Bildquelle: ewb.ch Mit dem irreführenden Inserat „Mühleberg statt CO2-Dreckschleuder!“ welches wiederholt in Printmedien im Kanton Bern publiziert wurde, möchte das Komitee „Ja zu Mühleberg“ den Bernerinnen und Bernern suggerieren, dass es die „klimafreundliche Kernenergie“ brauche und dies die bessere Lösung sei als das im Bau befindliche „Gaskraftwerk“ Forsthaus West. Die Atomkraftwerks-Befürworter argumentieren mit zusätzlichen 100'000 Tonnen CO2 pro Jahr durch den Bau des Kraftwerks.

Auch die BKW benutzt dieses Argument und schreibt in ihrer „Informationszeitung“, dass die Stadt Bern „einen grossen Teil der Kernenergie durch ein Gaskraftwerk ersetzen“ muss.

Gemeint ist das Kombikraftwerk in der neuen Kehrichtverbrennungsanlage Forsthaus von EnergieWasserBern (EWB), wo auch Gas verbrannt werden wird. Es handelt sich um einen Anlageverbund aus Kehrichtverbrennungsanlage, Holzschnitzelverbrennung und GasKOMBIkraftwerk.

Tatsache ist jedoch, dass Forsthaus West in der Gesamtbilanz zu einer CO2 Reduktion führen wird. Denn ineffiziente Ölheizungen werden in Zukunft durch Fernwärme aus diesem Anlageverbund ersetzt, der gleichzeitig Wärme und Strom produziert und Abfall vernichtet. Unter dem Strich resultiert eine CO2-Einsparung.

Neben der Desinformation zum Kombikraftwerk, wo eine Zunahme an CO2-Emissionen suggeriert wird, argumentieren die AKW-Befürworter immer wieder mit „CO2-freiem Strom“ von Atomkraftwerken, wie z.B. in der „Informationszeitung“ der BKW. Diesen „CO2-freien Strom“ gibt es nicht, denn AKWs – wie auch andere Kraftwerkstypen – kommen nicht ohne CO2-intensive Rohstoffe wie Beton und Stahl aus. Und durch Uranabbau und -aufbereitung finden auch CO2-Emissionen statt – und durch schwindende Uranressourcen zukünftig immer grössere.

EWB reagierte nun in einem Artikel in der Berner Zeitung auf das irreführende Inserat des oben genannten Komitees und bestätigt, dass die Fakten wissentlich verzerrt werden. Trotz Intervention sei das Inserat wiederholt publiziert worden. EWB und die Stadt Bern werden sich jedoch erst nach der Mühleberg-Abstimmung dazu äussern und die Fakten richtig stellen, um nicht in der heissen Phase des Abstimmungskampfes einzugreifen.