Heute ist «Tag der Weltmeere» und wir feiern unsere Ozeane sowie das, was sie uns jeden Tag schenken.

Und das ist viel, denn unsere Weltenmeere geben uns Leben. Sie versorgen die Menschheit mit Essen, Arbeit und der Luft die wir einatmen, ohne die wir nicht lebensfähig wären. Wenn wir auf diesem Planeten weiterhin überleben wollen, brauchen wir lebendige und vor allem gesunde Ozeane. Aber leider zerstören wir die Gewässer, die für uns existenziell sind. Dekaden des Überfischens, des zerstörerischen Fischens, der Verschmutzung und der invasiven Förderung von Energien bringen unsere Ozeane an den Anschlag; zudem verändert die Klimaveränderung die Meere in negativer Weise bis zum Point Of No Return.

 

Aber noch ist es nicht zu spät! Wir können unseren Meeren helfen, wieder gesünder zu werden, indem wir der Ausbeutung in Form von Überfischung Einhalt gebieten und ein globales Netzwerk auf die Beine stellen, das marine Artenschutz-Gebiete in den Meeren beinhaltet, welche für brutale Fischjäger und Ausbeutungen jeglicher Art eine verbotene Zone darstellen würden. Im Moment sind die Weltenmeere das am wenigsten geschützte Subjekt der Erde und deswegen arbeitet Greenpeace an globalen Hilfestrategien und schafft kontinuierlich Schutzgebiete. Der nächste wichtige Termin für den Ozean ist die Rio Konferenz der vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung. Dort können die grossen politischen Protagonisten einen Rettungsplan für die Weltmeere verabschieden, welcher den Anfang des Netzwerkes für Meeresschutz darstellen wird. Ein Netzwerk, ohne das die Ozeane nicht gerettet werden können.

Folgendes macht Greenpeace bereits, um zukünftigen Generationen einen Ozean zu erhalten, der fähig ist, das natürliche und lebensnotwendige Gleichgewicht der Erde aufrecht halten zu können:

MEXICO

In Mexico werden zu viele Urlaubskomplexe zu Ungunsten des Ozeans gebaut. Seit Jahren kämpft Greenpeace gegen den Bau eines Komplexes in der Nähe von Cabo Pulmo, ein Meeresschutzgebiet, in dem bereits nachgewiesen werden konnte, dass die Fischpopulationen um mehr als 400% gewachsen sind. Zudem konnte Greenpeace vor ein paar Wochen eine Petition mit über 200'000 Unterschriften einreichen, die von der Mexikanischen Regierung verlangt, die Weiterführung des Baus zu stoppen, den Golf von Kalifornien zu schützen und nachhaltigen Tourismus zu unterstützen.

DEUTSCHLAND

Die industriellen europäischen Fischereibetriebe haben schon fast alle Fischereizonen in Europa leergefischt. Zurück lassen sie ausgebeutete leere Meere. Jetzt, in diesem Moment verfügt Europa aber über die einzigartige Möglichkeit, die Fischereigesetze zu ändern. Die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) macht nämlich gerade eine Reform durch. Ein Ereignis, das nur einmal in Zehn Jahren stattfindet! Gestern hat Greenpeace beim Deutschen Fischereiminister eine Petition mit 65'000 Unterschriften eingereicht, die fordert, dass eine GFP ausgearbeitet wird, die die Interessen aller Europäer und nicht nur die der Fischereibetriebe vertritt. Mehr zur Fischereipolitik:

 

SPANIEN

Greenpeace ist nicht gegen das Fischen per se. Nur gegen zerstörerische Fischereimethoden und Überfischung. In Spanien arbeiten wir mit kleinen Fischereibetrieben; wir versuchen ihnen den Zugang zu Fischereizonen zu ermöglichen. Spanien ist eine der rücksichtslosesten Fischereimächte der Welt und deswegen versucht Greenpeace gerade dort die kleinen Fischer zu stärken und ihnen eine lautere Stimme zu geben, sodass die nachfolgenden Generationen mit gutem Gewissen weiterhin verantwortungsvoll fischen und Meeresfrüchte und Fisch geniessen können.

 

NEUSEELAND

Greenpeace geht weltweit gegen zerstörerisches Fischen vor, insbesondere gegen die Tunfisch-Fischereien. In Neuseeland präsentiert Greenpeace zwei Tunfischmarken, die keine Tunfische verwenden, die mittels den tödlichen Massenfanggeräte gefangen wurden, sondern solche, welche mit natürlichen, weniger aggressiven Methoden gefangen wurden (von Hand oder mit Stange und Schnur). Greenpeace Mitglieder verlangen zudem von Grossverteilern und Grossmärkten, Tunfisch von Firmen in ihr Sortiment aufzunehmen, welche nicht die Ozeane zerstören.

 

KOREA

Die Region in der Antarktis ist eine der letzten Regionen, die ein weitgehend unberührtes und ursprüngliches Meeresgebiet beherbergt. Das Antarktisabkommen hat die Region bereits als Land des Friedens und der Wissenschaft deklariert. Leider dringen grosse Fischereibetriebe, insbesondere koreanische Fischereiflotten, immer häufiger in die geschützten Gewässer ein. Gestern startete Greenpeace eine Kampagne mit dem Ziel, Korea dazu aufzufordern, das Netzwerk zum vollständigen Schutz der Meeresgebiete in dieser Region zu unterstützen – eine Aktion als Teil der globalen Bemühungen, die Antarktis zu schützen.

INDIEN

Nachdem das Greenpeace-Schiff Esperanza eine Tour in den indischen Gewässern unternommen hatte, kann nun Greenpeace Indien der Indischen Regierung einen detaillierten Bericht über den Zustand der Indischen Fischereibetriebe abliefern. Die Investigation mit dem Namen «Schutz oder Verschwendung» hat gezeigt, dass 90% der indischen Fischbestände nahezu der kommerziellen Zerstörung zum Opfer gefallen sind. Heute verlangt Greenpeace Indien, dass die Regierung marine Schutzgebiete schafft, die existenziell sind für die 15 Millionen Inder, welche auf die Fischerei punkto Nahrungsbeschaffung und Jobs angewiesen sind.

WELTWEIT

Für Greenpeace ist jeder Tag «Tag der Weltmeere» und alle können mithelfen, die Ozeane zu schützen. Zu diesem Zweck wollen wir zehn Dinge aufzeigen, die man jeden Tag tun kann, um den Ozean und damit die Fischbestände auf einfache Weise vor der endgültigen Zerstörung zu schützen.

  1. Fordert die Politik auf, das Erschaffen von marinen Schutzgebieten zu unterstützen. Denn wenn wir morgen gesunde Ozeane wollen, brauchen wir heute schon mehr Schutzgebiete. Schenkt uns eure Stimme hier, um die Politiker an der Rio Konferenz der vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung, welche diesen Monat stattfindet, aufzufordern, die Erschaffung von marinen Schutzgebieten zu unterstützen.
  2. Verwendet weniger Einwegplastik- und PET-Produkte. 80% der Plastikverschmutzung in den Ozeanen rührt vom Plastikverbrauch auf dem Land her.
  3. Fordert von Energiekonzernen und Regierungen, gefährliche Energiegewinnung wie Tiefseebohrungen und Tiefseeabbau zu stoppen. Insbesondere in den überaus fragilen Polarregionen.
  4. Erkundigt euch nach der Herkunft des Fischs, den ihr im Begriff seid zu essen oder zu kaufen. Hat er einen weiten weg, bis er bei euch in den Läden ist? Ist diese Fischart vom aussterben bedroht? Es ist wichtig, zu wissen, was man isst und diesbezüglich verantwortungsvolle Entscheidungen trifft.

 

*Richard Page lebt in UK und ist Meeres Campaigner bei Greenpeace International