Amazonas

Rinderzucht zerstört den Regenwald

Informationsseite - 1. Juni, 2010
Rund 80 Prozent der abgeholzten Urwaldfläche wird im Amazonasgebiet als Weideland für die Rinderzucht verwendet. Die Zerstörung von Urwald für Rinderfarmen macht Brasilien zum viertgrössten CO2-Emittenten weltweit. Während das Rindfleisch überwiegend in Südamerika konsumiert wird, wird das Leder nach China, Italien und Vietnam exportiert. Dort lassen die Schuhfirmen auch für den europäischen Markt produzieren.

Um die Fotogalerie anzusehen, brauchen Sie den Flash Player

Im Juni 2009 deckte Greenpeace mit dem Report «Slaughtering the Amazon» auf, wie Weltkonzerne wie Adidas, Nike oder Ikea von illegalen Rodungen des Amazonas-Regenwaldes profitieren. Innerhalb weniger Wochen nach Veröffentlichung des Reports haben grosse die Supermarktketten WalMart, Carrefour und die Casino Gruppe ebenso die Schuhhersteller Nike, Timberland, Adidas, Geox und Clarks verkündet, dass sie kein Fleisch oder Leder mehr aus Urwaldzerstörung beziehen möchten. Doch die Einhaltung dieses Vorhabens ist davon abhängig, dass sie auch entsprechende Ware auf dem Markt erhalten.

Fünf Monate nach dem Greenpeace Report lenkten auch Brasiliens grösste Schlachthäuser – JBS, Marfrig und Minerva – ein und unterzeichneten im Oktober 2009 ein Abkommen, welches das Ziel hat, die Ausweitung von Rinderfarmen auf Kosten von Urwald zu stoppen. Am 5. April 2010 präsentierten die drei Firmen Greenpeace ihre Fortschritte bezüglich dieses Abkommens. Da noch nicht alle Kriterien des Abkommens erfüllt wurden, wurde die Frist auf den 13. November verlängert. Bis dahin müssen die drei Firmen alle Farmen ihrer direkten Lieferanten mit genauer Lage und Grösse registriert haben. Das ist die Voraussetzung, damit sie garantieren können, dass sie nicht von Lieferanten beziehen, die zur Urwaldzerstörung beitragen.

Der Amazonas ist das grösste Urwaldgebiet der Erde mit der grössten Biodiversität. Tragischerweise wurden 17% des Amazonas-Waldes in nur vier Jahrzehnten zerstört.

Kategorien