Eier

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Informationsseite - 13. Februar, 2013
Jede Einwohnerin der Schweiz konsumiert im Jahr etwa 180 Eier. Zurzeit sind in der Schweiz ungefähr 14 000 Landwirtschaftsbetriebe auf die Nutzgeflügelhaltung spezialisiert. Geflügelhaltung wird vom Bund kontrolliert und von unabhängigen Geflügelfachleuten permanent kontrolliert. Obwohl die Käfig- oder Batteriehaltung von Legehennen in der Schweiz seit 1992 verboten ist, lohnt es sich, beim Kauf von Eiern auf verlässliche Labels zu achten oder Eier direkt bei einem Bio-Bauern zu kaufen, den du kennst.

Das grösste Umweltproblem bei der Eierproduktion ist — ähnlich wie beim Fleisch — die Fütterung. Das Kraftfutter besteht neben Mais zum grössten Teil aus vor allem aus Brasilien importierter Soja. Dort werden dem Anbau immense Flächen unersetzlichen Regenwaldes geopfert. Ausserdem verwandelt sich weltweit die Geflügelzucht zu einer von wenigen Firmen kontrollierten Industrie.

Was du tun kannst

  • Kaufe nur Eier, die Bio-(oder gleichwertig), Demeter- oder KAGfreiland-zertifiziert sind.
  • Kaufe Eier aus deiner Nähe, direkt ab Hof, auf dem Wochenmarkt oder im Bio- oder Dorfladen.

Bodenhaltung

Viele landwirtschaftliche Betriebe in der Schweiz sind nach 1992 auf Bodenhaltung umgestiegen. «Bodenhaltung» ist leider ein schönfärberischer Ausdruck. In Wirklichkeit haben diese Hühner in der Regel keinen Auslauf, fristen ihr Dasein also in einem geschlossenen Raum. Ausnahmen bestätigen die Regel: Es gibt Bodenhaltungsställe, die über wetterfeste, überdachte Freiluftbereiche verfügen.
Per Gesetz müssen Bodenhaltungssysteme über Sitzstangen (mind. 14 cm pro Tier) und über für die Tiere begehbare Flächen verfügen. Eine Herde darf zudem nicht mehr als 18 000 Hennen umfassen. Geregelt ist auch die Anzahl Hennen, die pro Quadratmeter gehalten werden dürfen, allerdings ist diese von der Bauweise der Haltungssysteme abhängig.

Klimabilanz

Die Klimabilanz von Eiern wird auf 1,5 bis 1,9 kg CO2-Äquivalent pro Kilo geschätzt. Für einen Vergleich mit anderen tierischen Produkten siehe die Tabelle auf Seite 182.

Freilandhaltung

Die Mehrzahl der konventionellen Schweizer Legehennenbetriebe halten ihre Tiere in «Freilandhaltung»: Bei trockenem Wetter dürfen die Tiere den Stall verlassen. Sowohl bei der Anzahl Hennen pro Herde wie auch den Grössen der Weideflächen pro Huhn unterscheiden sich die Anbieter.
In der Integrierten Produktion (IP), beispielsweise bei Naturafarm (Coop) oder TerraSuisse (Migros) stehen den Hühnern 2,5 m2 Weidefläche zu. Die Ställe sind so konzipiert, dass pro begehbare Fläche maximal zehn Tiere gehalten werden, viele Ställe verfügen zudem über einen Schlechtwetterauslauf.
Freilandhaltung ist nur dann sinnvoll, wenn die Tiere im Freien ihren natürlichen Instinkten wie Staubbaden, Verstecken, Scharren und Picken nachgehen können. Mit einer kahlen Fläche ist es nicht getan.


Käfighaltung

In der Schweiz ist die Haltung von Nutzgeflügel in Käfigen (Batteriehaltung) bereits seit 1992 verboten. Erlaubt ist allerdings der Import von billigen Batterie-Eiern aus dem Ausland. Solche müssen mit dem Hinweis «aus in der Schweiz nicht zugelassener Käfighaltung» versehen werden.

Ein Problem stellt nach wie vor die Weiterverarbeitung von Eiern aus Käfighaltung dar. Dank Initiativen und des Drucks von Konsumenten und Tierschutzverbänden haben sich zwar viele Grossverteiler in der Schweiz bereit erklärt, die Herkunft der verwendeten Eier auf den Verpackungen auszuweisen, verpflichtet dazu sind sie allerdings nicht. Nur zertifizierte Bio-Produkte enthalten ökologisch und tierethisch einwandfreie Eier.

Wo kaufen

Demeter-Produkte sind vorwiegend im Direktverkauf (ab Hof, Wochenmarkt) oder aber in Reformhäusern und Bio-Läden erhältlich.

Labels

Drei Labels für ökologisch und tierschützerisch vertretbare Eier sind zu empfehlen:
Bio Knospe LogoBio-Knospe
Nur 14 Prozent der Freilandbetriebe halten sich an Biostandards. Es versteht sich von selbst, dass es kein BioLabel für Bodenhaltung oder Batteriehaltung gibt. Hennen in von Bio Suisse zertifizierten Betrieben stehen fünf Quadratmeter Weideland zu, ihr Auslauf ist auch bei schlechter Witterung gewährleistet, zudem werden sie ausschliesslich mit Bio-Futter gefüttert, und pro Stall dürfen nicht mehr als 2000 Hennen gehalten werden. Nur Höfe, die eine gesamtbetriebliche Bioproduktion betreiben, können ein Zertifikat für ihre Eier erhalten, der Einsatz von Gentechnologie ist verboten. Die Auslauffläche der Tiere muss Schutz vor Feinden, Regen, Wind und Sonne bieten. Für die Vergabe des Bio Suisse-Knospe-Siegels wird die Teilnahme an den Programmen BTS und RAUS gefordert.
Demeter LogoDemeter
Das Qualitätssiegel Demeter wird seit 1954 vom Verein für biologisch-dynamische Landwirtschaft verliehen und ist damit älter als das Knospe-Logo von Bio Suisse. Die Richtlinien sind in einigen Punkten strenger und stützen sich nicht nur auf naturwissenschaftliche Erkenntnisse, sondern berücksichtigen ebenso geisteswissenschaftliche und anthroposophische Überlegungen. Die Richtlinien von Demeter Schweiz erfüllen sowohl die Knospe-Richtlinien von Bio Suisse als auch die Richtlinien von Demeter International. Im Zentrum der Demeter-Philosophie stehen die art- und wesensgerechte Haltung der Tiere sowie der Erhalt eines möglichst geschlossenen Hofkreislaufs.
KAG Freiland LogoKAGfreiland
Die 1972 gegründet KAG (Konsumenten-Arbeits-Gruppe für tier- und umweltfreundliche Nutztierhaltung) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich mit eigenen Tierprojekten für die artgerechte Haltung von Nutzieren einsetzt. Mit ihren Kampagnen zeigt sie Missstände in der Haltung von Nutztieren auf und setzt sich für tierfreundliche Importregelungen ein. Das Projekt «Kombihuhn» sucht nach einer Lösung, um die Vergasung von fast zwei Millionen männlicher Küken jährlich zu stoppen. So ziehen KAGfreiland-Bauern männliche Küken zu Junghähnen auf, anstatt sie kurz nach dem Schlüpfen zu töten.

Zucht zur Eiermaschine

Die Zucht zur Hochleistungslegehenne begann erst im 20. Jahrhundert. Unsere Haushühner stammen alle von einem ostasiatischen Wildhuhn mit einer ursprünglichen Legeleistung von 60 Eiern pro Jahr ab. 1950 lag die durch Zucht gesteigerte Legeleistung der Hennen bereits bei 170 Eiern pro Jahr. Heute sind es 320 Eier pro Jahr und Henne.
Nach etwa 18 Monaten werden die Hennen «ausgestallt». Da ihre Legeleistung nicht mehr ausreicht, müssen sie die Herde und ihren Stall verlassen. 20 Prozent der jährlich 1,7 Millionen ausgestallten Hennen wurden früher als «Suppenhuhn» angeboten. Doch das Fleisch findet kaum mehr Abnehmer: Es ist den modernen Konsumentinnen zu zäh. Die meisten ausgestallten Hennen werden in mit Kohlendioxid gefüllten Containern getötet und später zur energetischen Nutzung in Biogas umgewandelt.

Links

  • Eine einfache Methode den aufgedruckten «Eier-Code» zu entschlüsseln und rauszukriegen, woher Dein Ei eigentlich stammt.
    Eier ohne «CH-Kürzel» lassen sich hier entschlüsseln.
  • Vorschriften und Gesetzmässigkeiten Legehennenhaltung legt der Bund hier dar.

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