Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono traf am Freitag den Geschäftsführer von Greenpeace International, Kumi Naidoo, in Jakarta. Das Treffen fand an Bord des Greenpeace-Aktionsschiffes Rainbow Warrior III statt. Kumi Naidoo drückte seine Unterstützung für die bisherigen Bemühungen des Präsidenten um den Schutz der Biodiversität in Indonesien aus. Gleichzeitig wies er auch darauf hin, dass weitere Anstrengungen notwendig sind, um die verbleibenden Wälder zu schützen. Über die Hälfte der indonesischen Regenwälder, die für Klima und Artenvielfalt einen unschätzbaren Wert darstellen, sind bereits zerstört. Ein Grossteil der Wälder fiel der Anlage von Plantagen zur Palmöl- und Papier- bzw. Zellstoffproduktion zum Opfer. Das jetzige Treffen ist ein positives Signal des Präsidenten für die zukünftige politische Ausrichtung der Regierung, und eine Anerkennung für die Arbeit von Greenpeace vor Ort. Noch vor zweieinhalb Jahren erhielt die Rainbow Warrior II keine Erlaubnis zur Einreise in  indonesische Gewässer. Nun besuchte der Präsident das Greenpeace-Schiff, zusammen mit seiner Frau, weiteren Verwandten und zahlreichen Ministern seines Kabinetts.

«Ich freue mich, meinen Freund Kumi Naidoo von Greenpeace zu treffen. Ich bin Greenpeace dankbar für ihren Einsatz für den Umweltschutz in Indonesien und dem Rest der Welt», sagte Präsident Yudhoyono. «Als Entwicklungsland braucht Indonesien wirtschaftliches Wachstum, aber selbstverständlich muss dieses ökologisch nachhaltig sein. Obwohl wir uns zahlreichen Herausforderungen gegenübersehen, setzen wir uns für beides ein. Ich möchte meinen Enkelkindern für die Zukunft eine saubere und friedliche Umwelt garantieren.» Der Präsident rief Greenpeace auf, auch weiterhin Missstände in Indonesien zu kritisieren und Lösungen voranzutreiben.

Mittwoch, 12. Juni 2013 Die Rainbow Warrior III trifft in Jakarta ein

© Greenpeace

Kumi Naidoo hiess den indonesischen Präsidenten an Bord der Rainbow Warrior III willkommen und begrüsste die Fortschritte seiner Regierung, was den Schutz der Wälder betreffe. «Wir von Greenpeace werden all unsere Möglichkeiten nutzen, um die Selbstverpflichtung der Regierung zum absoluten Stopp der Abholzung zu unterstützen», sagte Naidoo. «Wir hoffen sehr, dass sich der Präsident in seinem letzten Regierungsjahr und darüber hinaus engagiert für den konsequenten Schutz der verbleibenden Regenwälder einsetzt.»

Umweltschutz und Zivilgesellschaft

Viele Einwohner Indonesiens sind in ihrer wirtschaftlichen Existenz von natürlichen Ressourcen abhängig, insbesondere von den Meeren. Entsprechend hoch ist auch die Priorität, die der Präsident dem Schutz der indonesischen Gewässer einräumt. Die Meere um Indonesien gehören zu den weltweit artenreichsten marinen Lebensräumen. Indonesiens Korallenriffe jedoch sind gleichzeitig durch Überfischung, Verschmutzung und Klimawandel extrem gefährdet.

 «Wir setzen uns für den Schutz von Indonesiens Artenvielfalt ein, nicht nur um der Umwelt selbst willen sondern auch um soziale Gerechtigkeit zu schaffen. Es sind die ärmsten Landbewohner, die am abhängigsten von der Natur sind und die als erstes und am stärksten leiden, wenn diese Lebensräume zerstört werden», so Naidoo.

Mittwoch, 12. Juni 2013 Der indonesische Präsident Yudhoyono, Greenpeace Geschäftsführer Komi Naidoo

© Greenpeace

Indonesien ist für die Folgen des Klimawandels besonders anfällig. «Als bevölkerungsreiches und wirtschaftlich aufstrebendes Land sollte Indonesien eine Führungsrolle im internationalen Kampf gegen den Klimawandel einnehmen», so Naidoo,. Er betonte die Bedeutung einer starken Zivilgesellschaft für die «Umsetzung von Präsident Yudhoyonos Vision einer grünen Zukunft für Indonesien».

Das Greenpeace-Flaggschiff, die Rainbow Warrior, war einen Monat lang auf einer Informationstour durch das indonesische Inselreich, um auf die Bedeutung des Landes für Klima und Artenvielfalt aufmerksam zu machen. Gleichzeitig wies Greenpeace auf die dringende Notwendigkeit hin, die Naturschätze zu schützen. Etwa zehn Prozent der Regenwälder weltweit wachsen auf den Inseln Indonesiens. Während vor 50 Jahren noch rund 82 Prozent des Landes mit Regenwald bedeckt war schrumpfte diese Fläche innerhalb des letzten Jahrzehnts auf etwa 48 Prozent. Schuld daran ist die masslose Abholzung zur Zellstoff- und Papiergewinnung sowie um Flächen für den Palmölanbau und Minenanlagen zu schaffen. Greenpeace kämpft seit Jahren gegen die Rodung der indonesischen Regenwälder und setzt sich für einen sofortigen Abholzungsstopp ein, der den Schutz aller verbleibenden Regenwälder umfasst.