Das Ausstellungsgebäude kurz vor der VollendungHeute herrscht Krisenstimmung! Als ich heute morgen etwas verschlafen ins Büro komme, teilt mir Freiwilligenkoordinator Didit mit, dass das Ausstellungshaus im MONAS-Park, das Kernstück unseres Events, in der Nacht von «Sicherheitskräften» zerstört wurde. Mir bleibt die Spucke weg. Wir haben doch eine Bewilligung! Aber die Bilder auf dem Compi lügen nicht.

Fast alle Mitglieder des Organisationsteams waren anwesend, als diese «Sicherheitskräfte» das Bambushaus zerstörten, das kurz vor der Vollendung stand. Die Handwerker, die stolz auf ihr Werk waren, sind schockiert. Einige Mitglieder des Organisationsteams haben feuchte Augen. Reste unseres Ausstellungsgebäude in MONAS, JakartaDie Erklärung: Es sei verboten, eine Installation auf dem Rasen zu bauen. Dabei war der Bau doch bewilligt. Yoss und Didit haben die vorausgehende Diskussion mit den Uniformierten auf Tonband aufgenommen und die beteiligten Personen identifiziert.

Nun warten wir auf Arif, den Political Advisor von Greenpeace Indonesia. Wir versammeln uns schliesslich, zusammen mit zwei Campaignern, Yaya und Bustar, sowie dem Medienverantwortlichen Chris Nusatya. Es werden drei Szenarien entworfen:

  1. Der Bürgermeister von Jakarta und der Gouverneur der Region übernehmen für den Missbrauch ihrer Untergebenen die Verantwortung und bezahlen den Schaden. In dem Fall machen wir kein grosses Aufheben und lassen es dabei bewenden.
  2. Niemand will die Verantwortung übernehmen. Wir alarmieren die Presse und prangern die indonesischen Behörden an, auf diese Weise mit jungen Indonesiern umzugehen, die sich für Indonesiens Wälder einsetzen.
  3. The Show must go on. – Wir bauen ein alternatives Ausstellungsgebäude in zwei Tagen und machen wie geplant die Eröffnung. Dafür braucht es aber Rupiahs, respektive zusätzliche 3000 Euros...
Ziemlich schnell entscheiden wir uns für Szenario 3, wir bauen weiter. Das Geld wird uns seitens der Kampagnenleitung garantiert. 1000 Euro werden noch gleichentags gesprochen, der Rest wird bis Montag aufgetrieben. Nach einem Gespräch zwischen einer Greenpeace-Delegation und den Sicherheitsbehörden wird entschieden, die Sache publik zu machen, vorerst aber nur in Bali, um Indonesiens Regierung zu blamieren. Wenn wir vorher loslegen, könnte dies die Anlegebewilligungen der Rainbow Warrior in Jakarta und Bali gefährden.

Das Gute an der üblen Geschichte: Es hat das Team zusammen geschweisst und die Zusammenarbeit zwischen Greenpeace Indonesien und den Campaignern anderer Länder gefördert. Es könnte also sein, dass diese Gemeinheit der Behörden sich sehr positiv auf die Einbindung dieses Events bei Greenpeace Indonesien auswirkt - und damit auch insgesamt auf die Jugendaktivitäten und –projekte bei Greenpeace Indonesien. Und eben deswegen bin ich ja da: Um den Aufbau der Jugendprojekte zu begleiten und zu fördern. Dass uns dabei randalierende Sicherheitskräfte zu Hilfe kommen würden, konnte ich allerdings nicht ahnen...

Heute habe ich Euch speziell schöne Wünsche mitzugeben: Mimpilah yang indah! Wer herausfindet, was DAS bedeutet, darf ES tun!

Christian