Ich bin zurück in Kinshasa nach einem spannenden, lehrreichen und frustrierenden Feldtrip in der Provinz Bandundu – eine der grossen Wald-Provinzen mit zahlreichen Forstkonzessionen. Greenpeace wurde von der Provinzbehörde zu einem Inspektionstrip zu Konzessionen der Firma Sodefor eingeladen – da bei Sodefor massive Misstände vorherrschen: Konflikte mit der lokalen Bevölkerung, schlechte Arbeitsbedingungen, Nichteinhalten der Fällvorschriften und vorgegeschriebenen Stammdurchmessern, Zusammenarbeit mit illegalen Holzfällern – das sind nur ein paar der Vorwürfe.

Leider sind wir nicht bis zu den Konzessionen gelangt, die wir über den Wasserweg per Piroge (eine Art Holzkanu) mit zwei Inspektoren der Umweltbehörde hätten erreichen sollen. Am Abend vor unserer Abfahrt aus dem Provinzhauptort Bandundu hat der Gouverneur als oberste Instanz der Provinz plötzlich die Verfügung kommuniziert, dass  Greenpeace ein Betreten des Ausgangsortes zu den Forstkonzessionen nicht gestattet ist.

Diese kleine Geschichte zeigt einiges auf: die Firmen beherrschen dank Geld und Beziehungen die Umgebung ihrer Konzessionen. Das gleiche ist vor 2 Monaten in einer anderen Provinz mit der Firma Siforco passiert – wo eine Greenpeace-Delegation  in einem Ort festgehalten wurde, indem wiederum der Gouverneur ein Verbot erliess und das Militär alle Stadt-Ausgänge während drei Tagen blockierte. Naja – ist jedenfalls nicht die richtige Strategie, um die Arbeit von Greenpeace zu stoppen. Im Gegenteil: solches Verhalten stachelt umso mehr an – gegen diese Missstände anzugehen.