Schwerpunkt Bevölkerungswachstum

Sind wir zuviele Menschen ?

Das ist die meistumschiffte Frage der Ökologie. Und der meistgehörte Vorbehalt lautet: Jeder Umweltschutz ist sinnlos, solange die Weltbevölkerung so wächst.

Wenn 2,5 milliarden Chinesen und Inder an Kaufkraft zulegen, wirkt sich ihr rasant zunehmender Konsum katastrophal auf die Natur aus – diese Vermutung liegt nahe. Immigration und Bevölkerungswachstum in der Dritten Welt führen zu Dichtestress in der Schweiz – so wird argumentiert angesichts von wachsenden Siedlungen und schwindendem Wiesenland.

All diese Behauptungen sind berechtigt – aber sind sie auch richtig? Dass die Debatte über die Zusammenhänge zwischen Bevölkerungswachstum und Umwelt nicht in Gang kommt, mag damit zusammenhängen, dass wir an ein Tabu rühren: Es gibt kein Recht, die Freiheit einzuschränken, dass die Menschen sich fortpflanzen – zumindest nicht in einer Gesellschaft, in der wir noch leben möchten.

Vor allem aber scheitert die Debatte an einem grundlegenden Missverständnis: Wir verlagern das Problem gerne in den globalen Süden und machen die Armen der Welt zu einer ökologischen bedrohung, die sie nicht sind. Dafür müssten sie zuerst reich werden – wie wir.

Der Magazin-Schwerpunkt gibt keine Antworten. Er will vielmehr die Problematik einordnen zwischen vier Grundpositionen im Spannungsfeld von radikaler Ökologie und blindem Wachstumsglauben.


POSITION 1

«Die Bevölkerung muss schrumpfen bei einem Fussabdruck null.»


POSITION 2

«Wir sind zu viele, wenn wir unseren Wohlstand wahren wollen.»


POSITION 3

«Die Weltbevölkerung darf wachsen, wenn wir radikal umdenken.»


POSITION 4

«Unsere Wirtschaft muss wachsen und deshalb muss unsere Bevölkerung wachsen.»

  • Ressource Sand: Ein Dokumentarfilm über die schwindende Ressource zeigt, wie Wachstums- und Bauwut in den Abgrund führen.
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