Greenpeace hat heute eine neue und erweiterte Version des Ratgebers «Grüne Elektronik» veröffentlicht. In der Bewertung führender Hersteller von Unterhaltungselektronik geht demnach Hewlett-Packard (HP) in Führung, gefolgt von Dell und Nokia. Der Blackberry-Hersteller RIM belegt den letzten Platz.

© Greenpeace. Ratgeber «Grüne Elektronik»

Um die Nachhaltigkeitsansprüche von Elektronikfirmen auch in Bezug auf ihre Zulieferkette zu bewerten kamen zusätzlich zu den bestehenden Kriterien schädliche Chemikalien, Produktrecycling und Energie auch die Lebensdauer von Produkten, die Bewertung, ob Papier aus Urwaldzerstörung eingesetzt wird sowie die Verwendung von Mineralien aus Konfliktregionen hinzu. Die Förderung von Coltan-Erz (Tantal) für Handys hält beispielsweise den Kongo im permanenten Kriegszustand.

An erster Stelle des Rankings steht der Elektronikkonzern HP, der aktuell die beste Leistung zur Reduzierung von Treibhausgasen zeigt. Vom zehnten auf den zweiten Platz ist der Computerhersteller Dell seit der Veröffentlichung des letzten Greenpeace-Ratgebers (Oktober 2010) gestiegen. HP und Dell sind zudem die einzigen Unternehmen der Branche, die kein Papier aus Urwaldzerstörung verwenden. Wie Apple (4. Platz) hat sich HP verpflichtet, auf Mineralien aus Konfliktregionen zu verzichten.

Nokia, bislang an erster Stelle, fiel aufgrund seiner schwächeren Bemühungen bei den Energiekriterien auf den dritten Platz zurück. Um wieder in Führung zu gehen muss das Unternehmen zeigen, wie es in Zukunft durch Energieeffizienz und die Verwendung Erneuerbarer Energieträger Treibhausgasemissionen einsparen wird.

Auf dem letzten Platz findet sich der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM), der zum ersten Mal bewertet wird. 2010 war RIM mit den Blackberry Handys noch Marktführer in den USA. RIM informiert die Öffentlichkeit jedoch unzureichend über dessen Umweltperformance. Zudem enthalten alle Produkte des Unternehmens gefährliche Chemikalien. Positiv bewertet wurden die Bemühungen von RIM, Zulieferer von Mineralien aus Kriegsgebieten sowie Papier aus illegaler Waldzerstörung auszuschliessen.

Greenpeace fordert

Der Ratgeber «Grüne Elektronik» wird seit 2006 publiziert. Er hat für einige Verbesserungen in der Elektronikbranche gesorgt. Mehrere Elektronikhersteller sind nun motiviert auf besonders gefährliche Chemikalien zu verzichten. Um wirklich ‚grün‘ zu werden müssen aber auch die Unternehmen auf den vorderen Plätzen noch weitere Schritte setzen. So müssen Sie:

    •    ihre Klimabilanz verbessern,
    •    die Lebensdauer ihrer Produkte verlängern und
    •    eine verantwortungsvolle Beschaffung ihrer Rohstoffe sicher stellen.

Der Ratgeber ist Teil einer Kampagne, bei der Greenpeace die IT-Industrie davon überzeugen möchte, Lösungen zur Reduktion der weltweiten Treibhausgasemissionen zu entwickeln. Im Zuge dieser Kampagne wird regelmässig auch das Cool IT-Ranking veröffentlich. In den USA engagiert sich Greenpeace auch für einen kohlestromfreien Betrieb der Rechenzentren von Facebook.

Hier geht's zum Ratgeber «Grüne Elektronik»