Schweizerinnen und Schweizer wollen den Atomausstieg. Das zeigt sich heute wieder, da die Atomausstiegsinitiative mit 125'000 Unterschriften eingereicht wird. Die Initiative verlangt, was der Bundesrat in seinem Atomausstiegsszenario bislang umgangen hat: eine maximale Laufzeitbeschränkung der Schweizer AKW auf 45 Jahre sowie den Ausstieg aus der Atomenergie bis spätestens 2029.

Klare Termine sind in vielerlei Hinsicht nötig und wichtig.   Ein klarer Ausstiegstermin ist für Alle ein Gewinn: Für die Bevölkerung, weil die Sicherheit vor einem Atomunfall nur dann gewährleistet ist, wenn alle AKW endgültig abgeschaltet sind. Für die Politik, weil die Bedeutung der erneuerbaren Energien für die Energiewende steigt. Auch die Betreiber und die Kantone profitieren, weil sie Planungssicherheit haben und Zukunftsszenarien für die Zeit nach Atom in Angriff nehmen müssen. Eine Laufzeitdefinition in Form von „solange das AKW sicher ist“, wie bislang vom ENSI als Aufsichtsbehörde vertreten, ist hanebüchen. Denn je älter ein AKW, desto grösser die Wahrscheinlichkeit von Materialversagen der Teile, die gar nicht ausgetauscht und ersetzt werden können, wie Reaktordruckbehälter und Containment – mit der Gefahr einer Kernschmelze.

Greenpeace geht grundsätzlich noch einen Schritt weiter als die Initiative und fordert, dass AKWs nach 40 Jahren - und nicht erst 45 Jahren - Laufzeit endgültig vom Netz genommen werden. 

Die Atomausstiegsinitiative, zu deren Unterstützungskomitee Greenpeace gehört, ist jedoch ein wichtiges Element in der derzeitigen politischen Debatte um die Energiezukunft der Schweiz. Sie macht der Politik und den Energieunternehmen nochmals Beine, die Energiewende ehrlich und vorausschauend vorzubereiten. Und sie ist Anlass zur Freude, denn sie zeigt, wie viele Menschen den Atomausstieg befürworten.