Die gestern veröffentlichte Studie “Energy [R]Evolution Report“ zeigt, wie bereits bis 2020 eine halbe Million neue Arbeitsplätze im Bereich der Energieversorgung entstehen könnten. Sie wurde von Greenpeace und dem “European Renewable Energy Council (EREC)“ beauftragt und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgearbeitet. 

Dafür bräuchte es aber für 2030 ein ambitioniertes Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien. Zusätzlich würde dieses Etappenziel zu niedrigeren Treibhausgasemissionen und Energiekosten führen. Die Experten sind sich einig, dass ein grundsätzlicher Wandel in der Energienutzung und -erzeugung sofort beginnen und in den nächsten zehn Jahren in vollem Gange sein muss, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern. Die enorme Herausforderung fordert eine vollständige Umstellung der Energieproduktion, -nutzung und -verteilung, wenn das Wirtschaftswachstum beibehalten werden soll. Die fünf grundlegenden Prinzipien hinter dem “Energy (R)Evolution Report“ sind:

  • nachhaltige Lösungen ausarbeiten, vor allem durch dezentralisierte Energiesysteme und den Netzausbau
  • natürliche Grenzen der Umwelt respektieren
  • schmutzige, untragbare Energiequellen auslaufen lassen
  • grössere Gerechtigkeit im Verbrauch der Ressourcen erreichen
  • Wirtschaftswachstum von der Nutzung fossiler Brennstoffe entkoppeln

Ein verbindliches Ziel bis 2030

Greenpeace und EREC fordern ein verbindliches Ziel für 2030 mit einem Anteil von 45 Prozent an erneuerbaren Energien. Sie wollen außerdem einen raschen Ausstieg aus den Subventionen für Atomenergie und fossile Brennstoffe sehen. Nach dem Energy [R]evolution Report werden die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien zweifach durch die Kraftstoffeinsparungen zwischen 2011 und 2050 ausgeglichen. Es besteht das Bedürfnis nach politischer Klarheit und einem eindeutigen Ziel. Nur so wird bei Unternehmen und Forschungseinrichtungen das notwendige Interesse geweckt, um den rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren fortzusetzen, so Josche Muth, EREC Generalsekretär.

Die Schweiz im Abseits

Mit der bisherigen Förderpolitik hat sich die Schweiz ins Abseits manövriert: Bei der Produktion von Solar- und Windenergie liegt die Schweiz auf dem letzten Platz im Vergleich zu den umliegenden Ländern! Greenpeace Schweiz fordert den Bundesrat und das Parlament auf, das Tempo stark zu erhöhen. Konkret müssen die Ausbaupläne für die Photovoltaik stark nach oben korrigiert und die unsinnige Kontingentierungslogik aufgegeben werden. Um mit Europa Schritt zu halten, braucht die Schweiz eine Kostendeckende Einspeisevergütung KEV ohne Deckel und Kontingente. Wenn doch eine Kostenkontrolle eingeführt werden soll, dann kann die maximale Umlage auf den Strompreis vorläufig auf 2 Rp./kWh begrenzt werden. Auf jeden Fall wird es nicht zu einer Kostenexplosion wie in Deutschland kommen: Die Schweiz profitiert von der deutschen Pionierleistung. In der Schweiz liegen die Kosten der Photovoltaik heute nur bei einem Viertel wie zu Beginn der Förderung in Deutschland.