Am letzten Samstag hat die Axpo in einer Pressemitteilung erklärt, bis auf weiteres auf Uranlieferungen aus der problematischen russischen Wiederaufarbeitungsanlage Mayak verzichten zu wollen. Axpo begründete diesen Entscheid mit der fehlenden Transparenz bezüglich der dort herrschenden Produktionsbedingungen. Gleichzeitig kündigte sie an, sie werde weiterhin Uran aus Seversk, einer anderen russischen Atomanlage, beziehen. Die Sendung Rundschau vom Schweizer Fernsehen hatte im letzten September aufgedeckt, dass auch der Betrieb von Seversk vergleichbar problematisch ist.

Greenpeace hat in den letzten Monaten wiederholt Berichte und Ungereimtheiten publik gemacht, welche die Umweltverträglichkeit der Uranproduktion in Mayak und Seversk in Frage stellen. Heute morgen nun hat die Axpo die Ergebnisse ihrer Nachforschungen einer Greenpeace-Delegation vorgestellt, die in einem 12-seitigen Factsheet zusammengefasst sind.

Greenpeace hatte die Axpo mit den Ergebnissen der eigenen Recherchen konfrontiert und sie nach Erklärungen gefragt. Insgesamt wurden der Axpo rund 35 Fragen zur Transparenz der Produktionskette, zum Anlagenbetrieb und zu den Umweltauswirkungen schriftlich zugestellt. Diese Fragen werden im nun publizierten Factsheet der Axpo nur ansatzweise beantwortet.

Greenpeace wird in den nächsten Tagen die vorliegenden Erkenntnisse eingehender prüfen und in den kommenden Tagen in einem ausführlicheren Kommentar würdigen. Eine erste Durchsicht zeigt allerdings, dass die Vorstellungen über Sicherheit, Sauberkeit und Nachhaltigkeit in der nuklearen Produktionskette zwischen Axpo und Greenpeace nach wie vor weit auseinandergehen. Das betrifft in erster Linie den Umgang mit den radioaktiven Abfällen, zu welchen die Axpo mit der Verarbeitung des Wiederaufarbeitungsurans, das aus den Schweizer AKW stammt, einen unrühmlichen Beitrag leistet.

© Denis Sinyakov / Greenpeace. Eine verlassene Fabrik in Mayak