In den letzten drei Jahren hat Greenpeace verschiedene Firmen wie Nestlé, Unilever, Kraft und Burger King dazu gebracht, ihre direkten Verträge mit ihrem indonesischen Palmöl-Lieferanten Sinar Mas bzw. dessen Palmöl-Tochter Golden Agri Resources (GAR) zu kündigen. Dieser zerstörte nachweislich Torflandschaften und schlug Urwald kahl, um neue Ölpalm-Plantagen errichten zu können. GAR ist die zweitgrösste Palmölproduzentin weltweit. Greenpeace beleuchtete im Rahmen einer längeren internationalen Kampagne nicht nur die Machenschaften dieses Konzerns, sondern zeigte auch die Verbindungen mit grossen Nahrungsmittelherstellern auf. 

Golden Agri hat heute an einer Medienkonferenz einen neuen Plan zum Schutz des Regenwaldes angekündigt, der ambitioniert und messbar sein soll: Das Unternehmen verpflichtet sich generell dazu, keine weiteren Torflandschaften und Wälder mit hohem Schutzwert, so genannte "High Conservation Values", für ihre Plantagen zu zerstören. Es dürfen explizit keine Wälder mehr abgeholzt werden, die viel CO2 speichern, so genannte 'High Carbon Storage' (HCS)-Wälder. Diese sind wichtig als Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung, als Habitate vieler seltener Tierarten wie den Orang Utan sowie für den Klimaschutz. Die Verpflichtungen sollen auch garantieren, dass die Rechte der lokalen und indigenen Bevölkerung respektiert werden. Im Unterschied zu bisherigen Ankündigungen möchte Golden Agri von jetzt an mit Hilfe der Organisation The Forest Trust (TFT) sicherstellen, dass diese Absichten auch wirklich umgesetzt werden.

Der neue Plan von GAR geht auch über das freiwillige Zertifizierungssystem “Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl” (RSPO) hinaus, welches sich bisher durch schwache Kriterien und mangelnde Umsetzung auszeichnet. Bedeutet das die Trendwende in der Palmölindustrie? Es bleibt abzuwarten, ob und wie Golden Agri ihre Absichten umsetzt. Greenpeace wird die weitere Entwicklung sorgfältig beobachten. Auch liegt es nun an der indonesischen Regierung, solche Massstäbe für die ganze Palmöl- und Forstindustrie durchzusetzen. Die Expansion in weitere Urwald- und Torflandgebiete muss landesweit durch ein klar festgelegtes Moratorium verhindert werden - für Mensch, Biodiversität und Klima.

So begrüssenswert die Einsicht von GAR ist - der Palmölproduzent ist nur ein Teil des riesigen Sinar-Mas-Konzerns. Asian Pulp and Paper (APP) der Papierzweig im Unternehmen, ist an dem neuen Waldschutz-Plan nicht beteiligt. Auf der internationalen Papierfachmesse Paperworld haben Greenpeace-Aktivisten dem Urwaldzerstörer deshalb kürzlich die Goldene Kettensäge überreicht. Greenpeace fordert weiterhin alle Abnehmer von Papier und Verpackungen auf, APP als Lieferanten auszuschließen.

Weitere Infos zur Greenpeace Kampagne gegen den Palmölbereich der Sinar MAs Gruppe.