Mittwoch, 5. Dezember 2012

Anti-Walfang-Protest von Greenpeace in Südkorea 09/19/2012, © Alex Hofford / Greenpeace

Es ist ein Feiertag für die Wale: Südkorea hat seine Pläne aufgegeben, ab Sommer 2013 unter dem Deckmantel des «wissenschaftlichen Walfangs» Wale zu jagen.

Im Juli 2012 kündigte Korea bei der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) an, zu «wissenschaftlichen» Zwecken Wale jagen zu wollen. Die Walfangnationen Island, Norwegen und Japan unterstützten das Vorhaben. Walschutzorganisationen und Anti-Walfangnationen stellten sich gegen die Pläne, den kommerziellen Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft zu rechtfertigen. Ein Mediensturm tausender kritischer Artikel und Meldungen hagelte auf Korea ein.

Greenpeace setzte daraufhin eine Protest-Mail an den südkoreanischen Premierminister auf. In den letzten vier Wochen folgten über 104'000 Menschen dem Aufruf. Und tatsächlich: Die Stimmen der Menschen aus Südkorea und der ganzen Welt sind in Seoul gehört worden. Gemeinsam haben wir es geschafft den Walfang zu stoppen, bevor er begonnen hat.

Nach den Regeln der Internationalen Walfangkommission (IWC) hätte Südkorea die Pläne für sein «wissenschaftliches Walfangprogramm» formell bis zum 3. Dezember bei dem internationalen Gremium anzeigen müssen. Die IWC hat gegenüber Greenpeace offiziell bestätigt, dass dies nicht geschehen ist. Auch Regierungsstellen in Südkorea haben bestätigt, dass die Entscheidung gegen den Walfang vor einigen Tagen getroffen wurde.

Auf dem Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) im Juli 2012 hatte Korea überraschend angekündigt, ab Sommer 2013 Zwergwale zu «Forschungszwecken» töten zu wollen. Ein weltweiter Sturm der Entrüstung brach los. Greenpeace kritisierte Koreas Ankündigung als «kommerziellen Walfang unter dem Deckmantel der Forschung» schon damals.

Die Regeln der Internationalen Walfangkommission (IWC) zum seit 1986 gültigen Verbot des kommerziellen Walfangs sehen vor, dass jedes IWC-Mitgliedsland selbständig eine wissenschaftliche Walfangquote festlegen kann. Dieses verheerende Schlupfloch im internationalen Walfang-Moratorium wird derzeit von Japan ausgenutzt, um im Südpolarmeer Wale zu töten.

Die Entscheidung Südkoreas gegen den Walfang im nächsten Jahr ist ein weiteres Indiz dafür, dass Walfang nach dem Vorbild Japans in unseren Meeren keinerlei Berechtigung mehr hat! Greenpeace fordert Südkorea auf, jeglichen Walfang für immer aufzugeben.

 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Minkwal im Indischen Ozean © Greenpeace/ Paul Hilton