Ken: “Kein Kommentar” zu Wiederversöhnungsgerüchten.

Wenn eine Beziehung in die Brüche geht, tut das weh – das wissen wir alle. Ganz besonders wenn dem Zerwürfnis ein schmähliches Geheimnis zugrunde liegt wie bei Ken und Barbie im Juni: Ihr Hersteller Mattel bezog das Verpackungsmaterial für Barbie bei der Firma Asia Pulp & Paper (APP), einer Zellstoff- und Papierfirma, die berüchtigt ist, weil sie in Indonesien Regenwald und damit auch den Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Sumatra-Tigers zerstört. Kein Wunder, dass Ken ausser sich war!

Doch das Drama, das daraufhin seinen Lauf nahm, hatte auch sein Gutes – das schockierende Interview von Ken, die öffentliche Twitter-Fehde des zerstrittenen Paares, die geschmacklosen Fotos von Barbie mit der Motorsäge, die über 500’000 E-Mails, die ihr an Mattel geschickt habt. Die ganze Welt weiss nun, dass indonesische Regenwälder noch immer der Herstellung von Zellstoff und Papierprodukten geopfert werden, und das hat gewisse Akteure zum Handeln gezwungen.

Das hatten ihnen die empörten Reaktionen von Menschen aus aller Welt gezeigt, als bekannt wurde, dass Barbie sozusagen in zerstörte Wälder eingepackt ist. Jetzt hat Mattel den Streit seines bekanntesten Paares gegenstandslos gemacht und die Waldzerstörung aufgegeben.  Die Firma sah ein, dass Spielzeugverpackungen nicht auf Kosten von Regenwäldern und gefährdeten Tieren gehen dürfen.

Eine derartige Kurskorrektur bei Mattel, dem weltgrössten Spielzeughersteller, ist auch eine deutliche Warnung an andere Firmen, dass sich Waldzerstörung nicht mit dem Image eines verantwortungsbewussten Unternehmens vereinbaren lässt. Mattel hat sich verpflichtet, alle Zulieferer anzuweisen, den Bezug von Holzfasern aus umstrittenen Quellen, «einschliesslich von Firmen, die für Waldzerstörung bekannt sind», zu unterlassen. Die neuen Richtlinien fördern auch die Anwendung von Recyclingpapier und geben Holzprodukten den Vorzug, die vom Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert sind.

Nachdem ihr nun wisst, dass Mattel und Barbie künftig auf Waldzerstörung verzichten wollen, fragt ihr euch sicher bloss noch eines: Werden Barbie und Ken nun wieder ein Paar? Wir wollen nicht spekulieren, doch wir haben festgestellt, dass die Feindseligkeiten zwischen den Ex-Partnern eingestellt wurden.

So kam es zum dramatischen Bruch zwischen Ken und Barbie: Die ganze Story

Das schmerzhafte Auseinandergehen der beiden war ein unvermeidlicher erster Schritt zu einer besseren Zukunft war. Es hat dazu geführt, dass Firmen wie APP, deren Geschäft auf der Zerstörung von Regenwäldern beruht, inzwischen von ehemaligen Abnehmern wie Mattel, Nestlé, Carrefour und Unilever gemieden werden. Diese Firmen haben sich verpflichtet, Waldzerstörung aus ihren Lieferketten und Produkten zu entfernen.

Was bedeutet Mattels Engagement für die Regenwälder und den Lebensraum der Sumatra-Tiger? APP verliert einen wichtigen Kunden und bezahlt damit einen hohen Preis für seine regenwaldzerstörende Geschäftspolitik. Die Leute wollen nun mal keine Produkte, die mit Waldzerstörung verbunden sind. APP muss sich mit dieser Tatsache abfinden und sich entsprechend anpassen. Die Schwesterfirma von APP, der Palmöllieferant Golden Agri Resources, hat schon gezeigt, dass dies möglich ist und sich verpflichtet, der Waldzerstörung Einhalt zu gebieten.

APP ist noch nicht so weit. Wir haben über die tragischen Folgen und die hohen Kosten der Handlungsweise von APP berichtet, als an der Grenze einer APP-Konzession ein Sumatra-Tiger in einer Falle ums Leben kam. In den letzten zwei Wochen hat die Tiger-Tour von Greenpeace die anhaltende Waldzerstörung durch APP dokumentiert.

Unsere Aktivistinnen haben die anhaltenden Versuche von APP, sich ein grünes Image zu verpassen und als einfühlsame, umweltverantwortliche Firma aufzutreten, entlarvt. Solange APP bloss PR betreibt, um die Wahrheit zu vertuschen, statt ihre Geschäftspraktiken zu verändern, werden wir dranbleiben und zeigen, was APP wirklich tut. Und wir wissen, dass ihr uns dorthin begleiten werdet. Eure Unterstützung ist wichtig, damit die Welt das Schicksal der indonesischen Regenwälder und ihrer Bewohner nicht vergisst. Herzlichen Dank.