Donnerstag, 3. Januar 2013

Werbeparodie zur Schweizer Firma Repower, die gegen den Willen der Bevölkerung im italienischen Kalabrien ein Steinkohlekraftwerk bauen will. 04/01/13 © The Public Eye Awards

Auf www.publiceye.ch startet heute die mit bissigen Werbeparodien animierte Abstimmung für den Public Eye People’s Award für das übelste Unternehmen des Jahres. Nominiert für die Schmähpreise sind diesmal die sieben Konzerne Alstom (FR), Coal India (IN), G4S (UK), Goldman Sachs (USA), Lonmin (ZA), Repower (CH) und Shell (NL). 

Die skandalösesten Fälle von Konzernverbrechen hat neu eine mit internationalen renommierten Wirtschaftsethikern besetzte Jury aus über 20 Gutachten gekürt.

In die enge Wahl haben es auch zwei Konzerne mit Schweizer Bezug geschafft: Der Schweizer Energiekonzern Repower will gegen den Widerstand der lokalen Bevölkerung im italienischen Kalabrien ein Steinkohlekraftwerk bauen. Das geplante Kraftwerk liegt mitten im Herrschaftsgebiet der italienischen und europaweit vermutlich einflussreichsten Mafia-Verbindung `Ndrangheta. Repower ist eine Verbindung mit korrupter Politik und mafiösen Strukturen eingegangen, um ein unerwünschtes, sowohl sozial als auch ökologisch unverträgliches Kohlekraftwerk zu bauen. Ihre Entschlossenheit zum Bau hat Berlusconi veranlasst, eine «Lex Repower» zu erlassen, die die Regionen ihres Mitspracherechts beraubt.

Und der Ölkonzern Shell mit dem Schweizer CEO Peter Voser will zu jedem Preis in der Arktis nach Öl bohren. Er ignoriert Katastrophen-Warnungen von Wissenschaftlern sowie Millionen von Menschen, die die Arktis schützen wollen. Pete Slaiby, Vize-Chef von Shell Alaska sagte der BBC: «Da gibt’s nichts zu beschönigen, ich denke mir, dass es Ölunfälle geben wird, und kein Unfall ist ok.» Weder diese bemerkenswerte Einsicht noch eine bedenkliche Pannenserie bei ersten Vorbereitungen in der Arktis haben Shell bisher dazu inspiriert, mehr Geld in Sicherheitsvorkehrungen zu investieren. Shell hat ausserdem die Umstellung auf erneuerbare Energien aus seiner langfristigen Strategie gestrichen.

Die Online-Abstimmung läuft ab heute bis am Mittwoch, 23. Januar mittags. Einen Tag danach vergeben die Erklärung von Bern und Greenpeace Schweiz die Public Eye Awards für die schlimmsten Fälle von Missachtung der Umwelt und der Menschenrechte in Sichtweite des World Economic Forum (WEF) in Davos.

Wähle jetzt das übelste Unternehmen des Jahres: www.publiceye.ch