Greenpeace F… you! Gerade waehlerisch sind sie nicht in ihrer Wortwahl, unsere Gegenpartei.Greenpeace F… you! Unsere Gegenpartei scheint besonders wortgewandt

Hallo Leute!

Endlich bin ich im Forest Defender Camp in Riau angekommen. Während die Rainbow Warrior gerade ein Palmöltanker im Hafen von Dumai blockiert und Krisensitzungen in der Regierung auslöst, harren im Torfwald von Riau ein Dutzend Aktivisten im Camp am Rande einer Palmölkonzession aus. Die Situation ist offensichtlich angespannt: Am Montag hat die Gegenpartei eine Demo beim Greenpeace-Haus in Rengat, dem Distrikthauptort, organisiert. Die Demonstranten haben das Greenpeace-Haus mit selbstgemalten Plakaten verziert, die allerdings Greenpeace nicht wohlgesonnene Sprüche trugen.

Anti-Greenpeace-Plakate Die Palmölindustrie stellt Greenpeace mit dem Zionismus, mit dem US-Imperialismus, mit Dracula und mit ausländischen Kolonialmächten gleich – und beweist, dass sie mächtig viel Fantasie hat, wenn es darum geht, Leute gegen Greenpeace zu hetzen. Als Aktivisten die Plakate runternehmen wollten, wurden sie von bewaffneten Leuten daran gehindert, deshalb hängen die Plakate immer noch.

Das Sicherheitsdispositiv ist jetzt auf der zweiten Stufe, die lokalen und regionalen Verbündeten werden momentan mobilisiert, um die Eskalations- und Einschüchterungsstrategie der Palmölindustrie zu durchkreuzen.

Doch weiter geht’s: eine holprige Fahrt im Jeep bringt mich 20 Kilometer weiter ins Dorf Kuala Cinaku. Es ist schon Dämmerung, ein Holzboot mit Dieselmotor wartet schon auf mich und einen Fotografen aus Jakarta. Wir fahren nur kurz auf dem Fluss Indugiri Hulu und biegen in einen kleinen Nebenfluss ein, den Cenaku-Fluss. Schnell lassen wir die letzten Behausungen hinter uns. Mit jeder Flussbiegung erscheint mir der Geruch des Waldes intensiver zu werden. Ueber uns der Mond, dann die schwarzen Silhouetten des Waldes am Ufer. Da leuchtet etwas in einigen Bäumen. Wie blinkendes Lametta am Weihnachtsbaum. Es sind Leuchtkäfer, die grün blinken. Ich lasse dieses Naturwunder auf mich wirken, fühle mich zurückversetzt in eine andere unschuldige Epoche, in der es keine Zerstörung und Gewalt am Wald gab. Wie gerne würde ich diesen Augenblick mit meiner Tochter Victoria teilen. Ich weiss, sie würde ihn geniessen. Doch leider ist sie in der Schweiz und momentan unerreichbar... Mit diesen Gedanken komme ich ins Forest Defender Camp.