Computer

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Informationsseite - 13. Februar, 2013
Ein Computer wird nie völlig unschädlich für die Umwelt sein. Gründe sind der hohe Rohstoffbedarf, der Energieverbrauch und der Einsatz giftiger Chemikalien bei der Produktion. Und die Umwelt wird zusätzlich durch die Entsorgung alter Geräte belastet.

Immer mehr Geräte beziehen immer mehr Strom, und im Hintergrund — um das allgegenwärtige Internet und die mobile Kommunikation aufrechtzuerhalten — wachsen Datenzentren und ähnliche Infrastrukturen. Auch hier wird enorm viel Energie für Betrieb und Kühlung verbraucht. Weltweit, so wird geschätzt, benötigt die Informationstechnologie rund zwei Prozent des produzierten Stroms, und sie ist für ca. zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses verantwortlich.
Früher galt die Faustregel «1 Google-Abfrage = 1 Stunde Energiesparlampe». Seither haben die grossen Dienstleister zwar Fortschritte gemacht, auch unter dem Druck ihrer User und von Umweltorganisationen wie Greenpeace; aber der Bedarf an digitaler Infrastruktur und Dienstleistung wächst ständig, und das in immer mehr Teilen der Welt. Die sogenannte «Cloud» lässt uns unsere Daten jederzeit und überall abrufen. All das hat seinen ökologischen Preis, doch die gute Nachricht ist: Du kannst mit ganz einfachen Massnahmen deinen persönlichen Energieverbrauch mit dem Computer und anderen Elektronikgeräten senken und die Umweltverträglichkeit deiner IT-Ausrüstung steigern.

Was du tun kannst

  • Denke daran, dass nicht nur dein Computer Strom verbraucht, sondern dass auch deine Aktivitäten im Internet anderswo viel Strom verbrauchen.
  • Elektronische Geräte gehören nicht in den Abfall! Bring gebrauchte Geräte zurück zu der Verkaufsstelle; diese ist zur Rücknahme und Entsorgung verpflichtet.
  • Verschenke deine gebrauchten Geräte an Bekannte, Schulen oder gemeinnützige Vereine.
  • Ersetze elektronische Geräte erst, wenn sie definitiv den Geist aufgegeben haben, und repariere defekte Geräte, anstatt sie sofort zu ersetzen.

Blauer Engel
Blauer Engel Logo

Der Blaue Engel (das gängigste Öko-Label für Papier) wird seit einigen Jahren auch für umweltfreundlichere Bürogeräte vergeben. Dabei müssen die Geräte ressourcenschonend und emissionsarm funktionieren, was besonders bei Druckern und Kopierern wichtig ist. Allerdings sagt das Label noch nichts über die Feinstaubemission von Laserdruckern und -kopierern aus. Computern und Monitoren wird der Blaue Engel verliehen, wenn sie energiesparend und geräuscharm arbeiten und zumindest teilweise recyclingfähig sind.

Hier findest Du mit einer praktischen Suchfunktion alle Produkte, welche mit dem Blauen Engel versehen sind. Bedenke aber, ein Produkt ist nicht völlig unbedenklich, wenn es den Engel trägt. Recherche lohnt sich immer.

TCO

Der Dachverband der schwedischen Angestelltengewerkschaft verleiht das schwedische Zertifikat für elektronische Geräte: TCO (oder Tjänstemännens Centralorganisation). Die Kriterien für die Vergabe sind der Verzicht auf Giftstoffe wie Schwermetalle, bromierte und chlorierte Flammschutzmittel, die Einhaltung der nationalen Richtwerte für die Emission magnetischer und elektrischer Felder und der Energieverbrauch im Standby-Modus. Das TCO-Siegel gilt nur für Bürogeräte. In der Schweiz ist das Label leider noch kaum bekannt. TCO Logo

Desktop-Computer

Oder tut es ein Laptop auch?
Greenpeace geht davon aus, dass ein Desktop-Rechner etwa fünfmal mehr Energie verbraucht als ein Laptop. Da tragbare Computer auch ohne Stromanschluss funktionieren müssen, sind sie auf niedrigeren Stromverbrauch ausgelegt. Grössere Festplatten und schnellere Prozessoren verbrauchen mehr Energie.

Die Entwicklung von neuen Betriebssystemen und Programmen verläuft viel schneller, als die Geräte sich abnutzen. Die Konsumentin ist also versucht, sich neue Geräte anzuschaffen, bevor diese den Geist aufgeben, weil darauf gewisse Programme nicht mehr installiert werden können oder die Leistung für die immer datenintensiveren Anwendungen nicht mehr ausreicht. Deshalb empfiehlt sich:

  • Überlege vor jedem Kauf genau, was deine Bedürfnisse sind und ob dein altes Gerät sich nicht durch ein Upgrade auf einen zeitgemässen Stand bringen lässt.
  • Beschränke dich auf möglichst wenige, polyvalente Geräte. Ein handliches Laptop und ein Mobiltelefon reichen — daheim, im Büro und unterwegs — für die allermeisten digitalen Aktivitäten.
  • Kläre ab, ob du das Laptop deines Arbeitgebers auch privat nutzen kannst.

Drucken

Feinstaub
Nicht nur die bestmögliche Energieeffizienz macht «grüne» Bürogeräte aus. Laserdrucker und -kopierer bergen eine noch weitgehend unbekannte Gefahrenquelle: Feinstaub. Ihre gesundheitsschädliche Wirkung ist noch nicht geklärt. Es ist aber erwiesen, dass es sich bei den Emissionen von Laserdruckern und -kopierern um flüchtige Verbindungen und ultrafeine Staubpartikel handelt. Auf dem Sicherheitsdatenblatt eines Druckers räumt der Hersteller Hewlett Packard zum Beispiel ein, dass es bei der Nutzung bestimmter Drucker zu Reizungen der Atemwege kommen kann. Längere Exposition durch Einatmen grosser Mengen von Staub könnte sogar Lungenschäden verursachen, heisst es weiter.
Sicherheitshalber solltest du also ein paar Vorsichtsmassnahmen beachten:

  • Kauf statt eines Farbdruckers einen Tintenstrahldrucker. Flüssige Tinte produziert keinen Feinstaub.
  • Es gibt Partikelfilter, die du installieren kannst. Auf welches Gerät welcher Filter passt, findest du im Internet.
  • Stelle das Druck- und/oder Kopiergerät etwas entfernt von deinem Arbeitsplatz auf. Lüfte dort mehrmals täglich.
  • Willst Du Texte aus dem Internet drucken, hilft Dir diese Seite zu einer werbefreien und platzsparenden Druckausgabe.
  • Rezyklierte und unter den Standars des Blauen Engels hergestellte Tintenpatronen findest Du hier.
  • Wer bei seinem Drucker einen partikelfilter installiert, reduziert die Feinstaubemissionen. Welcher Partikelfilter auf welchen Drucker passt, kannst Du hier nachlesen.
  • Interessante Beiträge zu Feinstaub in Luft und Büro, bietet das Greenpeace Magazin Deutschland.
  • Informationen für ein «sicheres» Drucken findest Du hier.
  • Für eine Aufklärung der Bevölkerung über Nanomaterialien setzt sich der «Dialog Nanopartikel» (DaNa) ein. Unterstützt wird das Projekt u.a. vom Bundesamt für Umwelt Schweiz (Bafu).

Entsorgung

Wenn ein Gerät nicht aufgerüstet werden kann und wirklich nicht mehr deinen Bedürfnissen entspricht, kannst du dir überlegen, ob jemand anders dafür Verwendung hat. Wenn auch das nicht der Fall ist oder das Gerät irreparabel kaputt ist, dann ist eine sachgerechte Entsorgung eminent wichtig.

 

Illegaler Export

Eigentlich darf Elektroschrott aus der EU nur innerhalb der OECD-Länder exportiert werden. Greenpeace installierte 2009 ein GPS-Modul in einen alten Fernseher und verfolgte dessen illegale Reise bis ins afrikanische Lagos, einem der wichtigsten Umschlagplätze für diese Art von Ware.

Giftstoffe

Die meisten elektronischen Geräte, seien es Computer, MP3-Player oder Fernseher, enthalten gefährliche Giftstoffe wie zum Beispiel bromierte Flammschutzmittel (Brominated flam retardants, BFR), Schwermetalle und Polyvinylchloride (PVC). Diese Substanzen, insbesondere BFR, wirken sich negativ auf die Luftqualität aus und können gesundheitsschädlich sein. Die Luft wird umso mehr kontaminiert, je mehr Geräte mit giftigen Stoffen sich im Haushalt befinden. Diese Giftstoffe sind es auch, die das gesundheitlich und umwelttechnisch unbedenkliche Recycling elektronischer Geräte nahezu unmöglich machen.
Weltweit sind in den Städten etwa fünf Prozent des anfallenden Mülls Elektroschrott u. Ä. Innerhalb der Gruppe der sogenannten festen Abfälle ist ihr Anteil in den letzten Jahren am schnellsten gewachsen. Viele dieser elektronischen Abfälle werden von den reichen Ländern in die Entwicklungsländer ausgeführt. So exportieren beispielsweise die USA 50 bis 80 Prozent ihrer elektronischen Abfälle ins Ausland. In der EU und der Schweiz sind striktere Gesetze in Kraft.

  • Schaffe dir Elektronikgeräte an, die punkto Umweltverträglichkeit besonders gut abschneiden. Greenpeace gibt regelmässig einen entsprechenden Online-Führer heraus. Den Guide to Greener Electro­ nics findest du auf www.thoreau.ch/computer.
  • Wirf Elektronikgeräte erst fort, wenn sie wirklich unbrauchbar geworden sind.
  • Gib Geräte, die ausgedient haben, bei einer vertrauenswürdigen Verkaufsstelle zurück.

Papierlos lesen

Sollst du die Zeitung lieber auf Papier oder am Bildschirm lesen? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten.

 

Schriftgrösse

Eine Seite A4 voll beschrieben in Times fasst:

ca. 4000 Zeichen in Schriftgrösse 10;
ca. 6000 Zeichen in Schriftgrösse 12.

Ein Unterschied von 50 Prozent!

Ecofont

Mit einem ästhetischen Auge betrachtet ist die Schrift Ecofont freilich Geschmacksache. Aber durch ihre «löchrige» Typographie spart sie 20 Prozent Tinte Ecofont Logo

Papiersparen

Erstaunlicherweise hat der weltweite Papierkonsum stetig zugenommen, obwohl wir immer mehr Daten digital, also papierlos verarbeiten. Via E-Mail und immer mehr dank der sogenannten Cloud können wir umfangreiche Dokumente mühelos mit vielen Empfängern teilen. Drucker werden immer schneller und günstiger. Früher war Korrigieren mühsam, und man war zurückhaltender, etwas zu Papier zu bringen, bevor es im Geiste vorformuliert gewesen ist. Man könnte das mit der digitalen Fotografie vergleichen: Heute können wir gratis Dutzende Bilder machen. Früher kostete uns jede einzelne Belichtung. Umso wichtiger ist es, Papiersparen zu einem deiner Arbeitsprinzipien zu machen. Hier einige Tipps:

  • Drucke beidseitig, allenfalls sogar zwei oder mehr Seiten auf ein A4-Blatt.
  • Verwende für Entwürfe Makulatur (einseitig bereits gebrauchtes Papier).
  • Nimm dir die Zeit, ein intelligentes Ablagesystem auf deiner Hardisk und in deinem E-Mail-Browser zu erstellen. Das hilft dir, weniger ausdrucken und klassisch archivieren zu müssen.
  • Erstelle Backups deiner Daten. Du wirst weniger das Gefühl haben, Dokumente ausdrucken zu müssen, um sie nicht zu verlieren.
  • Stelle deinen Bildschirm optimal ein (oder lass es einen Fachmann tun): Das erleichtert es dir, Dokumente am Bildschirm und nicht auf Papier zu bearbeiten.
  • Stelle die Schriftgrösse angemessen ein: Für vieles (je nach Schrifttyp) ist Punktgrösse 10 tadellos lesbar. Gegenüber Schriftgrösse 12 sparst du aber einiges an Papier. Dasselbe gilt für Zeilenabstände.

Immerhin wird heute immer mehr gebrauchtes Papier gesammelt und recycelt. Papiervermeidung bleibt aber oberstes Gebot.

Willst Du Texte aus dem Internet drucken, hilft Dir diese Seite zu einer werbefreien und platzsparenden Druckausgabe.

Für umweltverträgliche Büroökologie und Papiere in der Schweiz ist der FUPS zuständig. Informiere dich hier.

 

Stand-by

Die meisten elektronischen Geräte haben einen Stand-by-Modus. Das heisst, dass sie nicht ganz ausgeschaltet werden und deshalb schneller wieder in Betrieb genommen werden können. Jährlich wird in der Schweiz durch den Stand-by-Modus elektronischer Geräte ungefähr genauso viel Strom verschwendet, wie der Atommeiler Mühleberg pro Jahr produziert.
Ein einfaches Mittel, um den Energieverbrauch im Stand-by-Modus zu reduzieren, sind ausschaltbare Steckleisten. Werden die Geräte nicht mehr gebraucht, musst du lediglich die Steckleiste abschalten; so kannst du gleich mehrere Geräte mit einem Knopfdruck vom Strom abhängen. Es gibt sogar Steckleisten, die sich per Fernbedienung ausschalten lassen.

  • Achte beim Kauf eines neuen Geräts darauf, wie viel Energie der Stand-by-Modus braucht. Du findest entsprechende Informationen in den Bedienungsanweisungen oder auf den Internetseiten der Hersteller.
Stand-by

Hier eine Übersicht des Stand-by-Verbrauchs einiger wichtiger Haushaltsgeräte:

GerätStand-by-Leistung in Watt∅h Stand-by pro TagkWh/CHF pro Jahr
HiFi-Anlage 10 20 73/15
PC-Monitor & Drucker 10 20 73/15
DVD-Rekorder mit Festplatte 8 22 64/13
DSL-Modem & Router 7 20 51/10
TV alt 6 20 43/09
Anrufbeantworter 3 24 26/05
Kaffeemaschine 3 23 25/05
Spielkonsole 3 22 24/05
Telefon schnurlos 2 23 17/03
TV LCD 1 20 7/01
TOTAL 53   93/80

 

Würden wir unsere Geräte vom ewigen Stand-By erlösen, könnten wir zwei AKWs vom Netz nehmen. Eine Hilfe dabei ist die Steckerleiste vom Greenpeace Warenhaus Deutschland.

Noch mehr Spartipps gibt diese schöne Übersicht. Zum Downloaden und Ausdrucken.

Wer mal testen will, wie viel sein Haushalt verbraucht ohne wirklich zu leisten, kann sich den Tatsachen hier stellen. Eine Liste voller Tipps um dem unnötigen Energieverlust zu umgehen, gibt die Schweizer Seite topten.ch.

Tinte

Achte beim Kauf von Tinte darauf, dass du welche auf Pflanzenbasis wählst. Andere Tintenarten enthalten flüchtige organische Verbindungen (VOC), die für deine Gesundheit wie auch für die Umwelt schädlich sind.

Links

  • Ratgeber grüne Elektronik
  • Kaum ist die Garabtie ausgelaufen, geht das Gerät kaputt. Wem das bekannt vorkommt, für den ist «Geplante Obsoleszenz» vielleicht kein Fremdwort mehr.
    Die Seite www.murks-nein-danke.de wehrt sich gegen solche wissenltich eingebauten Fehler in Elektronikgeräten.
  • Die Herstellung von Elektrogeräten braucht vor allem eins: seltene Erden und nach diesen wird häufig in Krisengebieten wie dem Kongo geschürft.
    Einen Überblick gibt es hier.
  • Noch im Aufbau, aber dennoch informativ: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) erstellt ein «Handy-Ranking» der grünsten Smart- und Mobilphones.

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