Die polemische und einseitige Auseinandersetzung mit der
Ecopop-Initiative fand ich gelinde gesagt deprimierend.
Ja, man kann ihr kritisch gegenüberstehen, aber wenn schon, dann bitte
kontradiktorisch, und nicht mit zwei polemischen Beiträgen die in
dieselbe Kerbe hauen.
Die Versuche von Susan Boos, Ecopop in die braune Ecke zu rücken sind
unterste Schublade. Das ist dieselbe Masche, mit der auch Greenepace
als Öko-Faschisten bezeichnet werden.
Da kommt nun endlich ein Verein, der eine unbequeme Wahrheit offen zur
Sprache bringt, genau wie das Greenpeace auch tut. Ist er deswegen
braun, weil er mit einer CH Volksinitiative die Zukunftsaussichten der
Schweiz und nicht gerade der ganzen Erdkugel verbessern will? Dann
wäre jede regionale WWF Sektion ja rechtsextrem, wenn sie sich um
irgendwelche lokalen Biotope und nicht um die Regenwälder und
Weltmeere kümmert.
Gut, ich halte also den Artikel von Frau Boos für ideologische,
polemische Faktenverdreherei. Das würde mich nicht weiter stören, wenn
einem Befürworter ebensoviel Platz eingeräumt würde, um derartige
Anwürfe richtigzustellen. Stattdessen rückt Hannes Grassegger im
zweiten Beitrag Ecopop in die Nähe von Deep Ecology, und diese
wiederum irgendwie zu den Schweizer Demokraten: also wieder
rechtsextrem!
Sagt mal, hat der Herr Grassegger gewusst, dass er sein Essay für
Greenpeace schreibt? In einem Greenpeace-Heftchen eine Verbindung von
Arne Naess und Deep Ecology zu den Schweizer Demokraten konstruieren,
aber mit keinem Wort erwähnen, dass Naess erster Präsident von
Greenpeace Norwegen war, und Greenpeace letztlich nichts anderes ist
als der realpolitische Arm von Deep Ecology? Zugegeben, an dieser
Stelle schlug mein Ärger bereits um in eine Art surrealistische
Amüsiertheit.


Liebe Grüsse,
Dieter Bachmann