Ana Paula aus Brasilien, David aus Neuseeland, Camila aus Argentinien, Francesco aus Frankreich, Sini aus Finnland - sie und weitere Arktisschützerinnen und Arktisschützer dürfen das Gefängnis nach Zahlung von zwei Millionen Rubel (rund 55'000 Franken) auf Kaution verlassen. Ob sie unter Hausarrest gestellt sein werden oder sich an ihrem Aufenthaltsort relativ frei bewegen dürfen, ist noch unklar. An der Anklage ändert sich nichts.

Ana Paula

In St. Petersburg folgt eine Anhörung auf die andere. Mit den richterlichen Entscheidungen dieses Tages kommen nun weitere Mitglieder der Arctic 30 auf freien Fuss. Für sie und alle anderen wird Greenpeace das Geld bereitstellen. An der haarsträubenden Anklage ändert sich allerdings nichts, nach wie vor droht allen Aktivisten eine langjährige Haftstrafe wegen angeblichen Hooliganismus oder Piraterie. In Colin Russells Fall kommt eine verlängerte Untersuchungshaft zur Unsicherheit hinzu.

Die bisherigen Entscheidungen:

  • Colin Russell, Australien - verlängerte U-Haft bis Ende Februar 2014
  • Jekaterina Saspa, Russland - auf Kaution freizulassen
  • Denis Sinjakow, Russland - auf Kaution freizulassen
  • Andrej Allachwerdow, Russland - auf Kaution freizulassen
  • Francesco Pisanu, Frankreich - auf Kaution freizulassen
  • Ana Paula Alminhana Maciel, Brasilien - auf Kaution freizulassen
  • David Haussmann, Neuseeland - auf Kaution freizulassen
  • Camila Speziale, Argentinien - auf Kaution freizulassen
  • Tomasz Dziemianczuk, Polen - auf Kaution freizulassen
  • Miguel Orsi, Argentinien - auf Kaution freizulassen
  • Cristian d'Alessandro, Italien - auf Kaution freizulassen
  • Paul Ruzycki, Kanada - auf Kaution freizulassen
  • Sini Saarela, Finnland - auf Kaution freizulassen
  • Kieron Bryan, Grossbritannien - Anhörung vertagt auf den 20. November

Dienstag, 19. November 2013 Bis Februar 2014 in U-Haft

Der Australier Colin Russel bei seiner Anhörung

Die Arctic 30, 28 Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten sowie zwei Journalisten, werden seit dem 19. September in Russland festgehalten. Ihre Untersuchungshaft sollte ursprünglich am 24. November enden. Weltweit gab es massive Proteste.

Der Geschäftsführer von Greenpeace International, Kumi Naidoo, bezeichnet den Prozess um den Vorwurf der Piraterie und des Hooliganismus als Zirkus und hofft jetzt auf eine positive Entscheidung des Internationalen Seegerichtshofs in Hamburg. Dort wird am Freitag, den 22. November, über einen Antrag der Niederlande auf sofortige Freilassung der Arctic 30 und des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise entschieden.

Für die Freilassung der Arctic 30 protestierten auch am vergangenen Wochenende Menschen weltweit. In 260 Städten in 43 Ländern fanden Kundgebungen statt. Greenpeace fordert die sofortige Freilassung der Arctic 30. Unterstützen Sie die Forderungen mit einer Protestmail an den russischen Botschafter. Die Anhörung des Schweizer Arktisschützers Marco Weber wird für Mittwoch Mittag erwartet und kann live mitverfolgt werden.