Im Nachgang zur TV-Serie „Lebenlive“ und ihren Beiträgen zur Suche nach dem Schweizer „Ökostar“ sind mir verschiedene Hinweise zugegangen, darunter zwei zur empfohlenen Boilertemperatur von 55°C. Die Zusendungen enthielten die Warnung, dass es wichtig sei die Boilertemperatur auf 60°C einzustellen – und nicht tiefer. Weitere Abklärungen haben ergeben, dass es zwar eine breite Palette von Temperaturempfehlungen für den Boiler gibt, je nach Blickwinkel der empfehlenden Stelle. Entscheidend ist jedoch, dass mit konstanten 60°C, gemessen im Boiler selbst, sowohl den Anliegen des Energiesparens wie auch jenen der hygienischen Sicherheit und menschlichen Gesundheit am besten entsprochen wird.

Zwar geben verschiedene Elektrizitätsversorger oder Installateure in Energiespar-Tipps eine minimale Boilertemperatur von 55°C an, zum Teil auch mit Hinweis auf die notwendige Vermeidung des Wachstums der Legionellen, eines gefährlichen Bakteriums.

Doch sowohl das Bundesamt für Gesundheit wie auch die ETH oder das Hochbauamt des Kantons Zürich (Technische Richtlinien für Sanitäre Anlagen) halten fest, dass die Warmwassertemperatur im Boiler nicht tiefer als 60°C sein sollte. Temperaturen über 60 Grad sind unnötig und verbrauchen zu viel Energie.

Der Name der Krankheit geht auf ein Treffen von Veteranen der "American Legion" im Jahre 1976 in Philadelphia zurück. 221 Männer, die sich in einem Hotelflügel mit Legionellen-verseuchtem Wassersytem befanden, erkrankten. 34 von ihnen starben. (Die Angaben zu den betroffenen Personen schwanken je nach Quelle.) Im Jahr 1977 wurde der Erreger identifiziert und erhielt den Namen Legionella pneumophila.

Legionellen gedeihen besonders gut in stehendem Wasser von 25 bis 45 Grad Celsius. Leitungssysteme in Spitälern, Pflegeheimen, Hotels, Sportanlagen, Kasernen und grossen Wohnüberbauungen sind daher besonders anfällig. Wer als Hausbesitzer oder Abwart näheres zur Vermeidung der Legionellen im Boilerwasser wissen will, findet hier eine Darstellung des Problems. Vertiefende Informationen sind beim Bundesamt für Gesundheit oder der ETH erhältlich.