Mittwoch, 16. Januar 2013

© Greenpeace / Pieter Boer

Bestimmte Pflanzenschutzmittel stellen ein Risiko für Bienen dar. Das teilte die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) mit, nachdem sie drei Substanzen aus der Klasse der so genannten Neonicotinoide untersucht hatte. Diese werden von den Unternehmen Bayer (Deutschland) und Syngenta (Schweiz) hergestellt.

Aufgrund fehlender Daten konnte die Efsa allerdings noch nicht alle ihre Analysen abschliessen. Ein Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg sprach dennoch von «ziemlich beunruhigenden Schlussfolgerungen».

Mit den untersuchten Neonicotinoiden wird das Saatgut gebeizt. Dadurch ist es in der späteren Pflanze enthalten. Dies soll Schädlinge abhalten und den Einsatz von Spritzmitteln reduzieren. Neonicotinoide sind Nervengifte. Sie werden in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt und gelten als hochwirksame Insektizide. Erst im Dezember hatte das EU-Parlament in einem Report auf Studien hingewiesen, die ebenfalls belegen, dass Neonicotinoide sehr giftig für Honigbienen sind. Schon eine geringe Dosierung könne bei Bienen zu Flug- und Navigationsproblemen führen, die Fortpflanzungsfähigkeit sowie die Fähigkeit der Nahrungssuche reduzieren.

Bienen spielen eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung vieler Pflanzen. Wenn sie als Bestäuber ausfallen, schadet dies nicht nur der Umwelt, sondern auch der Nahrungsmittelproduktion.

Greenpeace fordert in der Schweiz einen sofortigen Einsatzstopp von bienengefährlichen Pestiziden. Insbesondere die Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid, Thiametoxam und Fipronil sind vom Markt zu nehmen. In Frankreich, Slowenien oder Italien sind diese Mittel teilweise verboten. Es braucht ein transparenteres, unabhängiges und erweitertes Zulassungsverfahren für Chemikalien. Zudem ist eine klar definierte nationale Strategie zur Reduktion des Einsatzes von Pestiziden notwendig sowie eine konsequente Förderung des biologischen Anbaus (Direktzahlungen, Forschung/Bildung, Biodiversitätsförderung) und einer optimierten integrierten Produktion (vermehrter Verzicht auf Chemikalien, Biodiversitätsförderung).

>> Unterzeichnen Sie die Petition zum Schutz der Bienen!