Update 16.15 Uhr, 21. November 2012
Greenpeace-Aktion in Genf beendet: Weltweiter Druck auf Zara steigt

Zara in Genf hat heute das Gespräch mit Greenpeace verweigert und war auch nicht bereit, unsere Forderungen entgegen zu nehmen.

Greenpeace wertet dies als Zeichen, dass Zara die Problematik von gefährlichen Chemikalien in ihren Kleidern nicht genügend ernst nimmt.
Erste Gespräche zwischen dem Zara-Hauptsitz in Spanien und Greenpeace International haben stattgefunden – zu konkreten Resultaten kam es bislang nicht.

Die Kletterer am Gebäude in Genf haben das Banner mit der Aufschrift «Detox your Fashion» jetzt eingerollt und sind dabei, vom Gebäude herunter zu klettern.

Die Verhandlungen gehen weiter. Greenpeace wird das weitere Verhalten von Zara kritisch begleiten.

 

 

Ein toxisches Preisschild

© Greenpeace

Hintergrund der Aktion

Was tragen Sie heute für Kleidung? Berühren Sie sie. Wie fühlt sie sich an? Ja, Sie berühren ein Kleidungsstück, ein Fabrikprodukt, ein bestimmtes Label. Aber da steckt noch mehr dahinter: Jedes einzelne Kleidungsstück hat eine Geschichte.

Diese Geschichten schreiben derzeit die Modelabels. Ihre Produktionsstätten benutzen öffentliche Gewässer als private Abwasserkanäle. Es sind Geschichten von verseuchten Flüssen und Seen, von hormonaktiven und krebserregenden Substanzen.

Die grossen Modehersteller wie Zara, Mango, Levi’s, Esprit, Calvin Klein und Benetton bringen in immer kürzeren Abständen neue Kollektionen auf den Markt. Diese auf so genannte Fast Fashion fokussierten Unternehmen benötigen inzwischen nur noch sieben bis 30 Tage für die Produktion eines Kleidungsmodells und verkaufen diese teilweise in gerade fünf Tagen als Bestseller in den Läden. Im Jahr 2011 wurden beispielsweise in Deutschland 70 Kleidungsstücke pro Kopf verkauft, 80 Milliarden Kleidungsstücke waren es weltweit.

Wie die neuste Greenpeace-Untersuchung «Giftige Garne» zeigt, hat dieser schnelle Konsum neben riesigen Abfallbergen auch andere Schattenseiten: In Kleidern von 20 getesteten Marken wurden schädliche Chemikalien nachgewiesen. Bei allen Marken waren mehrere Produkte mit Nonylphenolethoxylaten (NPE) kontaminiert. Insgesamt wurde in zwei Dritteln der von Greenpeace getesteten Kleidungstücke NPE gefunden. Zwei Kleidungsstücke von Zara enthielten ausserdem krebserregende Amine aus Azofarbstoffen. «In Produkten von Zara wurden Chemikalien nachgewiesen, welche sich in der Umwelt in krebserregende und hormonell wirksame Subtanzen umwandeln», sagt Mirjam Kopp von der Greenpeace-Chemiekampagne. «Dies ist unakzeptabel sowohl für uns KonsumentInnen als auch für die Menschen, welche in den Fabriken arbeiten oder dort leben, wo die Kleider produziert werden.»

Mit einer spektakulären Kletteraktion und der Forderung «Detox your Fashion» haben Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten bei Zara in Genf heute giftfreie Mode gefordert. Unterstützerinnen und Unterstützer konnten sich via Twitter (#Detox oder #Fashion oder @Zara) ebenfalls direkt an die Ladenkette richten.

Die Fabriken können die Textilien auch ohne giftige Chemikalien produzieren, die Umwelt und Menschen vergiften. Wir verlangen nichts unmögliches, sondern fordern nur den gesunden Menschenverstand: die komplette Entgiftung der Produktions- und Lieferkette. Ohne die Konsumentinnen und Konsumenten können diese Firmen ihre Kleidung nicht verkaufen. Sie sind auf uns alle angewiesen. Wir wissen das, sie wissen das. Wir alle zusammen haben die Macht, die Konzerne so stark unter Druck zu setzen, dass sie einlenken und sich verpflichten, ihre Textilien zu entgiften. Wie das zuvor schon Nike, Puma, Adidas, Marks&Spencer, H&M, C&A und Li Ning getan haben.

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