«Öl an der Küste Grönlands wäre eine Katastrophe.»

«Konzerne sollten nicht in arktischen Gewässern nach Öl bohren.»

«Das Risiko einer Ölpest in einem derart ökologisch sensiblen Gebiet ist einfach zu hoch.»
«Ein Leck würde dem Image des Unternehmens zu grossen Schaden zufügen»



Klingt vertraut? Doch diese Aussagen stammen nicht von Greenpeace, sondern vom Ölkonzern Total.

Der französische Konzern warnt in einem Artikel der Financial Times vor Ölbohrungen in der Arktis. Das Ölbohrungen in der Arktis gefährlich sind, ist nichts Neues. Genau das sagen wir ja schon seit langem. Neu ist, dass jetzt ein Ölmulti, der rein nach finanziellen Interessen handelt, genau dieselbe Meinung vertritt!

Will heissen: Wenn ein Konzern wie Total schon vor Ölbohrungen in der Arktis warnt, dann sollte spätestens jetzt die Welt wirklich aufhorchen! Angesichts der scheinheiligen Zusicherungen von Shell oder Gazprom sicher in der Arktis bohren zu können, sollten die Alarmglocken nicht nur bei Umweltschützern, sondern auch bei Politikern und Investoren in voller Lautstärke läuten! Die Arktis ist eine abgeschiedene Region mit langen Dunkelperioden, starken Stürmen und in weiten Teilen (noch) ganzjährig mit Eis bedeckt. Ölbohrungen in dieser extremen Umwelt sind in jeder Hinsicht extrem riskant! Zu riskant, wie selbst Total findet.

Total hat eben erst selbst erfahren müssen, welche Folgen eine Ölkatastrophe für ein Unternehmen haben kann. Gestern wurde durch das höchste französische Gericht ein Urteil wegen der Erika-Tankerkatastrophe von 1999 bestätigt und damit auch eine saftige Geldstrafe. Doch im Grunde handelt es sich hier einfach um einen Fall, bei dem ein Konzern zur Besinnung kommt und realisiert, dass die Risiken (einer Ölbohrung) einfach zu hoch sind!

Knapp 2 Millionen Menschen unterstützen bereits unseren Kampf für den Schutz der Arktis. Dass ein grosser Ölkonzern wie Total sich nun auf die Seite der ArktisschützerInnen schlägt scheint im ersten Moment skurril. Doch wahrscheinlich haben wir es einfach bloss mit gesundem Menschenverstand zu tun.

Mittwoch, 26. September 2012