Desertec

Der Strom aus der Wüste

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Informationsseite - 25. Juni, 2010
Solarthermische Kraftwerke können zukünftig bis zu einem Viertel der weltweiten Stromversorgung decken. Nur zwei Prozent der Sahara reichen aus, um die ganze Welt mit Strom aus Solarkraftwerken zu versorgen.

Die Vision von der Energieversorgung durch saubere Solarenergie aus der Wüste Nordafrikas wird mit dem Baubeginn des ersten Kraftwerks in Marokko zur Realität. Eine Reihe von deutschen Unternehmen u.a. die Deutsche Bank, E.ON, RWE, ABB und Siemens gehören zu den Gründungsmitgliedern von "Desertec". Ihr Konzept sieht vor, ein Netz solarthermischer Kraftwerke im Mittelmeerraum aufzubauen. Es sollen dabei auch Windenergie, Wasserkraft, Geothermie und Biomasse genutzt werden. Den wichtigsten Anteil aber soll die Solarenergie leisten, Photovoltaik und konzentrierte Sonnenkraft.

Die Zukunft der Energieversorgung muss heute aufgegleist werden, wobei die dezentrale Energieerzeugung eine grosse Rolle spielen wird, um das Ziel einer weitestgehenden Energieautarkie, zur Steigerung der Energieeffizienz, zu ermöglichen. Trotzdem haben Grossprojekte wie Desertec heute eine wichtige Signalwirkung: Sie zeigten auf, dass die Zukunft den Erneuerbaren Energien gehört.

© Satellitenfoto von Astrofoto / Greenpeace

Die Quadrate illustrieren die Grösse der benötigten Wüstenfläche für eine vollständige Stromversorgung der genannten Regionen durch solarthermische Kraftwerke (CSP).
Eine solche Vollversorgung ist weder notwendig noch wird sie angestrebt, weil auch andere, vorwiegend dezentrale Erneuerbare Energien zur Verfügung stehen.  (Daten von 2005)

 

 

 

 

 

 

Herausforderungen des Projektes

Die meisten heutigen Technologien setzen für die Energiegewinnung Wasser voraus. Und das ist in der Wüste mehr als knapp. Daher kommen bisher nur Standorte in Meeresnähe in Frage, wobei mit der überschüssigen Energie gleich auch Entsalzungsanlagen für die Trinkwassergewinnung betrieben werden könnten. Eine weitere Herausforderung bildet die Weiterleitung des Stroms, diese setzt neue Übertragungsnetze voraus, was hohe Investitionen für den Ausbau der Infrastrkuktur bedeutet. Die Zusammenarbeit der Länder Nordafrikas und der EU ist ein weiterer Knackpunkt im Projekt; es muss geklärt werden, wer die Hoheit über die Netze und ihre Nutzung erhalten wird.

Bei der Umsetzung grossflächiger Desertec-Anlagen müssen aber einige Faktoren miteinbezogen werden:

  • Die lokale Bevölkerung muss von den Projekten profitieren. Nordafrika darf nicht als Energievorraum Europas missbraucht werden, bei dem nicht bloss der Strom, sondern auch die Gewinne zum grössten Teil zu den europäischen Energiekonzernen zurückfliessen.
  • Desertec darf nicht als Ausrede dienen, das Energieeffizienz- und erneuerbare Energiepotential in den Industrieländern zu vernachlässigen. Stattdessen gilt auch im Bereich der erneuerbaren Energiegewinnung die Energiequellen und –Standorte zu diversifizieren. Damit geht eine stabilere Versorgungssicherheit und eine grössere lokale Wertschöpfung einher.

 

Ein Viertel des weltweiten Strombedarfs kann zukünftig in solarthermischen Kraftwerken umweltfreundlich, preiswert und zuverlässig erzeugt werden. Solarthermische Kraftwerke können zukünftig damit dreimal mehr Strom produzieren als alle derzeitigen Atomkraftwerke der Welt zusammen.

 

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