Sonntag, 7. April 2013

© Christian Åslund / Greenpeace

16 Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace haben auf Skiern und mit Schlitten ihre Expedition zum Nordpol gestartet. Sie sind seit gestern auf dem Weg, um rund 2,7 Millionen Unterschriften an den Pol zu bringen und dort in einer Zeitkapsel auf den Meeresgrund abzusenken. Es sind die Namen von Menschen aus der ganzen Welt, die sich in den vergangenen Monaten für den Schutz der Arktis ausgesprochen haben.

Die Expeditionsteilnehmer haben eine etwa siebentägige, beschwerliche und entbehrungsreiche Reise auf Skiern vor sich. Jedes Mitglied zieht täglich stundenlang einen Schlitten mit Ausrüstung hinter sich her durch eine der wildesten und unberechenbarsten Landschaften unseres Planeten. Die mikroskopisch klein eingravierten Namen der Arktisschützerinnen und Arktisschützer aus der ganzen Welt befinden sich in einer etwa 30 Zentimeter grossen Kapsel aus Glas und Titan.

Vier der Expeditionsteilnehmer sind besonders vom Klimawandel betroffen. Darunter der 30-jährige Renny von der Inselgruppe der Seychellen, die durch den steigenden Meeresspiegel bedroht sind. Es dürfte interessant sein zu beobachten, wie er mit Kälte, Eis und Wind klarkommt.

Shell stellt Arktis in den Fokus

Der Grund für die Expedition: Die Arktis ist durch Klimawandel und Ölkonzerne bedroht. Diese nutzen den Rückgang des Meereises, um in bisher für sie unerreichbare Regionen vorzudringen. In den vergangenen Monaten ist es dabei bereits zu zwei schweren Unfällen mit Bohrschiffen von Shell in der Arktis gekommen. «Das vergangene Jahr hat überdeutlich gezeigt, dass Ölkonzerne nicht in der Lage sind, die Herausforderungen in dieser unwirtlichen Region zu meistern», sagt Jörg Feddern, Ölexperte von Greenpeace. «Deshalb fordern wir ein Schutzgebiet in der hohen Arktis.»

Shell ist einer der ersten grossen internationalen Ölkonzerne, der die Ausbeutung der Arktis in seinen Fokus stellt. Insgesamt werden etwa 90 Milliarden Barrel Öl (1 Barrel = 159 Liter Öl) in der Arktis vermutet. Diese Menge reicht aus, um den derzeitigen weltweiten Ölverbrauch für etwa drei Jahre zu decken. Allein vor der Küste Alaskas vermuten Experten circa 20 Milliarden Barrel Öl.

Seit gut einem Jahr protestieren Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten weltweit mit zahlreichen Aktionen gegen die Arktispläne von Shell und dessen Schweizer CEO Peter Voser. Gleichzeitig ruft Greenpeace die Menschen weltweit auf, sich für den Arktisschutz und die Forderung nach einem Schutzgebiet in der Arktis einzusetzen und unter anderem US-Präsident Barack Obama aufzufordern, Ölbohrungen in der Arktis zu verbieten.