Das russische Parlament könnte heute Nachmittag die Anklage gegen die Arctic 30 aufheben. Die Duma billigte am Dienstag eine von Präsident Wladimir Putin eingebrachte Amnestie. Die Abstimmung über die Erteilung der Amnestie ist nur noch ein formeller Akt.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Arctic 30 Activists in St. Petersburg © Dmitri Sharomov / Greenpeace

 

Wir sind erleichtert, aber die Neuigkeiten sind für uns noch kein Grund zum Feiern. Die Arctic 30 sassen zwei Monate im Gefängnis für etwas, dass sie nie begangen haben. Die Anklagen hätten nie erhoben werden dürfen.

Es könnte durchaus sein, dass die Arctic 30 wirklich demnächst frei kommen. Doch für die Arktis gibt es keine solche Amnestie. Die Arctic 30 können vielleicht wirklich bald nach Hause, doch die Arktis bleibt ein fragiles Ökosystem welches durch die Ölindustrie immer weiter unter Druck gerät. Ausserdem steht die Arktis gerade jetzt unter aktuer Gefahr, denn Gazprom hat angekündigt noch in diesem Monat mit den gefährlichen Ölbohrungen in der Arktis zu beginnen.

Einen Ölunfall in der Arktis kann man nicht aufräumen. Ausserdem ist es geradezu absurd, dass die Öl-Unternehmen nur in der Arktis bohren können, weil das Eis durch den Klimawandel, welchen sie mitverursacht haben, wegschmilzt. Die Arctic 30 haben friedlich gegen diese Ölbohrungen protestiert.

In diesem Moment sind unsere Gedanken auch bei unseren russischen Kollegen. Wenn sie die Amnestie akzeptieren, werden sie einen Strafeintrag in ihrem Land haben und wohl ein Leben lang mit schweren Konsequenzen leben müssen. Genauso wie alle anderen der Arctic 30 für etwas, dass sie nie getan haben.

Vor drei Monaten waren die Arctic 30 nach einer Protestaktion an der Gazprom-Plattform Prirazlomnaya in Russland festgesetzt und angeklagt worden. Ihnen droht jahrelange Haft. Über 2,5 Millionen Menschen weltweit haben mit Protestmails an russische Botschaften gegen die Anklage protestiert.