Mittwoch, 24. April 2013

Basel, 23. April 2013. An der heutigen Generalversammlung von Syngenta prangert Francesco Panella, Präsident der italienischen Imkervereinigung UNAAPI und Sprecher der European Beekeeping Coordination, den weltweit führenden Pestizidkonzern wegen seinem M

Sechs Tage vor der EU-Abstimmung über ein Verbot von Bienenkiller-Pestiziden hat Greenpeace heute zusammen mit Imkerinnen und Imkern die jährliche Generalversammlung des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta besucht.

Francesco Panella, Präsident der italienischen Imkervereinigung UNAAPI und Sprecher der European Beekeeping Coordination, prangert in seiner Rede den weltweit führenden Pestizidkonzern wegen seinem Milliardengeschäft mit dem Bienenkiller-Pestizid Thiamethoxam an. Er und Greenpeace fordern die EU- und Schweizer Politik auf, Thiamethoxam sofort zu verbieten.

Verschiedene Ursachen sind bekannt: Neben Parasiten und Krankheiten, Klimawandel und einem Rückgang natürlicher Lebensräume sind Pestizide für das verheerende Bienensterben mitverantwortlich. Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Marianne Künzle richtete ebenfalls das Wort an das Management und die Aktionärinnen und Akionäre von Syngenta: «Eine wichtige und sofort umsetzbare Massnahme zum Schutz der Bienen ist ein Verbot der bienenschädlichsten Pestizide. Diese für Bienen unzumutbare Gefahr muss sofort gebannt werden.» Sie sagte weiter: «Das Bienensterben ist multifaktoriell. Und so muss es auch angegangen werden. Aus reiner Profitgier einen Faktor trotz wissenschaftlich eindeutiger Faktenlage nicht zu berücksichtigen ist grobfahrlässig. Nichts weniger als die Vielfalt der globalen Nahrungsvielfalt steht auf dem Spiel!» Greenpeace fordert das Syngenta-Management zudem auf, sein aggressives Lobbying gegen den Schutz der Bienen zu stoppen.

Unterstützung kriegten Panella und Künzle von Imkerinnen und Imker sowie Umwelt-Aktivistinnen und -Aktivisten: Diese machten vor der St. Jakobshalle darauf aufmerksam, dass die Bienenkiller-Pestizide von Syngenta die Bienen und andere Bestäubertiere töten.

Umfassende Studien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie eine Mitte April veröffentlichte Greenpeace-Studie belegen neben akuten Vergiftungserscheinungen, dass schon eine geringe Dosis bei Bienen zu Flug- und Navigationsproblemen führt, die Fortpflanzungsfähigkeit und die Fähigkeit für eine effiziente Nahrungssuche reduziert sowie Bienenvölker krankheits- oder parasitenanfälliger machen kann. Weltweit sterben Bienen in besorgniserregendem Ausmass. Je nach Jahr und Region beträgt die Sterblichkeit der Bienenvölker bis zu 53 Prozent.

Greenpeace nimmt das nicht hin und schreitet aktiv gegen das Bienensterben ein. Über 80'000 Menschen unterstützen uns dabei.