Fleisch Labels

Wenn Fleisch dann

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Informationsseite - 28. Juli, 2010
Hier finden Sie eine Zusammenstellung der Schweizer Fleischlabels mit Informationen zur Tierhaltung und –fütterung. Die einzelnen Etiketts werden dabei kritisch betrachtet. Wo das Fleisch erhältlich ist und wie die Produzenten kontrolliert werden, erfahren Sie ebenfalls. Links auf verwandte Webseiten führen zu weiteren ausführlicheren Informationen.

Kagfreiland

Kagfreiland - die Spitze

Setzt die Trends für alle Labels zur Verbesserung des Wohls der Nutztiere. RAUS+(*): Täglich Weide im Sommer (ausser Mastschweine) und täglich Auslauf im Winter. BTS+(**): Laufställe mit grösseren Flächen (bei Rindvieh für neue Betriebe; wenige bisherige Betriebe haben Frist bis 2010 für Wechsel von Anbinde- zu Laufstall). Enthornen und Kastrieren sind stark eingeschränkt und sollen ganz verboten werden. Der Transport zum Schlachtort darf max. 30 km oder 1 Stunde beanspruchen.

Alle Tiere auf dem Betrieb müssen nach diesen Richtlinien gehalten werden. Biologische Bewirtschaftung des ganzen Betriebs ist obligatorisch. Kontrolle: unabhängig und z. T. unangemeldet; zudem unangemeldete Oberkontrollen durch kagfreiland

Kehrseite der Pionier-Medaille: kagfreiland-Produkte sind nur in ausgewählten Metzgereien und Läden oder ab Hof erhältlich.
Produkte: Fleisch/-waren aller Tierkategorien, Milch/-produkte, Eier
Bezugsquellen: www.kagfreiland.ch

 

Bio-Labels

Bio- Labels: Nummer zwei (Bio-Suisse, M-Bio, Demeter, fidelio)

Die Tierhaltungsvorschriften wurden in den letzten zehn Jahren schrittweise verschärft. Die Bio-Labels sind heute die zweitstrengsten Labels für Produkte aus besserer Tierhaltung. RAUS (*) und BTS (**) (mit gewissen + bei einzelnen Tierkategorien und mit einem Minus bei der bis 2010 tolerierten Anbindehaltung von Rindern und Kühen). Besonders tierfreundlich sind die Vorschriften für Bio-Weide-Beef (Migros). Enthornen ist nur bei Demeter verboten, Kastrieren und Transportdistanzen sind nicht speziell geregelt.

Alle Tiere auf dem Betrieb müssen nach diesen Richtlinien gehalten werden. Biologische Bewirtschaftung des ganzen Betriebs ist obligatorisch.

Kontrolle: unabhängig und z. T. unangemeldet.
Produkte: Fleisch/-waren aller Tierkategorien, Milch/-produkte, Eier
Bezugsquellen: www.biosuisse.ch, Metzgereien www.fidelio.ch, Bioläden www.bionetz.ch, Grossverteiler Coop und Migros, ferner Manor (nur Milchprodukte)

Agri Natura

AgriNatura: gutes Mittelfeld

Das Label in Bauernhand bzw. in der Hand der fenaco, des Dachverbands der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Für die dem Label unterstellten Tierkategorien gilt: RAUS(*) und BTS(**), ergänzt um permanent zugänglichen Auslauf ins Freie. Für die übrigen Tierkategorien bestehen keine besonderen Vorschriften. Biologische Bewirtschaftung ist nicht obligatorisch.

Kontrolle: mehrmals jährlich unangemeldet, aber nicht durch unabhängige Kontrolleure.
Produkte: Fleisch/-waren aller Tierkategorien, Milch/-produkte, Eier
Bezugsquellen: Volg, PickPay, Carrefour, Jumbo, Metzgereien

Natura-Beef

Natura-Beef: schön für Kälber, aber…

Das tierfreundlichste Label im Bereich Jungrind: das Kalb lebt bis zur Schlachtung im Alter von ca. 10 Monaten mit seiner Mutter oder einer Ammenkuh zusammen. Es gelten RAUS (*) und BTS(**). Naturnahe Fütterung mit Vollmilch, Gras und Heu. Keine biologische Bewirtschaftung – ausser wenn zusätzlich mit der «Knospe» deklariert.

Die Kehrseite der Medaille: Ein auf Mutterkuhhaltung spezialisierter Betrieb überlässt die Produktion von Konsummilch andern Betrieben, welche die Kälber viel zu früh von der Mutter trennen und meist an spezialisierte Mastbetriebe abschieben. Das hohe Tierwohl des Jungrinds trägt zum geringen Wohl vieler Kälber bei. Der Preise der starken Spezialisierung der Landwirtschaft wird von Tieren und Bauern bezahlt.

Kontrolle: Unabhängig und z. T. unangemeldet. Produkte: Jungrind
Bezugsquellen: Coop, einzelne Metzgereien, ab Hof und bei www.svamh.ch

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(*)(**)RAUS und BTS
Zwei Programme des Bundes zur Ausrichtung von Ökobeiträgen an Betriebe, welche ihren Tieren mehr bieten als das, was die Tierschutzverordnung im Minimum fordert.

Die meisten Labels für tierische Produkte basieren mehr oder weniger auf einem oder beiden dieser Programme. Da beide Programme Lücken in Bezug auf das Tierwohl aufweisen, gehen einzelne Labels z. T. erheblich weiter. Rund die Hälfte aller Nutztiere leben heute in einem RAUS- oder BTS-System. Ein Betrieb, der sich für RAUS- oder BTS-Beiträge anmeldet, muss alle Tiere der angemeldeten Kategorie (z. B. Aufzuchtkälber) nach diesen Regeln halten, kann aber Tiere einer anderen Kategorie (z. B. Mastkälber) nur nach den gesetzlichen Mindestvorschriften halten.

(*)RAUS = regelmässiger Auslauf ins Freie
Die RAUS-Bedingungen sind erfüllt, wenn die Tiere im Sommer an 26 Tagen pro Monat auf eine Weide (bei schlechtem Wetter in einen Auslauf) und im Winter an 13 Tagen pro Monat in einen Auslauf dürfen. Diese Regelung gilt für Rindvieh in Anbindeställen. Bei Rindvieh in BTS-Ställen kann RAUS auch erfüllt werden, wenn den Tieren ein permanent zugänglicher Auslauf zur Verfügung steht; Weide ist in diesem Fall nicht vorgeschrieben. In der Schweinehaltung genügt täglicher, nicht permanenten Auslauf für RAUS-Beiträge. In der Geflügelhaltung ist hingegen tägliche Weide vorgeschrieben.

(**)BTS = Besonders tierfreundliche Stallhaltung
Die BTS-Bedingungen sind erfüllt, wenn die Tiere in Laufställen in Gruppen gehalten werden. Anbindehaltung ist verboten. Mindestens die Liegeflächen müssen eingestreut sein. Bei Geflügel ist tagsüber Zugang in einen Aussenklimabereich vorgeschrieben.

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