Wilmar International, der weltgrösste Palmölhändler, hat sich am 5. Dezember öffentlich verpflichtet, zukünftig keine Regenwälder und Torfmoore mehr zu zerstören. Diese Erklärung folgt auf den Druck, den Greenpeace, andere Umweltschutzorganisationen und Verbraucher weltweit jahrelang auf den Konzern ausgeübt haben.

Sie forderten den Konzern auf, kein Palmöl herzustellen und zu handeln, das mit Regenwald-, Torfmoorzerstörung und sozialen Konflikten in Verbindung steht. Gesche Jürgens, Waldexpertin bei Greenpeace, bewertet die gestrige Erklärung des Konzerns: «Wilmars Verpflichtung hat das Potenzial, den Palmölsektor zu transformieren. Sie ist eine grosse Hoffnung für die verbleibenden Regenwälder Indonesiens und darüber hinaus für die Menschen und Tiere, die auf sie angewiesen sind. Damit diese Hoffnungen nicht enttäuscht werden, muss Wilmar seine Zusagen nun ambitioniert umsetzen.»

Dazu muss das Unternehmen Sofortmassnahmen einleiten und zum Beispiel sofort aufhören, Palmöl von Unternehmen wie der Ganda Gruppe zu beziehen, die mit anhaltender Regenwaldzerstörung, illegaler Plantagenanlage auf Torfböden und sozialen Konflikten in Verbindung gebracht wird.

Freitag, 6. Dezember 2013

Orang-Utans - die Menschenaffenart, die zu unseren nächsten Verwandten zählt. Ihr Lebensraum wird für die Produktion von Palmöl zerstört. © Greenpeace / Markus Mauthe

In den letzten sieben Jahren hat Greenpeace mehrfach die zweifelhaften Geschäftspraktiken von Wilmar aufgedeckt: Dazu zählten unter anderem der Handel mit Palmöl aus illegal angelegten Plantagen in Nationalparken, die Zerstörung von Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Sumatra-Tiger und der Bezug von Palmöl von Unternehmen, die mit dem Tod von Orang-Utans in Verbindung gebracht wurden.

Jetzt müssen Taten folgen

«Jahrelang haben sich Unternehmen, auch Wilmar, hinter so genannten Nachhaltigkeitsinitiativen wie dem RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) versteckt. Greenpeace wird genau beobachten, ob und wie Wilmar seinen Zusagen Taten folgen lässt. Dazu muss der Konzern seine Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die mit Regenwaldzerstörung in Verbindung gebracht wurden, sofort beenden», so Jürgens. Etwa ein Drittel des weltweit in Umlauf gebrachten Palmöls wird von Wilmar gehandelt. Nun müssen auch andere Palmölhändler und –hersteller, wie Cargill, Musim Mas und Sime Darby nachziehen und vergleichbare Verpflichtungen abgeben.

Der Palmölsektor ist der grösste Treiber der Entwaldung in Indonesien. Karten des Forstministeriums zeigen, dass Indonesien zwischen 2009 und 2011 jährlich eine Regenwaldfläche von etwa 620'000 Hektar verlor. Die Expansion von Palmölplantagen drängt bereits in weitere Länder und Kontinente, so zum Beispiel nach Neuguinea und in die tropischen Länder Afrikas. Auch dort ist der Sektor in Umweltzerstörung und soziale Konflikte verwickelt. Daher ist es unerlässlich, dass sich Palmölkonzerne weltweit davon distanzieren und ihre Geschäfte nicht länger auf Kosten von Mensch und Umwelt machen. Dafür setzt sich Greenpeace weiterhin ein.

(Text: Sara Westerhaus)