Mayak, dreckige Geschäfte mit Russland

Verstrahlt und vergessen

Im sibirischen Ural liegt die berüchtigte kerntechnische Wiederaufbereitungs-Anlage Mayak. Gewässer, Boden, Luft: das Gebiet ist bis heute massiv radioaktiv verstrahlt. Verantwortlich dafür sind 60 Jahre Mayak-Betrieb und mehrere schwere Unfälle. Dazu gehört jener im Jahr 1957, als die Explosion eines Lagertanks mit hochradioaktiven Abfällen zu einer der grössten Atomkatastrophen aller Zeiten führte. Trotzdem leben nach wie vor rund 80'000 Menschen in der Region.

Mayak liegt zwar auf der Landkarte weit weg, doch hat es viel mit der Schweizer Atomstromproduktion zu tun. Denn wie Greenpeace-Recherchen aufdeckten, werden hier Brennstäbe für Schweizer AKWs wieder aufbereitet – hermetisch abgeriegelt von der russischen und internationalen Öffentlichkeit, geschützt durch undemokratische Verhältnisse.

Anfang Januar 2012 wurde russischen Umweltorganisationen eine Gerichtsakte zugespielt, die auch Greenpeace Schweiz vorliegt. Das Dokument aus dem Jahre 2006 belegt, wie der damalige Direktor der Atomanlage in Majak vorsätzlich Umweltrecht verletzte und Menschen radioaktiver Belastung aussetzte. Zu diesem Zeitpunkt bezogen Axpo und Alpiq bereits Brennmaterial aus der Anlage. Für Greenpeace ist damit klar: Mit diesen Fakten konfrontiert, müssen die Schweizer Stromkonzerne endlich einen Schlussstrich unter sämtliche Geschäftsbeziehungen mit Rosatom ziehen und zu ihrer Mitverantwortung an der Verseuchung der Region um Majak stehen.

 

Chronologie

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