn dieser Strand verloren geht, besteht die Gefahr, dass die Art ausstirbt.

Sanjiv Gopal, Leiter der Meereskampagne von Greenpeace Indien

Doch die Olive-Ridley-Schildkröte ist hoch gefährdet. Industrielle Fischerei, Meeresverschmutzung und Jagd haben den Bestand massiv reduziert. Greenpeace Indien ist stark engagiert und wird die schon bisher erfolgreichen Strategien in Kooperation mit den lokalen Fischern fortsetzen und die illegale Fischerei bekämpfen. Darüber hinaus arbeitet Greenpeace an einem alternativen Entwicklungsmodell für die Region, das den Schutz der Umwelt mit der Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in Einklang bringt.

Das alles klänge vielversprechend, gäbe es da nicht noch einen gewichtigen zusätzlichen Akteur: Tata. Tata ist das grösste private Unternehmen Indiens und beliefert mit rund hundert Tochterfirmen den indischen Markt mit so ziemlich allem – vom Tee bis zum Auto. Das Unternehmen ist wirtschaftlich, politisch und sozial eine der wichtigsten Institutionen des Landes. Der Konzern legt Wert auf sein soziales und ökologisches Image, das über weite Strecken auch tatsächlich begründet ist.

In Orissa leider nicht. Da will Tata einen Tiefseehafen bauen – nur etwa fünf Kilometer entfernt von dem für die Schildkröten so wichtigen Naturschutzgebiet. Für die Schildkröten wäre dies das Ende.

Hier sind die ersten Verhandlungen leider gescheitert. Tata hat zwar versprochen, eine Studie über die Auswirkungen des Hafens zu erstellen, weigert sich aber, in der Zwischenzeit die Bauarbeiten einzustellen. Das erfordert eine entschlossene Antwort – die nicht nur in Indien selbst gegeben werden kann: Tata ist ein international tätiges Unternehmen und Greenpeace wird sicherstellen, dass die Gefährdung der Schildkröten kein lokales Thema in Orissa bleibt.

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