Risiko-Energien Öl und Uran

Interaktive Karte der «Brennpunkte»

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Story - 12. August, 2010
Die Karte vermittelt einen Überblick über die ökologischen und sozialen Probleme im Zusammenhang mit Erdöl und Uran. Klicken Sie mit der Maus auf die Brennpunkte und Sie erhalten mehr Informationen.

Exxon Valdez Tarsand Deepwater Horizon Ecuador Nordsee Prestige Nigeria Irak Sakharin Dalian Arktis Australien Brasilien Three Mile Island Niger Sellafield Forsmark Lucens Tschernobyl Forsmark

Alaska - 1989 - «Exxon Valdez»

Der Öltanker «Exxon Valdez» läuft 1989 vor der artenreichen Küste von Alaska auf. 40 000 Tonnen Rohöl verseuchen 2000 Kilometer Küste. Die verantwortliche Exxon Mobil Corporation drückt in einem Prozessmarathon die Schaden- ersatzforderungen dauernd nach unten.

10 Jahre nach «Exxon Valdez» (Medienmitteilung) >>>

Kanada - heute - Abbau von «Tarsand»

Riesige Waldflächen werden durch den Abbau von ölhaltigem Sand zerstört. Zurück bleiben Mondlandschaften, Giftseen und erhöhte Krebsraten in den Indianersiedlungen.

CS & UBS investieren in Tarsand >>>

Golf von Mexiko (USA) - 2010 - «Deepwater Horizon»

800 Millionen Liter Rohöl flossen ins Meer Nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform «Deepwater Horizon» am 20. April 2010 flossen rund 800 Millionen Liter Rohöl aus. Die Ölpest im Golf von Mexiko erreicht damit einen neuen traurigen Rekord: Es flossen 100 Millionen Liter mehr Öl ins Meer als bei der bisher grössten Ölpest der Geschichte von 1979. Bei der Ölkatastrophe vor Alaska im Jahr 1989 durch den Untergang des Tankers «Exxon Valdez» waren rund 41 Millionen Liter Rohöl ins Meer geflossen.

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Ecuador - heute - Ölförderung im Regenwald

Seit den 60er Jahren werden die Regenwälder Ecuadors durch die Ölförderung zerstört und mit Abwässern vergiftet. Die indigene Bevölkerung leidet unter Menschenrechtsverletzungen und gesundheitlichen Problemen.

Greenpeace Proteste gegen die Ölförderung in Ecuador >>>

Nordsee - heute - schleichende Verseuchung des Meeres

Die rund 400 Öl- und Gasplattformen in der Nordsee sorgen schon im Normalbetrieb für eine schleichende Verseuchung des Meeres. Jedes Jahr werden mit dem «Produktionswasser» zehntausende Tonnen Öl ins Meer geleitet; um viele Förderanlagen dümpeln permanent Ölteppiche.

Nordsee: Energielieferant der Zukunft setzen >>>

Portugal/Spenien - 2002 - «Prestige» bricht auseinander

«Prestige», der Schrotttanker eines Zuger Ölunternehmens, bricht im November 2002 vor der galizischen Küste auseinander. Das auslaufende Schweröl verseucht tausende Kilometer Küste und bedeutet für mindestens 250'000 Vögel den qualvollen Öltod.

Bild vom Meeresgrund nach dem Unglück >>>

Nigeria - 50'er bis heute - Nigerdelta durch Ölförderung zerstört

Seit mehr als 50 Jahren wird das artenreiche Ökosystem des Nigerdeltas durch die Ölförderung zerstört. Die Menschen, die sich gegen die Zerstörung ihres Lebensraumes wehren, werden immer wieder Opfer von Menschenrechtsverletzungen.

Und nicht nur Öl - auch Elektroschrott setzen Nigeria zu >>>

Irak - 2003 - Krieg um riesige Ölreserven

Im Jahr 2003 bombardieren die USA Bagdad und besetzen mit ihren Verbündeten den Irak. Herhalten müssen wechselnde Begründungen (Terrorismus, Chemiewaffen, Demokratie). De facto geht es um die Kontrolle der riesigen Ölreserven.

Sakhalin (Russland) - 1999 bis heute - Öl und Gas fördern

Seit 1999 werden vor der russischen Insel Sachalin Öl und Gas gefördert. Die letzten 100 westpazifischen Grauwale sind durch die Ölförderung bedroht, weil ihre Nahrungsgründe direkt vor der Insel liegen.

Dalian (China) - 2010 - Explosion zweier Erdöl-Pipelines

Nach der Explosion zweier Erdöl-Pipelines in der chinesischen Hafenstadt Dalian breitete sich im gelben Meer ein immenser Ölteppich aus. Bisher sind zwischen 
60'000 und 90'000 Tonnen Rohöl ins Meer geflossen.

Neue Ölkatastrophe in China - das Erdölzeitalter muss enden >>>

Brennpunkt - Arktis - Buhlen um Rohstoff

Ausgerechnet der menschenverursachte Klimawandel macht die Ölförderung im hochsensitiven arktischen Ökosystem wahrscheinlicher. Bereits buhlen die Anrainerstaaten um die wertvollen Rohstoffe. Russland platzierte 2007 vorsorglich schon mal eine Nationalflagge auf dem Meeresgrund des Nordpols – in 4000 Meter Tiefe.

Arktis-Länder wollen Klimaschutz - aber Ölförderung bitte auch >>>

Brennpunkt - Australien - Buhlen um Rohstoff

Auch in der Tiefsee vor der Küste Australiens befinden sich zahlreiche Offshoreplattformen. Im Herbst 2009 sprudelte aus einem Leck zehn Wochen lang Öl ins Meer. Unbeeindruckt von solchen Unfällen und der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vergibt die australische Regierung weiterhin Lizenzen für Tiefseebohrungen.

Brennpunkt - Brasilien - Noch tiefer bohren

Der brasilianische Erdölkonzern Petrobras will vor seiner Küste noch tiefer bohren als BP mit der havarierten «Deepwater Horizon». Der Meeresboden liegt 2000 Meter unter der Wasseroberfläche, das Öl lagert weitere 5000 Meter tief unter dem Meeresboden.

Three Mile Island (USA) - 1979 - Partiellen Kernschmelze

Nach dem Ausfall der Reaktorkühlung kam es 1979 im Reaktor Three Mile Island zu einer partiellen Kernschmelze. Aufgrund des Unfalls wurden in den USA keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut.

Niger - bis heute - Uranabbau

Der Uranabbau im Niger gefährdet die Menschen und die Umwelt. Der Boden, die Luft und das Wasser rund um die Uranminen sind radioaktiv belastet. Weltweit wurde bloss ein Bruchteil der stillgelegten Minen saniert.

Sellafield (GB) - 2005 - 83'000 Liter radioaktive Flüssigkeit

2005 traten durch ein Leck in der Wiederaufarbeitungsanlage 83'000 Liter radioaktive Flüssigkeit – ein Gemisch aus Salpetersäure, Uran und Plutonium – aus und legten die Anlage über Monate still.

Forsmark (Schweden) - 2006 - Beinahe-GAU im Kraftwerk

Beinahe-GAU im Kraftwerk Forsmark: Nach einem Kurzschluss fielen 2006 die Notstromversorgung und damit di Kühlpumpen und die Überwachungsinstrumente aus. Das Personal im Kontrollraum befand sich im Blindflug.

Lucens (Schweiz) - 1969 - Partiellen Kernschmelze

1969 kam es nach Versagen des Kühlsystems zu einer partiellen Kernschmelze. Die Trümmerabfälle wurden 2003 ins Zentrale Zwischenlager Würenlingen geschafft.

Tschernobyl - 1986 - Super-GAU

1986 kam es in Tschernobyl zum Super-GAU mit Kernschmelze. Die Folge: zahlreiche Tote, erhöhte Krebsraten, Missbildungen und andere Krankheiten in den verstrahlten Gebieten. Die erhöhte Strahlung war in ganz Europa spürbar.

Majak - bis heute - Tickende Zeitbombe

Majak ist das grösste Lager für hochradioaktive Abfälle in Russland. Sie werden dort wieder aufgearbeitet. Offene Wasserbecken und Seen dienen als Abfalldepot für flüssige Abfälle. Weil sie weder gegen äussere Einflüsse noch gegen Unwetter gesichert sind, gilt der Standort als tickende Zeitbombe.

Klicken Sie auf die farbigen Punkte in der Karte und Sie erhalten eine Kurzinformation zum Brennpunkt.
Weiter führende Informationen zu den einzelnen Brennpunkten erhalten Sie unten stehend.

Alaska - 1989 - «Exxon Valdez»

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Alaska - 1989

40'000 Tonnen Erdöl

Im März 1989 lief der Öltanker «Exxon Valdez» vor der Küste Alaskas auf das Bligh Riff auf. Der Öltanker verlor 40'000 Tonnen Erdöl, die über eine Länge von 1000 Kilometern eine einmalige und weitgehend unberührte Küstenlandschaft verschmutzten. Hunderttausende Vögel und Fische und Tausende Säugetiere wie Seeotter und Robben verendeten. Auch der Meeresboden wurde stark geschädigt. Die Bestände vieler Bodentiere nahmen rapide ab, was sich direkt auf die Nahrungskette auswirkte. Da das Öl bis heute nicht abgebaut ist, werden Seeotter und Seevögel noch immer schleichend vergiftet.
20 Jahre nach dem Unglück bestätigte ein Berufungsgericht in San Franzisko, dass Exxon Mobile Entschädigungszahlungen in Höhe einer halben Milliarde bezahlen muss. In einem nicht enden wollenden Prozessmarathon hatte Exxon Mobile die ursprüngliche Strafe von 5 Milliarden laufend nach unten gedrückt. Viele der Arbeiter, die mit Chemikalien die ölverseuchte Küste gereinigt haben, leiden bis heute an Lungenproblemen, Nervenkrankheiten, vergrösserten Lebern und ständigem Nasenbluten.

Kanada - heute - Abbau von «Tarsand»

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Kanada - heute

Die Gier nach Öl

Die Gier nach Öl führt zu immer zerstörerischeren Formen der Ölgewinnung. So werden in der kanadischen Provinz Alberta riesige Urwälder zerstört, um das ölhaltige Erdreich aus dem Boden zu graben. In den kanadischen Ölsanden stecken nach Schätzungen von BP Reserven von 175 Mrd. Barrel Öl. Die USA sind extrem daran interessiert, die Vorkommen auszubeuten, um sich von saudiarabischen Ölimporten unabhängiger zu machen. Aus dem Bitumen Öl zu gewinnen ist jedoch extrem energieaufwändig. Die CO2-Emissionen sind 3- bis 5-mal höher als bei der konventionellen Ölförderung. Zudem werden für die Gewinnung von einem Fass Öl 300 bis 600 Liter Wasser benötigt. Die giftigen Abwässer – täglich 1,8 Mrd. Liter - werden in riesige «tailing ponds» geleitet, die nur mit Erddämmen eingefasst sind. Das arsen- und quecksilberhaltige Wasser gelangt so auch in den Athabaska-Fluss. In der flussabwärts gelegenen Indianer-Siedlung Fort Chipewyan klagen die Bewohner über verkrüppelte Fische und erhöhte Krebsraten und wehren sich gegen den Ölsandabbau.

Golf von Mexiko (USA) - 2010 - «Deepwater Horizon»

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Golf von Mexiko (USA) - 2010

bis zu 16'000'000 Liter Öl pro Tag

Nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform «Deepwater Horizon» am 20. April 2010 flossen rund 800 Millionen Liter Rohöl aus. BP brauchte ganze drei Monate, um das Leck vorläufig zu stopfen, eine endgültige Lösung ist noch immer nicht vorhanden. Um den gigantischen Ölteppich aufzulösen setzte BP Millionen von Litern hochgiftiger Chemikalien ein, die das Öl binden. Dadurch löste sich der Ölteppich auf in Kleinstöltröpfchen, die sich im ganzen Meer verteilen. Diese Öltröpfchen werden von Plankton aufgenommen, die Giftstoffe werden in diesen Organismen freisetzt und können so in die Nahrungskette gelangen. Besonders risikoreich und unabsehbar sind die Auswirkungen der Ölpest in der Tiefsee - wo sich das Bohrloch befand und wo jetzt Unmengen von mit Giftstoffen gebundenem Öl vorhanden sind mit nicht voraussagbaren Konsequenzen für diese nahezu unerforschten Lebensräume. Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat nicht nur verheerende ökologische und ökonomische Konsequenzen, welche das Meer und die Region auf unabsehbare Zeit belasten werden. Sie macht auch eines klar: immer risikoreicher und absurder werden die Versuche, endliche Ressourcen aus der Natur heraus zu pressen. Auf der Suche nach Öl stösst der Mensch in immer gigantischere Tiefen vor wie hier im Golf von Mexiko.

Ecuador - heute - Ölförderung im Regenwald

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Ecuador - bis heute

27-Mrd-Dollar-Sammelklage

Die Ölförderung in den Urwäldern Ecuadors hat in den letzten vier Jahrzehnten grosse Regenwaldflächen und zuvor unberührtes Indianerland zerstört. Indigene Gemeinschaften wurden vertrieben und ihr Lebensraum mit Milliarden von Litern giftigen Abfalls verseucht. Bis heute ist eine 27-Mrd-Dollar-Sammelklage gegen Chevron hängig. Im Februar 2009 flossen nach einem Pipeline-Bruch im Amazonasgebiet 14'000 Barrel Schweröl in den Santa Rosa-Fluss und die flussabwärts gelegenen Gebiete. Die letzten grossen unerschlossenen Erdölreserven des Landes liegen im Yasuní-Nationalpark und dem angrenzenden IspingoTibutini-Tambococha (ITT)-Gebiet.

Nordsee - heute - schleichende Verseuchung des Meeres

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Nordsee - bis heute

400 Öl- und Gasplattformen

Die rund 400 Öl- und Gasplattformen in der Nordsee sorgen schon im Normalbetrieb für eine schleichende Verseuchung des Meeres. Jedes Jahr werden mit dem «Produktionswasser» zehntausende Tonnen Öl ins Meer geleitet; um viele Förderanlagen dümpeln permanent Ölteppiche.

Portugal/Spanien - 2002 - «Prestige» bricht auseinander

Prestige

Portugal/Spanien - 2002

64'000 Tonnen Rohöl laufen aus

Der Untergang des Öltankers «Prestige» vor der Küste Galiziens ist eine der folgenschwersten Tankerhavarien. Die spanische Regierung hatte angeordnet, den lecken Tanker auf das offene Meer hinauszuschleppen, anstatt ihn in einem Hafen auspumpen zu lassen. 250 Kilometer vor der nordwestspanischen Küste bricht der Schrotttanker eines Zuger Ölunternehmens dann auseinander. 64'000 Tonnen Rohöl laufen aus und verseuchen 2.900 km der spanischen und französischen Küste. 250'000 Seevögel sterben. Der damalige Ministerpräsident Jose Maria Aznar bezeichnet die Ölpest als „größte ökologische Katastrophe Spaniens“. Erst im kommenden Herbst soll in einem Prozess geklärt werden, wer für die Havarie verantwortlich ist.

Bild vom Meeresgrund nach dem Unglück >>>

Nigeria - 50'er bis heute - Nigerdelta durch Ölförderung zerstört

Nigeria

Nigeria - 50'er bis heute

zwischen 1976 und 2001 6'800 Unfälle

Was zur Zeit im Golf von Mexiko geschieht, gehört in Nigeria zum Alltag: Seit 50 Jahren verseucht die Ölförderung das artenreiche Niger-Delta, mit 20.000 Quadratkilometern das grösste Feuchtgebiet Afrikas. Nach amtlichen Angaben gab es in Nigeria allein zwischen 1976 und 2001 6'800 Unfälle, bei denen fast 500 Millionen Liter Öl die Sümpfe, Mangrovenwälder und Flüsse verseuchten. Jährlich läuft im Nigerdelta soviel Öl aus wie beim Tankerunglück der Exxon Valdez. Lecke Pipelines und das Abfackeln der bei der Ölproduktion entstehenden Gase verdrecken das Wasser, töten Fische und Pflanzen und machen die Menschen krank. Obwohl die Erdöleinnahmen 80 Prozent der nigerianischen Staatseinnahmen erwirtschaften, sind die rund 20 Millionen Menschen im Nigerdelta arm geblieben. Ihre Forderungen nach einer Beteiligung an den Öleinnahmen und nach Entschädigungen für die zerstörte Umwelt blieben regelmässig ohne Erfolg. Proteste gegen die Zerstörung wurden von den Militärregierungen immer wieder mit Gewalt beantwortet. Prominentestes Opfer der Menschenrechtsverletzungen im Niger-Delta ist der Schriftsteller Ken Saro-Wiwa, der mit acht Mitkämpfern nach einem inszenierten Prozess am 10. November 1995 erhängt wurde. Da die Anwohner die 7'000 Kilometer langen Pipelines im Delta regelmässig anzapfen, kommt es immer wieder zu Unfällen und Explosionen mit zahlreichen Toten. Bewaffnete Gruppen verüben Anschläge auf die Ölinfrastruktur und entführen Ölarbeiter. Shell und andere Ölfirmen führen die prekäre Sicherheitslage oft als Grund dafür an, dass Lecks nicht repariert werden.

Und nicht nur Öl - auch Elektroschrott setzen Nigeria zu >>>

Irak - 2003 - Krieg um riesige Ölreserven

Irak

Irak - 2003

Irak verfügt mit circa 115 Mrd. Barrel über die drittgrössten Ölreserven weltweit

Im März 2003 bombardierten die USA Bagdad und besetzen mit ihren Verbündeten den Irak. Die offiziellen Begründungen für die Invasion und die Besatzung durch Amerikaner und Briten wechselten, de facto geht es um die Kontrolle der riesigen Ölreserven. Irak verfügt mit geschätzten 115 Mrd. Barrel über die drittgrössten Ölreserven nach Saudi-Arabien und dem Iran. Saddam Hussein hatte die Ölindustrie verstaatlicht und konnte unter dem «Oil-for-food»-Regime nur einen Bruchteil der möglichen Ölförderung ausbeuten.

Die Angaben über die seit 2003 getöteten irakischen Zivilisten gehen extrem auseinander. Neben den von der US-Armee und ihren Verbündeten getöteten Menschen sterben regelmässig Zivilisten durch Bombenanschläge terroristischer Milizen. Allein in der ersten Jahreshälfte 2010 sind bei Anschlägen zwischen 3000 und 4000 Zivilisten umgekommen. Während Zivilisten unter dem Terror leiden, können westliche Ölfirmen sich wieder im Irak engagieren. Ein von BP angeführtes Konsortium konnte sich im Juni 2009 die Explorationsrechte für das mit 17 Mrd. Barrel grösste Ölfeld Rumaila im Südirak sichern. Angesichts der äusserst prekären Sicherheitslage haben die Militärstreitkrafte und die im Irak engagierten Firmen die grösste Privatarmee der jüngeren Geschichte engagiert. Nach Schätzungen sind im Irak etwa 30.000 Angehörige privater Militär- und Sicherheitsdienste im Einsatz, deren Handeln nur schwer kontrolliert werden kann.

Sakhalin (Russland) - 1999 bis heute - Öl und Gas fördern

Sakhalin

Sakhalin - 1999 bis heute

Die letzten 100 westpazifischen Grauwale sind gefährdet

Seit 1999 werden vor der russischen Insel Sachalin Öl und Gas gefördert. Die letzten 100 westpazifischen Grauwale sind durch die Ölförderung bedroht, weil ihre Nahrungsgründe direkt vor der Insel liegen.

Dalian (China) - 2010 - Explosion zweier Erdöl-Pipelines

Dalian

Dalian - 2010

60'000 und 90'000 Tonnen Rohöl fliessen ins Meer

Nach der Explosion zweier Erdöl-Pipelines in der chinesischen Hafenstadt Dalian breitete sich im gelben Meer ein immenser Ölteppich aus. Bisher sind zwischen 60'000 und 90'000 Tonnen Rohöl ins Meer geflossen.

Bedrohung - Arktis - Buhlen um Rohstoff

Arktis

Arktis - heute

Nationalflagge auf dem Meeresgrund

Ausgerechnet der menschenverursachte Klimawandel macht die Ölförderung im hochsensitiven arktischen Ökosystem wahrscheinlicher. Bereits buhlen die Anrainerstaaten um die wertvollen Rohstoffe. Russland platzierte 2007 vorsorglich schon mal eine Nationalflagge auf dem Meeresgrund des Nordpols – in 4000 Meter Tiefe.

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Bedrohung - Australien - zahlreiche Off-Shore-Plattformen

Australien

Australien - heute

jährlich rund 100 neue Bohrlöcher

Auch in der Tiefsee vor der Nordküste Australiens befinden sich zahlreiche Off-Shore-Plattformen. Am 21. August 2009 brannte in der Timorsee die Ölplattform Montara. Über einen Zeitraum von 10 Wochen flossen aus dem Bohrloch insgesamt etwa 4,5 Millionen Liter Rohöl in das Meer. Der Ölteppich erstreckte sich über eine Fläche von 25'000 Quadratkilometern, die verantwortliche Ölfirma PTTEP besprühte den Teppich mit Chemikalien. Doch selbst nach dem Desaster im Golf von Mexiko vergibt die australische Regierung unbeirrt weiter Bohrlizenzen. Im Mai 2010 kündigte Energieminister Martin Ferguson an, 32 neue Meereszonen für die Ölexploration freizugeben. Jährlich werden vor der Küste Australiens rund 100 neue Bohrlöcher in den Meeresboden getrieben. Die Regierung möchte sich mit dieser Politik von Ölimporten möglichst unabhängig machen.

Bedrohung - Brasilien - Noch tiefer bohren

Brasilien

Brasilien - heute

in einer Tiefe von 7'000 Metern

Vor der Küste Brasiliens wurden in den letzten Jahren riesige Ölfelder entdeckt – allerdings in einer Tiefe von 7'000 Metern. Vom 2'000 Meter tiefen Meeresboden müssten die Bohrer noch einmal 5000 Meter durch Gestein und Salzschichten getrieben werden. «Bei einer solchen Länge biegt sich auch ein Stahlrohr wie Blumendraht», sagt der deutsche Tiefbohrprofessor Matthias Reich. Zusätzliche Risiken bergen die Salzschichten, der ungeheure Wasserdruck und das nur noch 2 Grad kalte Wasser in 2'000 Meter Tiefe. Der brasilianische Staatskonzern Petrobras will sich von den enormen technischen Schwierigkeiten jedoch nicht irritieren lassen. So will das Unternehmen mit der riesigen Bohrplattform P-52 eine Plattform ersetzen, die 2001 explodierte und elf Tote forderte. Bis 2014 will Petrobras in die Erkundung und Förderung neuer Tiefsee-Ölfelder 224 Milliarden Dollar investieren. Wenige Wochen vor dem Desaster im Golf von Mexiko kündigte auch BP an, vor der brasilianischen Küste mit Tiefseebohrungen beginnen zu wollen.

Three Mile Island (USA) - 1979 - Partiellen Kernschmelze

Three Mile Island

Three Mile Island - 1979

Partiellen Kernschmelze

Nachdem eine Pumpe im Kühlkreislauf des Reaktors Three Mile Island ausfiel, schaltete sich der Reaktor plangemäss ab. Doch die Nachzerfallswärme erhöhte den Druck im Kühlkreislauf. Nachdem ein geöffnetes Sicherheitsventil sich nicht mehr schliesst, verflüchtigt sich das Kühlwasser im Reaktor, der obere Teil des Reaktorkerns ist nur noch von Dampf umgeben. Die Überwachungsanlage signalisiert, alles sei ok. Doch die Brennstäbe im überhitzten Reaktor beginnen sich zu zersetzen, es entsteht Wasserstoff, der sich mit dem Sauerstoff zu einem hochexplosiven Gas vermischt und die Kernschmelze beginnt. Das Überwachungssystem läuft Amok, ein Techniker schliesst gerade noch rechtzeitig ein Notventil und verhindert so die Katastrophe. Um die Kontrolle über den Reaktor zurückzugewinnen, muss die Bedienungsmannschaft radioaktive Gase und verseuchtes Wasser in die Umwelt ableiten. Schwangere und Kinder werden evakuiert. Laut späteren eidesstattlichen Aussagen wurden aus dem offiziellen Abschlussbericht der US-Regierung die alarmierendsten Passagen gestrichen, «weil der Unfall auf Three Mile Island unendlich viel gefährlicher war, als jemals öffentlich zugegeben wurde».

Niger - bis heute - Uranabbau

Niger

Niger - bis heute

Uranabbau

Der Uranabbau im Niger gefährdet die Gesundheit der Arbeiter und der Menschen, die in der Umgebung der Minen leben. «Die Radioaktivität fordert Opfer und verschlimmert die Armut, weil wir jeden Tag der radioaktiven Strahlung ausgesetzt sind. Wir sind umgeben von kontaminierter Luft, vergiftetem Wasser und vergifteten Böden», sagt Almoustapha Alhacen, Präsident der nigrischen NGO Aghir in’Man. Während der französische AREVA-Konzern mit dem Uranabbau hunderte von Millionen verdiene, bleibe den Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt nur die Radioaktivität.

Auf den Strassen der Stadt Akokan hat Greenpeace Werte gemessen, die 500-fach über der normalen Strahlung liegen. Das hängt damit zusammen, dass Gestein aus den Minen als Füllmaterial für Strassenlöcher verwendet wurde. Belastete Altmetalle und andere Gegenstände aus den Minen landen auf den Gebrauchtwarenmärkten oder werden zu Alltagsgegenständen weiterverarbeitet. Die Sterberate aufgrund von Infektionen der Atemwege ist doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. Dazu kommt, dass der Uranabbau enorme Mengen von Wasser verschlingt. In den 40 Jahren seit Inbetriebnahme der Minen wurden total 270 Milliarden Liter Wasser verbraucht und kontaminiert. Der immense Wasserverbrauch senkt den Grundwasserspiegel und beschleunigt die Verwüstung des Sahelstaates.

Sellafield (GB) - 2005 - 83'000 Liter radioaktive Flüssigkeit

Sellafield

Sellafield - 2005

83'000 Liter radioaktive Flüssigkeit

In den Wiederaufarbeitungsanlagen in Sellafield kommt es immer wieder zu Unfällen, bei denen grössere Mengen von Radioaktivität in die Irische See und die Umgebung gelangen. Irland und Norwegen haben wiederholt dagegen protestiert. Der in den 50er Jahren noch Windscale genannte Komplex war die erste britische Anlage zur Produktion von Plutonium für das britische Atombombenprogramm. 1957 ereignete sich hier einer der schwerwiegendsten Atomunfälle vor der Katastrophe von Tschernobyl. Ein Grossbrand setzte erhebliche Mengen Radioaktivität frei. Die britische Regierung erliess zwar ein Verzehrverbot für Milch, verschwieg jedoch lange Zeit die Schwere des Vorfalls. Nach dem Unfall wurde der Plutoniumreaktor stillgelegt. 2005 traten durch ein Leck in der Wiederaufarbeitungsanlage 83'000 Liter radioaktive Flüssigkeit – ein Gemisch aus Salpetersäure, Uran und Plutonium - aus und legten die Anlage über Monate still. Auch Schweizer AKWs brachten über Jahre abgebrannte Brennstäbe nach Sellafield, ein Teil davon lagert heute noch in der Anlage.

Forsmark (Schweden) - 2006 - Beinahe-GAU im Kraftwerk

Forsmark

Forsmark (Schweden) - 2006

Beinahe-GAU im Kraftwerkt

Ein Kurzschluss trennte im Juli 2006 das schwedische Atomkraftwerk Forsmark vom Stromnetz. Die nukleare Kettenreaktion im Reaktor wurde zwar wie vorgesehen unterbrochen. Die gewaltige Hitze der nachglühenden Brennstäbe muss jedoch weiterhin gekühlt werden, wenn es nicht zu einer Kernschmelze kommen soll. Doch sowohl die kraftwerkseigene Stromproduktion wie auch zwei der Notstromaggregate, die in einem solchen Fall die Kühlwasserpumpen am Laufen halten sollen, fielen aus. Da auch die Überwachungsinstrumente ausfielen, wusste die Kontrollmannschaft nicht mehr, was sich im Reaktor abspielt. Laut dem ehemaligen Konstruktionschef des Kraftwerks, Lars-Olov Höglund, fehlten nur sieben Minuten und die Bedienungsmannschaft hätte die Kontrolle über das AKW verloren. Erst nachdem es gelang, die ausgefallenen Notstromaggregate manuell zum Laufen zu bringen, konnte der Reaktor wieder ausreichend gekühlt werden.

Lucens (Schweiz) - 1969 - Partielle Kernschmelze

Lucens

Lucens (Schweiz) - 1969

Partielle Kernschmelze

Einer der weltweit schwersten Atomunfälle passierte in der Schweiz: 1969 kam es nach dem Versagen des Kühlsystems im Versuchsreaktor Lucens zu einer partiellen Kernschmelze. Ursache war eine defekte Gebläse-Dichtung. Die Techniker konnten die erhöhte Radioaktivität gerade noch rechtzeitig feststellen, um das Personal zu evakuieren und die unterirdische Kaverne, in der sich der Reaktor befand, zu verschliessen. Die radioaktiven Trümmer konnten erst Jahre später aus dem Stollensystem geräumt werden. Erst 2003 wurden sie ins Zentrale Zwischenlager Würenlingen geschafft. Auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES-Skala), die Störfälle von 0 bis 7 bewertet, steht Lucens bei Stufe 4-5. Damit zählt die Kernschmelze im Schweizer Versuchsreaktor zu den schwersten atomaren Störfällen.

Tschernobyl - 1986 - Super-GAU

Tschernobyl

Tschernobyl - 1986

Super-GAU

Der Super-GAU im Kernkraftwerk von Tschernobyl ist der bislang folgenschwerste Unfall in der Geschichte der Atomenergie. In den als kontaminiert geltenden Gebiet lebten 7 Millionen Menschen, 400'000 davon in stark verstrahlten Zonen. Fast zwei Millionen Russen, Weissrussen und Ukrainer wurden evakuiert, umgesiedelt oder haben das verstrahlte Gebiet aus eigenen Stücken verlassen. Die Menschen, die geblieben sind, leiden noch heute an den Folgen der radioaktiven Strahlung. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation wurden in den ersten Tagen nach dem Unglück zwei Millionen Kinder mit radioaktivem Jod verstrahlt. Experten gehen davon aus, dass ein Drittel der Kinder, die damals weniger als vier Jahre alt waren, im Laufe ihres Lebens an Schilddrüsenkrebs erkranken werden. Nur 15% der Kinder der Region gelten heute als gesund. Bei Neugeborenen sind Missbildungsraten zudem deutlich höher als vor dem Unfall. Von den drei Millionen Menschen in der Ukraine, die radioaktiven Strahlen ausgesetzt sind und waren, sind gemäss der staatlichen Agentur Interinform inzwischen 84% krank. Unter den Krankheiten dominieren Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems, der Drüsen, der Atemwege und der Verdauungsorgane. Auch geistige und psychosomatische Krankheiten haben deutlich zugenommen. Die 30-Kilometer-Zone rund um den explodierten Reaktor ist bis heute Sperrgebiet, die radioaktive Wolke zog 1986 bis nach Europa. Selbst im Tessin waren 20 Jahre nach Tschernobyl noch erhöhte Werte von Cäsium 137 in Pilzen und Wildfleisch nachweisbar.

Majak - bis heute - Tickende Zeitbombe

Majak

Majak - bis heute

Tickende Zeitbombe

Von einer der größten Atomkatastrophen der Geschichte erfuhr die Welt erst Jahrzehnte später: Im September 1957 explodierte in der russischen Atomanlage Majak ein riesiger Betontank mit hochradioaktiven Abfällen. 13000 Menschen mussten umgesiedelt werden. Bis heute ist dort ein 300 Kilometer langer und bis zu 40 Kilometer breiter Landstreifen verstrahlt. Erst 2006 beschloss die russische Atomenergiebehörde Rosatom die Umsiedlung weiterer 7'500 Menschen.
Noch heute lagern Russlands Atomabfälle in Majak, noch heute wird daraus der Atombombenstoff Plutonium produziert. Die dabei anfallenden radioaktiven Abwässer gelangen über ein System von offenen Abswasserbecken und ehemaligen Seen in die Tetscha, einen Fluss am Osthang des Urals. Weite Gebiete sind gesperrt, die Bevölkerung entlang der Tetscha lebt mit erhöhten Krebsraten, genetischen Schädigungen und einer Vielzahl anderer schwerer Krankheiten. Weil die Becken und Seen nur notdürftig gesichert sind, können externe Einflüsse wie Unwetter zu Dammbrüchen und damit weiteren Katastrophen führen. Majak bleibt eine Zeitbombe. Die Atomanlage liefert auch an die Schweizer Atomkraftwerke Beznau und Gösgen wiederaufgearbeitete Brennstoffe.

(nicht registriert) crazy-toni sagt:

salli leo

Geposted 25. Februar, 2013 am 11:03 Missbrauch Reply

(nicht registriert) unicorn sagt:

ihr sin so idiote

Geposted 25. Februar, 2013 am 10:53 Missbrauch Reply

(nicht registriert) Maulwurf sagt:

Hallo Hans maulwurf mein Name
Ich bin ein kleiner wicht und esse gerne schokoladenkuchen mit maulwurfweibchenmilchrahm

Geposted 25. Februar, 2013 am 10:03 Missbrauch Reply

(nicht registriert) Maulwurf sagt:

wer mit mir kontakt aufnehmen möchte meldet sich bitte auf coole.Kerle.org
Ich freu mich auf euch :P

Geposted 25. Februar, 2013 am 10:00 Missbrauch Reply

(nicht registriert) Maulwurf sagt:

Halloich bin hans...
Ich esse gerne maulwürfer
Und ich bin ein kleiner kerl

Geposted 25. Februar, 2013 am 9:56 Missbrauch Reply

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