Tag für Tag verlässt du dich auf deinen Computer, dein Mobiltelefon oder Tablet um produktiver zu arbeiten; oder auch bloss um dich zu vergnügen. ‘Gadgets’ können unser Leben verbessern, doch die Geschwindigkeit, mit der wir kollektiv solche Geräte anschaffen und wegwerfen, hat ernsthafte Auswirkungen auf unseren Planeten.

Berge von Elektro- und Elektronikschrott

Olusosum Dump Site © Greenpeace / Kristian Buus

Wir werden deshalb oft gefragt: «Welches ist die grünste Tech-Firma?» Die Zahl der Anfragen wächst, je näher das Weihnachtsgeschäft rückt. Und wir beantworten diese Frage mit viel Bedacht, nach sorgfältiger Analyse und Rückfragen bei den Elektronikkonzernen.

Oft ist es die grünste Option, nur zu kaufen was man wirklich nötig hat, oder gebrauchte Elektronik zu kaufen und die Betriebsdauer von Geräten durch Teilerneuerung oder Ersetzen einer schwachen Batterie zu verlängern. Das allergrünste elektronische Gerät ist gewöhnlich dasjenige, das man gar nicht erst anschafft.

Für diejenigen jedoch, die wirklich ein neues Produkt brauchen, gibt es erfreuliche Nachrichten: Viele Elektronikunternehmen sind besser geworden im Entfernen von giftigen Chemiestoffen aus Mobiltelefonen, Computern und Tablets. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Wandel vollzog sich allerdings weder per Zufall noch aus Altruismus; die Unternehmen suchten neue Wege vor allem deshalb, weil ihnen kreative, menschen-betriebene Kampagnen Dampf gemacht haben.

Die nächste grosse Herausforderung für den Tech-Sektor ist die schmutzige Energie, die in den Herstellungs- und Lieferprozessen dieser Geräte entsteht und den Klimawandel fördert. Bei einem erwarteten Umsatz von 1 Billion USD in 2012 könnte die Industrie ein gutes Stück Klimawandel verhindern, indem sie ihre Herstellungsprozesse ausschliesslich mit sauberer Energie speist.

Greenpeace International hat deshalb heute die 18. Auflage seines Guide to Greener Electronics veröffentlicht, der 16 führende Elektronikfirmen gemäss ihrem Engagement und ihren Fortschritten bei der Erfüllung verschiedener Umweltkriterien einstuft und zeigt wie grün die Produkte und Praktiken des jeweiligen Unternehmens sind.

Diese Unternehmen müssen ihre Führungsverantwortung wahrnehmen; um zu verhindern, dass sich in Ländern wie China der Elektronik-Schrott zu Bergen häuft. Und sie müssen dafür sorgen, dass ihre Produkte mit sauberer Energie hergestellt werden. Elektronikunternehmen haben in vielen Ländern auch politisch an Macht gewonnen, ihr Eintreten für saubere Energien kann durchaus Auswirkungen auf die Politik der Regierung haben.

Das indische Technologieunternehmen Wipro führt in der neuesten Ausgabe des Guide dank ihrer Bereitschaft zur Förderung von sauberer Energie und ihrem Einstehen für eine grünere Energiepolitik in Indien die Rangliste an. Wipro erhielt auch gute Noten für das Einsammeln von gebrauchten Geräten zum Recyclen sowie für den schrittweisen Abbau von gesundheitsschädigenden Stoffen in seinen Produkten.

Wipro hat Masstäbe gesetzt, und es ist nun an ihren Konkurrenten, diese zu überbieten.

Der taiwanische Computerhersteller Acer hat sich von allen im Guide aufgeführten Unternehmen am deutlichsten verbessert und ist um neun Ränge auf Platz 4 vorgestossen, weil die Firma den Kontakt zu den Zulieferern gesucht und sich mit ihnen bezüglich Treibhausgasemissionen, gefährliche Stoffe, Konfliktmineralien und  Faserbeschaffung verständigt hat. HP (2), Nokia (3) und Dell (5) gehören ebenfalls zu den fünf besten. Apple rutschte vom letztjährigen 5. auf den 6. Rang ab. Blackberry-Hersteller RIM konnte sich nicht verbessern und bleibt auf dem 16. und letzten Platz sitzen.

Der Guide bewertet die allegemeinen Strategien und Praktiken eines Unternehmens und nicht spezifische Produkte. Er vermittelt dadurch eine übersichtliche Momentaufnahme der Nachhaltigkeitsbemühungen der bekanntesten Elektronikkonzerne.