Dienstag, 27. November 2012 Detox Manequins

Impressionen der Detox-Aktionen rund um die Welt. (Bangkok/Thailand)

Hast Du bereits mit dem Gedanken geliebäugelt, Dir diese Saison etwas Modisches von Zara zu gönnen? Nun, vielleicht überlegst Du es dir nochmal, wenn Du diese Bilder siehst. Dass sogar die Schaufensterpuppen Zara-Filialen unter Protest verlassen hat seinen guten Grund.  Zara hat ein giftiges kleines Geheimnis … und es ist in den Kleidern versteckt. Bei Tests von Zara-Kleidungsstücken in einem unabhängigen Labor hat sich herausgestellt, dass diese gesundheitsschädigende Chemikalien enthalten. Einige dieser Stoffe haben sogar die Eigenschaft, sich beim Zerfall in der Umwelt in hormon-zerstörende und krebsfördernde Substanzen zu verwandeln. Schlimm, sage ich Euch, ganz schlimm.

 

Der letzte Samstag war ein hektischer Einkaufstag und in über 80 Städten auf der ganzen Welt wurden Konsumenten und Kosumentinnen Zeugen davon, wie Schaufensterpuppen unter Protest aus Zara-Filialen herausströmten. In Istanbul warfen sich die Mannequins statt wie gewöhnlich in den Zara-Schaufenstern auf der Strasse in Pose und warnten auf ihren Preisschildern allfällige Kaufinteressierte vor den in den Modestücken enthaltenen giftigen Schadstoffen.

Auch in der Schweiz waren die Freiwilligengruppen in der Romandie und der Deutschschweiz aktiv, um Zara zu sagen #detox our fashion! In Zürich warnten die AktivistInnen die Passanten mit Etiketten, dass in Kleidern von Zara schädliche Giftstoffe nachgewiesen worden sind. In Neuchâtel wurden Wäscheleinen mit Pullovern und T-Shirts über die Strasse gespannt und Flyer verteilt. In Basel  konnten sich PassantInnen mit einem Fischangelspiel darüber informieren, welche Firmen bereits das Detox Solution Commitment eingegangen sind.

Weltweite Protestaktionen

Ähnliche Szenen spielten sich in Bangkok, Buenos Aires, Prag und sogar auf einer der weltberühmtesten Modestrassen der Welt ab: Auf den Champs-Élysées in Paris. In der Fashionkapitale der Welt mischten sich in Mode von Zara gekleidete Schaufensterpuppen auf dem belebten Boulevard unter die Menge der Samstagseinkäufer und verlangten giftfreie Mode, während in Deutschland auf den Schaufenstern von nicht weniger als 23 Zara-Filialen Detox- Symbole prangten.

In allen Geschäften wurden die Filialleiter von Greenpeace Freiwilligen aufgefordert, ihre Detox Forderung an die Konzernleitung im Zara Hauptsitz weiterzuleiten. Verschiedene (Manche) Geschäftsführer waren dazu eher bereit als andere, doch in den meisten Geschäften schienen die Angestellt die Attraktivität von giftfreier Mode auf Anhieb zu verstehen – ganz im Gegensatz zu ihren Vorgesetzten.

Zara ist ohne weiteres in der Lage Kleidermode herzustellen, welche die Umwelt nicht verschmutzt. Wir fordern die Firma auf, die giftigen Chemikalien aus ihrer Kleiderproduktion zu entfernen. Zu diesem Zweck werden sie mit ihren Zulieferern auf der ganzen Welt, einschliesslich China, zusammenarbeiten müssen. Und der giftige Ruf, der Zara-Kleidern vorauseilt, spricht sich  mittlerweile nicht nur auf Facebook und Twitter rum, sondern auch auf Weibo, einem der populärsten Social Media Sites von China.

Über 700 Greenpeace Aktivisten und Freiwillige beteiligten sich an der Schaufensterpuppenrevolte vom vergangenen Wochenende in 20 Ländern, und (während ich dies niederschreibe) haben bereits mehr als 300’000 Leute Zara aufgefordert, das Gift aus ihrer Mode verschwinden zu lassen: Detox! . Bleibt nur noch die Frage, wie schnell der weltgrösste Modekonzern, der jeweils so behände/schnell? auf die neuesten Modeströmungen reagiert, den brandheissen Trend für giftfreie Mode aufnehmen wird?

 

 

Weitere Fotos gibt’s auf Facebook

 

Blogpost von Laura Kenyon, Greenpeace International

 

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