«Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er für sich selbst spricht. Gib ihm eine Maske und er wird dir die Wahrheit sagen.» - Oscar Wilde

Für die Arktis steht viel auf dem Spiel! Doch Ölkonzerne wie Shell wollen trotz erheblicher Pannen und Rückschläge an ihren Bohrplänen für die Arktis festhalten. Mit dem Ziel die volle Wahrheit über die Unfähigkeit der Ölindustrie ans Licht zu bringen, nimmt Greenpeace International die Sache jetzt in die eigene Hand – oder vielmehr: Die Organisation legt die Sache zurück in die Hände der einfachen Arbeiter, die Tag für Tag erleben, dass die Ölindustrie nicht «Arctic Ready» ist.

Die neue Webseite Arctic Truth will Angestellte und Partner von Ölkonzernen dazu ermutigen, die gewaltigen Risiken zu enthüllen, die die Unternehmen eingehen, um die Ressourcen dieser wertvollen Region auszubeuten. Vor allem zielen wir auf Informationen hinsichtlich der Sicherheitskultur, vergangenem Fehlverhalten und eventueller Verstösse gegen Sicherheitsauflagen.

Screenshot der Arctic Truth-Webseite

Zeitgleich mit dem Launch von www.arctictruth.org machen seit vergangenem Mittwoch Poster in der Nähe von Shell-Büros in London auf die Plattform aufmerksam. Vor den Shell-Zentralen in Grossbritannien und den Niederlanden verteilen Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten Flyer an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des vom Schweizer Peter Voser gelenkten Ölkonzerns. Ausserdem startet Greenpeace International auf der Networking-Seite LinkedIn online mit einer Charme-Offensive. 

Im Rahmen unserer Kampagne für den Schutz der Arktis ergreift Greenpeace International die Initiative zu einem Zeitpunkt grösster Zweifel an der Sicherheit von Ölbohrungen in der Arktis. Eine Serie von Zwischenfällen bei Shell hat deutlich gemacht, dass Ölkatastrophen auch von erfahrenen Unternehmen nicht ausgeschlossen werden können. Über das letzte Jahr ist Shell von einer Panne zur nächsten gestolpert – eine Notfallkuppel wurde bei Überprüfungen zerquetscht wie eine Bierdose, ein Schiff hielt Sicherheitsstandards nicht ein, eine Bohrinsel lief vor Alaska auf Grund und im Maschinenraum eines Bohrschiffs kam es zu einem Brand. Beide Bohreinheiten werden derzeit einer Überprüfung unterzogen.

Die Liste des Versagens liest sich wie ein «How not-to do» über arktische Ölbohrungen. Ohne die Beobachtung durch die Medien und die Öffentlichkeit wäre von der Wahrheit über Shells beschämende Sicherheitskultur nur sehr wenig bekannt geworden. Aus diesem Grund sucht Greenpeace International nach Informationen über Ölbohrprojekte im Hohen Norden, die andernfalls unter dem Mantel des Schweigens geblieben wären. Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, welche Risiken diese Konzerne an jedem Tag eingehen, an dem sie mit der Zukunft der Erde spielen, nur um an Öl zu kommen, welches den Klimawandel schlussendlich weiter anheizt.

Auf «Arctic Truth» kann man Informationen sicher und streng vertraulich übermitteln. Greenpeace International wird die Quellen schützen und sämtliche Informationen absolut respektvoll behandeln, um mit ihnen gegen verantwortungslose Praktiken in der Arktis vorzugehen. 

Es ist zu hoffen, dass Arbeitnehmer, Partner der Ölindustrie und andere diese neue Webseite nutzen, um die Wahrheit über das Glücksspiel ans Licht zu bringen, das Shell und andere in der Arktis veranstalten wollen. Ihr Mut könnte der Schlüssel zum Schutz der Arktis für künftige Generationen sein.