Donnerstag, 19. April 2012

© Greenpeace / Ueli Hauswirth

Haben Sie gewusst, dass gegenwärtig jeden Tag 800 Tonnen von vor allem brasilianischem Soja in die Schweiz kommt? Daraus werden nicht Tofu oder Sojadrinks gemacht. All das Soja - übrigens alleine in den letzten zwei Jahren wuchs der Sojaberg um ganze 21% - landet nämlich in Futtertrögen von Mastschweinen und -Hühnern, Legehennen und Kühen!

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Kühe fressen doch Gras?

Weit gefehlt! Zwar fressen Schweizer Kühe noch immer eine beachtliche Menge Grünzeugs, aber auch immer mehr Kraftfutter. Darunter Soja. Eine Schweizer Milchkuh liefert bis zu 10'000 Liter Milch. Ohne Power-Futter geht das bei einem Hochleistungstier nicht. Da muss energie- und eiweissreiches Futter her. Neben der ethischen Frage, ob einem Tier soviel Spitzenleistung zugemutet werden darf, stellt sich auch die Frage des Nutzens.

Profitieren von dieser Hochleistungsmilchproduktion tut nämlich ausser Grossproduzenten, Importeueren und Exporteuren kaum jemand: es gibt zuviel Milch auf dem Markt. Tiefste Milchpreise für Bauern, die existenzgefährdend sein können und Umweltschäden, die schlicht nicht tragbar sind, sind die Folge. Erst vor einer Woche hat das brasilianische Parlament auf Druck der Agro-Industrie (sprich, auch Sojaindustrie!) einem strengen Waldschutzgesetz eine Absage erteilt. Wenn so umgesetzt, sind weitere Rodungen im Amazonas zu erwarten.

Mittwoch, 2. Mai 2012

© Greenpeace

Auch in der Schweiz hat der Einsatz von immer mehr Kraftfutter negative Auswirkungen auf die Umwelt: eine nicht an unsere natürlichen Ressourcen angepasste Milchproduktion erlaubt eine zu hohe Tierdichte. Und diese ist verantwortlich für umweltschädliche Ammoniakemissionen, Phosphor- und Nitrateinträge in Umwelt. Die Schweiz hat europaweit die dritthöchsten Ammoniakemissionen, wovon das Rindvieh 80 Prozent  verursacht. Überschüssige Ammoniakablagerungen, die über die Luft in Moore, Wälder oder artenreiches Grünland gelangen, führen zu weiteren Artenverlusten. Nitrat- oder Phosphoreinträge beeinträchtigen die Wasserqualität.

Milch ist Hauptproduktionszweig der Schweizer Landwirtschaft und wichtigstes Image-Produkt. «Qualität» und «Swissness» ist in aller Munde. Mit einer zunehmend umweltschädlichen Intensivproduktion kann der Qualitätsanspruch künftig aber schlecht erfüllt werden.

Gerade im vor- und alpinen Raum hat die Schweiz viel erstklassiges Grünland, das nur begrenzt ackerbaulich genutzt werden kann. Eine primär an diese wertvollen Ressourcen angepasste möglichst kraftfutterfreie Milch- und Rindfleischproduktion dient allen:

graslandbasierte Produktionsssysteme können sich für Landwirte genauso rentieren wie intensive Produktion. KonsumentInnen profitieren  von qualitativ hochstehenderen Produkten und nicht zuletzt wird die Umwelt weniger belastet.

Die Ausdehnung der gegenwärtig tierischen Überproduktion muss gestoppt werden:

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