Gestern gab die BKW bekannt, den Investitionsentscheid für die Nachrüstung des AKW Mühleberg auf Ende 2013 zu vertagen. Die geplanten Massnahmen (Verstärkung des Wohlensee-Staudamms, neue Zuganker auf dem Kernmantel und neue Wasserleitung zwischen der Saane und dem AKW) seien teurer als die ursprünglich budgetierten 370 Mio. CHF. All das bestätigt die Analyse von Greenpeace: Die Wirtschaftlichkeit des AKW Mühleberg steht auf der Kippe. Neben sicherheitstechnischen Risiken birgt ein Weiterbetrieb eine ökonomische Zeitbombe. Ein Weiterbetrieb lohnt sich auch aus finanzieller Sicht offensichtlich nicht.

Der vertagte Investitionsentscheid ist zudem ein riskantes Spiel mit dem Feuer. Einerseits gibt die BKW öffentlich zu, die Sicherheitsstandards würden nicht eingehalten. Andererseits schiebt das Unternehmen Investitionen einmal mehr auf die lange Bank. Das bedeutet, dass die Sicherheit für mehr als ein weiteres volles Jahr nicht gewährleistet ist. Es wird sogar noch viel länger dauern, weil die Umsetzung der Massnahmen Monate bis Jahre in Anspruch nehmen wird. Dieses Risiko ist nicht tragbar.

Schläft das ENSI?

Was macht unsere Aufsichtsbehörde, das ENSI, unterdessen? Nichts. Mühleberg soll noch Jahre ohne Nachrüstungen weiterlaufen, obwohl krasse Sicherheitsmängel bestehen – die selbst die BKW erkannt hat. Wie kann das ENSI dieses Spiel mit der Sicherheit der Bevölkerung zulassen? Die Aufsichtsbehörde hat die Handhabe, das AKW Mühleberg abzuschalten, zumindest solange nicht nachgerüstet wurde. Sie muss das umgehend tun.

Wenn das ENSI aber seinen Kuschelkurs mit Mühleberg fortsetzt und erneut Fristen für die Nachrüstung gewährt, muss die Politik ihre Verantwortung wahrnehmen. Die Energie-Ministerin Doris Leuthard muss einschreiten und die Bewilligung entziehen, wie der Artikel 67 des Kernenergiegesetzes es vorsieht.

 

Mehr Infos

Factsheet: Das kostet uns Mühleberg wirklich