Rundschau vom 30.07.2008

Gestern hat Greenpeace International den Report Steuertricks im Kongo  veröffentlicht. Der Bericht zeigt, wie multinationale Holzkonzerne miese Tricks anwenden, um Steuerzahlungen an afrikanische Länder zu vermeiden.

Warum begibt sich Greenpeace damit in das Feld der Steuer- und Finanzwelt? Das Problem der Gewinnverschiebung aus Afrika nach Europa auf Kosten von Wald und Menschen. Der Ressourcen- und Finanzabfluss aus Afrika nach Europa verhindert eine nachhaltige Entwicklung des Landes und somit auch die nachhaltige Nutzung des Waldes zum Wohl der Bevölkerung.

Apropos sozial und ökologisch: schaut man sich  Websites und Kommunikationsarbeit von Konzernen wie Danzer an, betonen diese sozial und ökologisch nachhaltige und langfristig angelegte Geschäftsstrategien. Leider klafft zwischen Kommunikation und tatsächlichen Verhältnissen vor Ort eine grosse Lücke.

Aber - es reicht bei weitem nicht, den Fokus nur auf einen Konzern zu richten. Das im Report behandelte Problem der Gewinnverschiebung ist bei allen Holzkonzernen anzuschauen. Um alle zu durchleuchten müssten wir hierzu jedoch ein ganzes Heer an Researchpersonen haben. Auch darf man sich nicht auf den Holzsektor beschränken. Eine ebenso neue Studie von Global Financial Integrity deckt auf, dass die Demokratische Republik Kongo von 1980 bis 2006 laut  

Schätzung 15,5 Milliarden $ (!) durch Kapitalflucht verloren hat. Genug Geld also um die Auslandschulden von 11.3 Milliarden $  abzubezahlen - das ist einfach Wahnsinn!

Auch das Tax Justice Network ist diesen Geldabflüssen auf der Spur. Es ist höchste Zeit, dass sich etwas ändert.