Stellungnahme von Ecopop: Argumentation von Greenpeace greift  zu kurz!

Als teilweise langjährige Gönner von Greenpeace sind wir enttäuscht über die einseitige und unqualifizierte Berichterstattung zu unserer Initiative „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen.“ Das Thema der Überbeanspruchung der Erde durch den Ressourcenverbrauch von immer mehr Menschen ist zu ernst, um einfach mit den Pauschalvorwürfen „Kolonialismus“ oder gar „Eugenik“ abgekanzelt zu werden.

 

Neuste UNO Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung sind alarmierend

Die neusten, eben erst im Juni nach oben korrigierten Zahlen der UNO zur weltweiten Bevölkerungsentwicklung sprechen für sich. Letztes Jahr hat die Bevölkerung Afrikas die Milliardengrenze überschritten. Bis in hundert Jahren schätzt die UNO die Bevölkerung Afrikas auf 3 Milliarden Menschen. Schon heute hungern weltweit mehr Menschen als jemals zuvor: 1 Milliarde!

Die Bevölkerung der Erde nimmt jeden Tag um 220‘000 Menschen zu, jedes Jahr sind wir 80 Millionen mehr! Diese Zahl entspricht der Schätzung der UNO der jährlichen, ungewollten Schwangerschaften. Das Leid der oft sehr jungen Mütter ist unvorstellbar.

 

Familienplanung ist ein Menschenrecht!

Aus diesen Gründen fordert Ecopop vermehrte Anstrengungen des Westens, das seit 1968 offiziell von der UNO anerkannte Menschenrecht auf freiwillige Familienplanung einzufordern. Familienplanung heisst „Aufklärung“ und „freier Zugang zu Verhütungsmitteln“. Jede Frau soll selber bestimmen können, wann und wie viele Kinder sie gebären möchte. Seit wann ist es kolonialistisch und falsch, Menschenrechte einzufordern?

 

Zuwanderung in die Schweiz: die Bauwirtschaft freut’s!

Die Schweiz hat eine Bevölkerungsdichte von 186 Menschen/km2 (Fläche der Alpen eingerechnet!).  Es gibt also keinen Grund,  dass wir hier eine fünfmal höhere Einwanderungsrate als die EU haben, wo zurzeit 116 Einw./km2 leben. Die Schweiz baut jedes Jahr 40‘000 zusätzliche Wohnungen, jede Sekunde wird ein Quadratmeter wertvolles Ackerland zugepflastert! Die Zunahme der Siedlungsfläche seit 1994 ist zu 77 % auf Bevölkerungszunahme und nur zu 23 Prozent auf Zunahme der Fläche/Kopf zurückzuführen!

 

Greenpeace im Wachstumswahn?

Statt nur den Energieverbrauch anzuschauen und eine 2000 Watt Gesellschaft einzufordern, wäre es angebrachter, wenn Greenpeace den Ökologischen Fussabdruck, welcher auch noch viele andere Faktoren des Ressourcenverbrauches miteinbezieht, betrachten würde. Hier liegt die Schweiz schon jetzt mit einem Faktor vier über ihrer biologischen Kapazität!
Dass wir in einem Greenpeace-Magazin Sätze lesen müssen wie: „Unsere Sozialwerke basieren darauf, dass stetiges Wachstum uns ein sicheres Alter garantiert“ oder „ Auch die Gewerkschaften setzen auf Wachstum …. unsere Wirtschaft droht einzubrechen, wenn sie nicht wachsen kann“ ist erschreckend! Die Probleme einer alternden Gesellschaft müssen wir anders lösen, als mit stetem Bevölkerungswachstum als Folge von hoher Einwanderung jüngerer Arbeitskräfte.

 

Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Wir hätten uns von Greenpeace wahrlich eine qualifiziertere Diskussion zum Thema Bevölkerung gewünscht, als einfach in eine rassistische und fremdenfeindliche Ecke gedrängt zu werden! Ecopop spricht sich in ihren Statuten klar gegen jegliche Art von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aus. Einer der Hauptinitianten der Ecopop-Gründung vor 40 Jahren war übrigens der Wachstums- und Atomkritiker ETH-Prof. Theo Ginsburg, und nicht der damals noch junge Valentin Oehen!

 

Nur gemeinsam erreichen wir etwas

Ecopop unterstützt die Landschaftsinitiative, die Cleantech-Initiative sowie die Initiative für eine grüne Kreislaufwirtschaft. Wir sind aber überzeugt, dass diese nur zusammen mit einer massvollen Bevölkerungspolitik hier und weltweit zum gemeinsamen Ziel, den Druck der Menschheit auf Natur und Umwelt spürbar zu reduzieren, führen werden!

 

Winterthur im September

Der Vorstand von Ecopop und das Initiativkomitee „Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“.

Mehr Informationen auf: www.ecopop.ch

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Bisherige Kommentare: 

schranz sagt:

Als Hauptproblem erachte ich, dass zuerst einmal diskutiert wird wer recht hat und wer dabei ist. Die Wahrheit liegt wohl auf beiden Seiten und wir sind alle auf der selben Kugel. Folgedessen müssen auch beide Seiten ein Stück ihrer Überzeugung preisgeben.Der Schlamassel auf der Erde ist soweit fortgeschritten, dass es Massnahmen an allen Fronten braucht. Der Wechsel zur Energie statt Mehrwertsteuer vollziehen ist eine Lösung im Stadium einer laufenden Initiative. E.g. exponentielle Besteuerung von jedem Watt über x W pro Kopf, Autos mit > x cm^3, von Einkommensfranken von > x CHF pro Jahr, über Verbote bis hin zu Geboten wie 'Abgasprüfungen' für Häuser. Auf der anderen Seite müssen aber auch staatlich gesteuerte Geburten- und Migrationskontrollen enttabuisiert werden. Beide Seiten bieten noch mehr Möglichkeiten für gute Massnahmen. Die Frage ist einmal mehr ob wir wollen oder nicht. 'Wir' sind eben wir alle und nicht nur die Anderen - genau da liegt das Problem.

Geposted 25. November, 2011 am 20:53


HeriBender sagt:

Die Ecopop-Initiative hat deshalb soviel Echo, weil sie auf ein als drängend empfundenes Problem eine scheinbar einfache Antwort parat hat. Wenn man ihren Initiativ-Text liest, geht es ihr aber nur um die Begrenzung der Einwanderung. Wie wenn es auf die weltweite ökologische Gesamtsicht drauf ankäme, ob in zwanzig Jahren eine Million mehr oder weniger auf helvetischem Staatsgebiet leben... Das "Lösen" von ökologischen Problemen durch Zuwanderungsstopp ist nichts anderes als kaschierter Privilegien-Erhalt. Wieso wollen denn soviel Leute in die Schweiz? Weil hier der Reichtum, der aus den weltweiten Raubzügen anfällt, auch ein bisschen bis zum gemeinen Volk durchsickert. Sorgen wir dafür, dass der weltweite Reichtum gerecht (nicht nur gerechter, sondern GERECHT!) verteilt wird, und wir werden ganz viele Probleme entschärft haben.

Geposted 26. November, 2011 am 15:24


sabinitiative sagt:

An HeriBender: Wie wäre es, wenn Sie den Initiativ-Text zuerst vollständig lesen würden bevor Sie ihn kommentieren? Oder haben Sie Mühe mit dem Textverständnis? Im Kyoto-Protokoll werden wir übrigens immer noch als Nationen in die Pflicht genommen, es kommt also sehr wohl darauf an, wie sich die MenschenZAHL auf dem Planeten verteilt.....

Geposted 27. November, 2011 am 21:51


alec sagt:

Mangel an Empathie Die zwei Journalisten haben das Wichtigste weggelassen - nämlich --- Dass global JEDE DRITTE SCHWANGERSCHSFT von Frauen UNGEWOLLT sind. --- Dass 215 Millionen Frauen der Zugang zu Familienplanung verwehrt wird (Interessen von USA, Vatikan, BIP-Wachstums-Fanatiker ... ) --- Dass (auch) dadurch jährlich 80 Millionen Frauen ungewollt schwanger werden - viele versuchen aus Verzweiflung abzutreiben, mit dem Resultat, dass dabei häufig die Mutter mitstirbt - eine Katastrophe für die ganze Familie. Hätten Umwelt- und Entwicklungs- Organisationen für Frauen Empathie, dann wäre es klar, dass nicht nur wir Reichen Aufklärung und Zugang zu Verhütung brauchen - sondern alle Menschen. Empathie fragt nicht statistisch, ob das Boot voll ist oder nicht - Empathie interessiert sich für die Lebensqualität aller fühlenden Wesen. mehr dazu: http://fairch.com/menschen-x-konsumverhalten

Geposted 29. November, 2011 am 13:08


Matthias Wyssmann sagt:

@Alec: Das Leid, das durch verhinderten Zugang zu Familienplanung entsteht, ist sicher riesig. Jede und jeder sollte das Menschenrecht und die Möglichkeit haben, darüber zu entscheiden ob und wieviele Kinder sie/er haben will. Aber ist die Ecopop-Initiative eine Familienplanungsinitiative? Wenn ja, warum verknüpfen die InitiantInnen das mit einem quasi Einwanderungsstopp? Als würde in Zürich die S-Bahn aus den Nähten platzen, weil in Afrika Kinder ungewollt zur Welt kommen. All diese ungewollten Kinder im globalen Süden sind nicht verantwortlich für die globale Umweltzerstörung. Weil zehn von ihnen weniger von unseren natürlichen Lebensgrundlagen verbrauchen als ein einziger Konsument in den reichen Industriestaaten. Oder wie HeriBender oben richtig sagt: Es geht darum, wie wir den Reichtum gerecht verteilen, statt bei uns die Schotten dicht zu machen.

Geposted 29. November, 2011 am 22:29


alec sagt:

@ Danke, Matthias, dass Du auch willst, dass ohne Diskriminierung alle Menscehn wählen können, wann und ob sie Kinder möchten. Die Umsetzung von diesem Menschenrecht wird also von GP hoffentlich so bald wie möglich umgesetzt - danke für Deinen Einsatz dafür. Wenn Du die Initiative durchliest, dann stellst Du fest, dass wir nicht die Schotten dicht machen wollen. Wir wollen - wie Greenpeace - dass die Schweiz den BV-Artikel 73 (Nachhaltigkeit) nicht weiter mit 4 mal zu grossen Füssen (footprintnetwork.org) misshandelt. Dies ist nicht mit Monokultur machbar - sondern mit ganzheitlichem Vorgehen: ---Belastung der Lebensgrundlagen = Anzahl Menschen x durchschnittliches Konsumverhalten pro Mensch--- Ganzheitlich meint, dass wir alle friedlichen Möglichkeiten - ohne Tabus - berücksichtigen müssen, wenn wir soziale und ökologische Gewalt reduzieren wollen. Die Schweiz muss innerhalb seiner Grenzen die Verfassung einhalten - beim Kyoto Protokoll sind wir uns sicher einig. Schau mal, wer gegen unsere 0.2% Forderung ist - z.B. die EconomieSuisse... warum? Sie will ewiges BIP-Wachstum... Mit immer mehr Menschen im Land können Sie weiter betonieren ... bis der letzte Fisch und der letzte Baum in Form von ZahlenGeld auf den Konten der 1% landen. En guete...

Geposted 29. November, 2011 am 23:53


Päde sagt:

Die Brandrede von Greenpeace über die Umweltorganisation ECOPOP ist in keiner Weise ausgewogen. Z.B. stimmt es nicht, dass V. Oehen einer der Mitbegründer der Organisation war und als er beitrat bezeichnete er sich als linker Grüner. Erst später trat er in die Nationale Aktion ein. Einer der ersten Initianten von Ecopop war der ETH-Prof. T. Ginsburg, der damals übrigends Mitglied der Sozialdemokratischen Partei CH war. Heute sind die meisten Ecopop-Mitglieder parteilos, daneben gibt es Mitglieder der Grünen Partei, der FDP, der Grünliberalen und nur ein Mitglied ist SVP-Mitglied. Dass sich Greenpeace gegenüber ECOPOP so diffamierend verhält, nachdem ECOPOP Greenpeace über Jahrzehnte finanziell und andersweitig unterstützt hat, ist verletzend und sehr enttäuschend.

Geposted 30. November, 2011 am 17:08


Markus sagt:

Sehr geehrte Frau Boos 

Gestatten Sie mir einige Überlegungen zu Ihrem Beitrag im Magazin Greenpeace Nr. 3. 
Was Sie schreiben ist logisch aber nicht richtig. 
Das folgende Gedicht soll zeigen was ich meine: 
Wer war zuerst? 
Wer war zuerst?
Ei oder Huhn?
Womit hat diese Frag’ zu tun? 
Und dächten wir jetzt an Darwin, Die Frage uns nicht richtig schien. 
Sehr lange brauchten Huhn und Ei

Bis sie so waren diese zwei.
Gemeinsam haben sie sich nur entwickelt.
Die ganze Sach ist hoch verwickelt. 
Wie kam’s zur Überlastung der Natur?
Was führte uns auf diese Spur?
Was brachte uns den Wachstumsschwung?
Pro Kopf Verbrauch? Bevölkerung? 
Auch hier ist alles hoch verwickelt.
Gemeinsam haben sie sich nur entwickelt.
Woll’n wir zurück zum Gleichgewicht mit der Natur, So müssen beide auf die Abstiegsspur. 

Markus Zimmermann-Scheifele 6047 Kastanienbaum, 30.7.2011 


Die ökologische Belastung der Schweiz ist viermal so gross wie die zur Verfügung stehende Biokapazität. Um die Öko-Balance wieder zu erreichen müssen beide Faktoren „Pro Kopf Verbrauch“ und „Menschenzahl“ berücksichtigt werden, denn sie hängen zusammen. Z.B.: 1. Die guten Projekte, die mit dem Klimarappen angestossen wurden, hätten die anvisierten 10% CO2-Reduktion erreicht, wäre nicht in den gleichen 15 Jahren die Bevölkerung in der Schweiz um 10% gestiegen. 2. 1992 haben fast alle Länder an der UNO-Konferenz in Rio unterschrieben, dass sie nachhaltige Entwicklung anstreben wollen. Seither ist weltweit die Überbelastung von Faktor 1.3 auf Faktor 1.5 angestiegen und in der Schweiz von Faktor 3 auf Faktor 4, trotzdem sich die Schweiz in Sachen Agenda 21 bemühte wie kaum ein anderes Land. 
Mit der Natur im Gleichgewicht Das sind wir heute leider nicht. 
Nach UNO hat vertausendfacht Sich ’s Artensterben, menschgemacht. Am übergrossen Artensterben Die Überlast gezeigt kann werden. 
Und die Physik hat uns gelehrt, Dass Überlast Kollaps beschert. 

Man könnte nun einwenden, es spiele keine Rolle in welchem Land sich die Leute befänden. Aber die UNO sagt mit Recht: Nur wenn wir die Nachhaltigkeit in jedem Land erreichen, wird sie auch weltweit erreicht. Denn wir haben keine Weltregierung. 
Die Überbelastung der Natur ist also ein schweizerisches und ein weltweites Problem. Ich sehe nicht ein, was daran falsch sein soll, wenn man die guten Projekte der DEZA mit freiwilliger Familienplanung koppelt und so mithilft einen Teil der jährlich 80 Mio. ungewollten Schwangerschaften zu verhindern. So würden auch viel grosses Leid und viele Abtreibungen verhindert und als erwünschter Nebeneffekt entstünde keine zusätzliche ökologische Belastung. 
Es ist bewundernswert, wie sich die SP für die Nichtprivilegierten einsetzt. Dabei sollte sie aber die zukünftigen Generationen nicht vergessen. Wir leben zur Zeit nämlich weltweit zu rund einem Drittel auf Kosten zukünftiger Generationen. 
Weitere Info unter www.oeko-balance.ch 

Mit freundlichen Grüssen 
Markus Zimmermann-Scheifele 


Geposted 1. Dezember, 2011 am 20:34


mspring sagt:

@alec: Ich habe das Gefühl, Ecopop und Greenpeace hat dasselbe Ziel. Nämlich eine nachhaltige Gesellschaft. 
Ich stimme der Stellungnahme von Ecopop zu den Greenpeace Artikeln zum Teil zu, ich finde den zweiten Text im Magazin (das Essay) auch etwas übertrieben oder vielleicht "weit hergeholt". Dem ersten Artikel stimme ich grösstenteils zu. 
Es ist mir immer noch schleierhaft, was eine Begrenzung der Immigration in die Schweiz an globalen ökologischen Problemen ändern soll. Genau deshalb lehne ich die Initiative ab. Ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass das eine "Masseneinwanderungsstopp-Initiative" im grünen Mäntelchen: 
1. Wieso steht im Initiativentext, die Schweiz darf nur infolge *Zuwanderung* nicht mehr als 0.2 Prozent wachsen? Das bedeutet ja, wir könnten uns vermehren wie die Karnickel und das wäre dann kein Problem? Das ist global gesehen schlichte Augenwäscherei oder ums ein bisschen harrscher aber passender auszudrücken: Bauernfängerei. 
2. In meinen Augen ist die Unterstützung von freiwilliger Familienplanung (durch Aufklärung, verteilen von Verhütungsmittel etc.) zwar lobenswert, aber auf der anderen Seite eben blosse Symptombekämpfung. Du kennst bestimmt die demographische Entwicklung, die eine Gesellschaft mit wachsendem Wohlstand durchläuft. Genau da muss man ansetzen und eigentlich nirgend sonst. Die explodierenden Gesellschaften findet man nur in den ärmsten Regionen der Welt und das hat mehr Faktoren als nur fehlende Aufklärung und Verhütungsmittel. Die ärmsten Menschen der Welt vermehren sich enorm und Ecopop fällt nichts besseres ein, als Gelder, die ihnen direkt helfen sollen, dazu einzusetzen, ihre schlichte Anzahl zu verringern. 
3. Das bringt mich zu meinem letzten Punkt. Wie gesagt, ich finde diese Massnahmen trotz vorher Geschriebenem sinnvoll. Du hast absolut recht damit, dass diese ungewollten Schwangerschaften viel Leid zur Folge haben und auch direkt bekämpft werden sollten. Aber wieso steht im Initiativentext nicht ein bestimmter (wachsender) Betrag, sondern dass einfach 10% von den sonstigen Entwicklungshilfen *abgezogen* werden sollen? Wir leisten eh viel zu wenig. Der Westen gewinnt durch das Ausbeutungssystem, dass diese ganze Perversion einer Tragödie erst verursacht, ein vielfaches von dem, was er an Entwicklungshilfe leistet. Auch das ist ein grundlegender Punkt, der angepackt werden muss. Wieso tut Ecopop das nicht? 
So, ich habe den Ecopop-Beführworter einen kleinen Einblick in die Gedanken eines Ecopop-Gegners geben können, ohne sie zu sehr zu erzürnen ;) 
liebe Grüsse... 

Geposted 1. Dezember, 2011 am 22:47

Andreas-Ecopop sagt:

Danke mspring, das ist im Gegensatz zu den Artikeln von Greenpeace wirklich mal konstruktive Kritik, auf welche ihnen Ecopop gerne eine Replik gibt: 
1) ECOPOP möchte die Bevölkerungszunahme in der Schweiz begrenzen, weil durch den Siedlungs- und Verkehrsdruck die Natur unmittelbar vor unserer Haustüre und unsere eigene Lebensqualität stark beeinträchtigt wird. Nicht mal die schlechte Luft ist wirklich international: wenn die Ozonwerte wegen hohem Verkehrsaufkommen steigen, dann geschieht dies lokal in Zürich oder Bern und nicht im angrenzenden deutschen Schwarzwald. 2) Wenn man die Zunahme der Bevölkerung bei uns begrenzen will, kann man nur die Zuwanderung eindämmen. 1. weil sie mit mehr als 80% eine der Hauptursachen für das grosse Bevölkerungswachstum ist (der Bevölkerungszuwachs durch Geburtenüberschuss ist nur noch marginal). Generell sind die Geburtenraten mit 1.5 Kindern/Frau weit unter dem Grenzwert von 2.1 Kind/Frau, welches eigentlich Bevölkerungsstabilisierung bedeuten würde. Es ist also nicht nötig, von unseren Frauen weniger Geburten zu fordern. Das geschieht bei uns von selbst, wie sie richtig sagen, verursacht durch wachsende Wohlfahrt der Gesellschaft und durch die Bildung der Frauen. 
3) Zu den Entwicklungsländern: Immer wieder wird behauptet zuerst muss der Wohlstand kommen, dann sinkt die Geburtenrate von selbst. 1. stimmt dies nicht immer, siehe z. B. Saudiarabien mit immer noch hohem Bevölkerungswachstum trotz Wohlstand. 2. lässt sich ebenso gut folgern : zuerst die Geburtenrate senken, dann folgt der Wohlstand von selbst. Beispiele gibt es viele, z. B. China, Thailand. (Es gibt aber zu all dem auch noch Beispiele, wo die Bevölkerungszahl sinkt, aber trotzdem kein Wohlstand folgt, (siehe z. B. Russland)). ECOPOP vertritt mit Überzeugung die Ansicht, dass eines der wirksamsten und günstigsten Mittel um aus der Armutsspirale auszubrechen die Senkung der Geburtenrate ist. Dies hat auch eine gewisse Logik: wenn Familien ihr Land und ihr Erbe nicht immer noch weiter teilen müssen geht es dem einzelnen besser. Auch die angeblich fehlende Altersvorsorge in diesen Ländern ist ein Scheinargument. Was nützen 8 kranke und ungebildete Kinder gegenüber 2 gesunden und gebildeten Kindern für die Altersvorsorge? Zum Abschluss noch ein trauriges Beispiel: Die Bevölkerung Somalias hat sich in den letzten 30 Jahren versechsfacht!! Unter anderem sicher auch ein Grund für den beispiellose Hungertragödie! 
Die Initiative von ECOPOP ist daher konsequent mit den Forderungen: Begrenzung der Zuwanderung zum Schutz der hiesigen Natur. Zugang zu Verhütungsmitteln und Aufklärung als humanitäre Massnahme in Ländern des Südens. Wichtig ist, dass der Artikel Bevölkerungszahl in die Verfassung und in das Bewusstsein der Entscheidungsträger kommt! Dies wird neben dem Pro-Kopfvervbrauch essentiell sein!

Geposted 3. Dezember, 2011 am 10:34