Montag, 2. Juli 2012

07/01/2012 © Bas Beentjes / Greenpeace

 

Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise ist von der norwegischen Insel Spitzbergen aus zu einer Expedition in die Arktis aufgebrochen. Die Fahrt ist Teil der Kampagne zum Schutz der bedrohten Arktisregion, die unter anderem von Weltstars wie Paul McCartney, Thom Yorke, Richard Branson, Penelope Cruz, Robert Redford, John Hurt, Emily Blunt und Pedro Almodovar unterstützt wird.

Die internationale Crew besteht aus Mitgliedern aller bewohnbarer Kontinente der Erde. An Bord sind Wissenschaftler der Universität Cambridge, Umweltaktivisten, Filmemacher, ein prominenter chinesischer Musiker und zwei Mitglieder der internationalen Pfadfinderorganisation Girl Guides. «Der arktische Ozean wird durch den Klimawandel, Ölbohrungen und ausbeuterische Fischerei bedroht. Es ist an der Zeit eine Linie ins Eis zu ziehen und klar zu machen: Bis hierhin und nicht weiter. Die zerstörerische Industrie ist mitverantwortlich für die rapiden Veränderungen in der Arktis. Ausgerechnet sie will nun vom Abtauen des Eises profitieren. Die Arktis braucht keine Industrie, sondern unseren Schutz», sagt Frida Bengtsson, Arktis-Expertin von Greenpeace Nordic.

Die Arktis gehört allen Menschen

Greenpeace protestiert für die Einrichtung eines internationalen Schutzgebiets in der unbewohnten Artkisregion um den Nordpol herum, der sogenannten hohen Arktis.

Wenn eine Million Menschen für den Schutz der Arktis unterschrieben haben, wird Greenpeace auf dem Meeresgrund des Nordpols, vier Kilometer unter dem Eis, eine unzerstörbare Zeitkapsel platzieren. Sie wird die Namen der ersten Million Arktisschützer weltweit enthalten - ein Mahnmal dafür, dass die Arktis allen Menschen gehört und nicht nur einigen Konzernen.

Die Stelle, an der die Kapsel versenkt wird, wird mit der Flagge der Zukunft markiert: Organisiert von Girl Guides soll die Flagge von Jugendlichen aus aller Welt in einem Wettbewerb entworfen werden. Als Vertreterinnen der internationalen Pfadfinderorganisation sind Miryam Justo aus Peru und Yvette Sena Blankson aus Ghana für eine Woche an Bord.

«Die Zukunft der Welt liegt in den Händen junger Menschen, besonders derer von Mädchen und jungen Frauen. Wir sind fest davon überzeugt, dass Mädchen und junge Frauen im Zentrum aller Programme und Entwicklungen stehen müssen, die die Zukunft unserer Umwelt sichern wollen», sagt Nadine El Achy, Vorsitzende der World Association of Girl Guides and Girl Scouts.

Um zu demonstrieren, dass die Arktis nicht nur den arktischen Staaten, sondern allen Menschen gehört, sind ausserdem der chinesische Popsänger Hu Haiquan sowie der populäre Kolumnist und Aktivist Fred Lam aus Hong Kong dabei.

Vermessung des Arktiseises

Ab am 9. Juli steht die Forschung im Mittelpunkt: Unter der Leitung von Peter Wadhams von der Universität Cambridge wird ein Wissenschaftlerteam zusammen mit Ingenieuren und Experten für 3D-Vermessungen zum ersten Mal die wahre Form des arktischen See-Eises erfassen. Mit einem automatischen Unterwasser-Fahrzeug (AUV) werden die Messungen an der Unterseite des Eises durchgeführt. Die Oberfläche des Eises wird mit einem Laserscanner erfasst. Die Wissenschaftler erstellen so ein 3D-Modell der gesamten Eisschollen.

Greenpeace startet die Schiffstour zur «Save the Arctic»-Kampagne zu diesem Zeitpunkt, weil der vom Schweizer CEO Peter Voser geführte Ölkonzern Shell in den nächsten Wochen an zwei Stellen in der Arktis bei Alaska nach Öl bohren will. Neben der Tour der Arctic Sunrise wird auch das Greenpeace-Schiff Esperanza an der Nordpazifikküste der USA entlangfahren, um die Aktivitäten des Konzerns zu überwachen.

Helfen Sie uns, das einmalige Ökosystem der Arktis zu bewahren!

Arktis-Petition