Trotz EU-Stresstests und nationalen Aktionsplänen wurde die Sicherheit in den europäischen Atomkraftwerken nicht verbessert. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie, die von zwei unabhängigen Physikerinnen im Auftrag von Greenpeace verfasst wurde.

Grosse Fragezeichen bei der Sicherheit der europäischen AKWs 

Laut Oda Becker und Patricia Lorenz wurden bislang wichtige Nachbesserungen nur langsam und zögerlich umgesetzt. Dazu kommt, dass die Alterung der Anlagen jegliche Verbesserung wieder konterkariert. „Der EU-Stresstest hat somit die Aufsichtsbehörden und die Betreiber eher verblendet als in die Pflicht genommen“, sagt Greenpeace-Atomexperte Florian Kasser. „Der Bevölkerung wurde Stand in die Augen gestreut, denn trotz Stresstest hat sich das Unfallrisiko keinerlei reduziert.“ 

In der Studie werden ein bis drei AKW pro Land exemplarisch untersucht. Diese Analyse zeigt, dass mindestens fünf Anlagen bei einem Unfall verheerende Auswirkungen auf die Schweiz haben könnten: neben Mühleberg,  Fessenheim, Gravelines und Cattenom in Frankreich,  sowie Gundremmingen in Deutschland. Das AKW Beznau wurde in der Studie nicht untersucht, birgt aber alters- und konstruktionsbedingt ein ähnliches Gefahrenpotential.

Mit Blick auf Mühleberg sind die beiden Autorinnen überzeugt, dass ein sofortiges Abschalten unbedingt notwendig ist: „Das Risiko eines Erdbebens, strukturelle Mängel und das Alter (41 Jahre) sind klare Gründe, weshalb eine unbefristete Laufzeit gefährlich und ungerechtfertigt ist“, schreiben sie in ihrem Bericht.

Greenpeace Schweiz fühlt sich von dieser Studie erneut bestätigt und fordert die sofortige Abschaltung der Altreaktoren Beznau und Mühleberg sowie eine Beschränkung der Laufzeit auf 40 Jahren für Gösgen und Leibstadt. Unterschreiben deshalb auch Sie unsere Petition, die die Laufzeit der Schweizer AKWs auf 40 Jahren beschränken will!