Haushaltsgeräte

Einfach viel tun für die Energiewende

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Informationsseite - 20. Februar, 2013
Die meisten von uns kochen fast täglich. Speisen bewahren wir kühl auf, damit sie nicht verderben. Wir waschen Wäsche, haben eine Spülmaschine. Für all das benutzen wir Geräte, die mit Strom, seltener mit Gas betrieben werden. Das heisst, dass wir mit jeder dieser Aktivitäten täglich Energie verbrauchen. Wie viel oder wenig Energie, das können wir mit ganz einfachen Entscheidungen selber steuern. Und wie unterschiedlich unsere persönliche Energiebilanz ausfallen kann, ist erstaunlich: Der grösste Posten beim Stromverbrauch ist zwar mit 20 Prozent die Beleuchtung, aber Kühlen (18 %), Wäschetrocknen (15 %), Waschen (13 %), Kochen (8 %) und Geschirrspülen (5 %) machen zusammen 60 Prozent des Stromverbrauchs in einem durchschnittlichen Haushalt aus. Indem du deinen Verbrauch deutlich reduzierst, kannst du einen wirksamen individuellen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende leisten.

Die gute Nachricht: Energieeffizienz ist meistens mit sehr einfachen Massnahmen verbunden, denn Effizienz bedeutet gleiche Leistung mit weniger Ressourcen. Das hat nichts mit Verzicht zu tun, sondern damit, dass man bestimmte Gewohnheiten hinterfragt und verändert. Verzichtet man, wenn man das Licht in Zimmern ausschaltet, in denen man sich nicht aufhält?
Im Zusammenhang mit Haushaltsgeräten gibt es zahllose Spartipps. Besonders effektiv sind Einsparungen überall dort, wo Wärme entsteht. Mechanische Abläufe wie Staubsaugen haben weniger Sparpotenzial. Manchmal sind Effizienzmassnahmen mit Kosten verbunden, dann beispielsweise, wenn man Geräte anschafft, deren Stromverbrauch geringer ist. Sehr oft jedoch zahlen sich diese Investitionen mittelfristig wieder aus. Unser Strom ist zu billig, gemessen an den echten Kosten, die er verursacht. Im Rahmen der Energiewende mag der Preis der Kilowattstunde zwar steigen. Aber der sinkende Verbrauch wird diese Teuerung kompensieren. Effizient zu haushalten ist also nicht nur eine Frage der Ökologie, sondern auch der Ökonomie.

Was du tun kannst

  • Bei allen Haushaltsgeräten kannst du mit einer richtigen Benutzung ganz einfach viel Energie und Geld sparen.
  • Falls du ein Haushaltsgerät mit Stand-by-Modus hast: Schalte dieses Gerät ganz aus, wenn du es nicht benutzt. Das gilt vor allem für Kaffeemaschinen.
  • Wenn du selber bestimmen kannst, was für ein Haushaltsgerät du erwirbst und benutzt, wähle eines einer möglichst hohen Energieeffizienzklasse. Die Investition lohnt sich auch finanziell innerhalb weniger Jahre.

Geschirrspülmaschine

Die einfachste Regel: Eine voll beladene Geschirrspülmaschine braucht pro Gedeck weniger Energie als eine kleine, nur halb volle Maschine. Am meisten Strom kostet das Aufheizen. Um das Geschirr zu säubern, reicht ein Sparprogramm mit 50 Grad Wassertemperatur völlig aus und spart gegenüber dem Normalprogramm mit 65 Grad etwa 20 Prozent Energie und Wasser.

Kaffeemaschinen

Kaffeemaschinen sind besonders schlimme Stromfresser, weil viele davon lange Zeit oder sogar ständig im Stand-by-Modus laufen. Damit sind sie für ein Prozent des gesamten Schweizer Stromverbrauchs verantwortlich. Allein das Warmhalten des Kaffeewassers kostet die Schweizer Haushalte insgesamt 60 Millionen Franken pro Jahr.

  • Wenn du die Kaffeemaschine länger nicht brauchst, schalte sie aus. Vor allem über Nacht.

Kochherd & Backofen

Am energieeffizientesten kochst du mit Gas. Allerdings werden beim Kochen mit Gas — wie bei jeder Verbrennung — Feinstaubpartikel freigesetzt. Bei den Elektroherden gibt es punkto Effizienz grosse Unterschiede: Ein Glaskeramikherd spart gegenüber dem traditionellen Herd mit Gussplatten 10 bis 20 Prozent, ein Induktionsherd sogar 30 Prozent Strom. Allerdings entstehen bei der Induktion Magnetfelder, was zu führen kann. Als Mieter hast du kaum Einfluss auf den Kochherdtyp in deiner Wohnung. Wenn eine Neuanschaffung ansteht, solltest du versuchen, ein energieeffizientes Gerät durchzusetzen. In der Zwischenzeit kannst du mit relativ einfachen Mitteln den Strom- oder Gasverbrauch senken:

  • Kochen mit Deckel lässt die Speisen schneller gar werden und senkt den Stromverbrauch um bis zu 65 Prozent.
  • Ein Dampfkochtopf spart bei einer Garzeit von mehr als 40 Minuten bis zu 50 Prozent Energie gegenüber konventionellen Kochtöpfen.
  • Wärmeisolierte Pfannen senken den Stromverbrauch um etwa 15 Prozent.
  • Pfannen sollten möglichst gleich gross sein wie die Kochplatte und einen planen Boden haben.
  • Wenn du die Kochplatte oder den Backofen ein paar Minuten vor Ende der Garzeit ausschaltest, kannst du die Restwärme nutzen, um das Essen fertig zu garen.
  • Stell die Speisen in den Backofen, ohne ihn vorzuheizen. Das braucht etwas Übung, die Garzeiten ändern sich dadurch, aber damit sparst du bis zu 20 Prozent Energie.
  • Eine saubere Scheibe am Backofen ermöglicht dir, den Fortschritt des Backprozesses zu verfolgen, ohne dass du die Türe öffnen musst.
  • Backen ist sehr energieintensiv. Heize den Backofen nur auf, wenn es sich mengenmässig wirklich lohnt. Vielleicht kannst du nach der Zubereitung eines Schmorgerichts die Restwärme nutzen, indem du zusätzlich eine Wähe backst.
  • Bei kleinen Mengen ist der Mikrowellenherd energieeffizienter, weil nur die Speise selbst erhitzt wird und nicht der ganze Backraum.
  • Es gibt Kombi-Herde, die du sowohl mit Strom als auch mit Holz betreiben kannst.

Kühlschrank

Grundsätzlich verbraucht ein Kühlschrank, der älter ist als zehn Jahre, zu viel Energie. Versuche deshalb, wenn möglich, deinen Kühlschrank durch ein Gerät einer möglichst hohen Energieeffizienzklasse, mindestens A++, auszutauschen. Hier einige praktische Informationen:

  • Kühl- und Gefriergeräte arbeiten in kühler Umgebung am effizientesten. Stell sie nicht neben die Heizung, den Herd, den Geschirrspüler oder die Waschmaschine oder ins direkte Sonnenlicht. Ist nur noch Platz neben dem Herd, hilft ein zwischen den Geräten angebrachter feuerfester Dämmstoff.
  • Eine um 1 Grad Celsius niedrigere Raumtemperatur spart etwa 3 Prozent Strom bei Gefrier- und sogar 6 Prozent bei Kühlgeräten.
  • 7 Grad Celsius beim Kühlschrank reichen völlig aus. Damit sparst du im Vergleich zu einer Temperatur von 5 Grad etwa 15 Prozent Strom. Beim Gefriergerät genügen minus 18 Grad.
  • Achte darauf, dass dein Kühlschrank eine angemessene Grösse hat. Ein riesiger Kühlschrank im Singlehaushalt hat auch einen hohen Strombedarf. Als Richtschnur gilt ein Volumen von 60 Liter Nutzinhalt pro Person.
  • Ein zu 70 Prozent gefüllter Kühlschrank arbeitet am effizientesten.
  • Taue gefrorene Lebensmittel im Kühlschrank auf (allenfalls an der frischen Luft) statt direkt in der Pfanne. Und stelle erhitzte Speisen erst nach dem Erkalten hinein. Das spart Energie und erspart dir ausserdem ein häufiges Abtauen des Kühlschranks. Dies solltest du spätestens tun, wenn die Eisschicht etwa einen Zentimeter dick ist.
  • Vermeide es, die Kühlschranktüre häufig und lange zu öffnen.
  • 1989 wurden mit dem Montrealer Abkommen Fluorchlorkohlenwasserstoffe, kurz FCKW, verboten. Ältere Kühlschränke enthalten also noch immer diese Atmosphären-Killer und müssen sachgerecht entsorgt werden.

Labels

Heute gibt die Energieetikette gute Anhaltspunkte in Bezug auf die Energieeffizienz. Das von der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde vergebene Label Energy Star ist hingegen wenig aussagekräftig:
Energieetikette: A+++, A++, A+ usw.
Die Energieetikette bezeichnet, wie viel Energie ein technisches Gerät oder ein Gebäude verbraucht. Die Schweiz hat dafür die Vorgaben und Kennzeichnungen der EU übernommen. Die Geräte werden zuerst in verschiedene Grössenklassen eingeteilt, und für jede Grösse wird ein bestimmter Referenzwert festgelegt.
Die Energieeffizienzklasse sagt dann aus, wie viel Prozent Energie das betreffende Gerät im Vergleich zu diesem Referenzwert verbraucht. Die beste Klasse ist seit Anfang 2012 A+++; solche Geräte verbrauchen je nach Art etwa 20 Prozent (Kühlschränke), 10 Prozent (Fernseher) oder 50 Prozent (Waschmaschinen und Geschirrspühlmaschinen) der Energie des Referenzwerts. In zwei Jahren müssen alle neu verkauften Geräte der Klasse A++ oder A+++ entsprechen.
Energy Star
Die Kriterien des Energy-Star-Labels werden durch die US-Umweltschutzbehörde festgelegt. Allerdings hat das Label keine wirkliche Aussagekraft, denn über 70 Prozent der elektrischen Geräte, die heute verkauft sind, erfüllen die Kriterien. Zudem überprüft niemand, ob die angegebenen Werte überhaupt korrekt sind. Für die Erteilung des Labels genügt es, wenn der Hersteller dies verlangt.

Waschmaschine & Tumbler

Hier gilt das Gleiche wie für den Kühlschrank: Ersetze, wenn möglich, eine alte Waschmaschine oder einen alten Tumbler mit einem Gerät der Klasse A++ oder A+++. Sonstige Massnahmen:

  • Wasche deine Kleidungsstücke bei möglichst niedrigen Temperaturen. Das spart Energie, und die Kleider halten länger. Ein Waschgang bei 90 Grad frisst doppelt so viel Strom wie bei 60 Grad und gar siebenmal so viel wie bei 30 Grad. Normal verschmutzte Wäsche wird auch bei 30 Grad sauber.
  • Manchmal reicht schon gutes Lüften, damit ein unverschmutztes Kleidungsstück noch einmal tragbar ist.
  • Benutze keinen Wäschetrockner, wenn du das vermeiden kannst (und es lässt sich fast immer vermeiden). Wäschetrockner sind enorme Energiefresser. Hänge deine Wäsche zum Trocknen auf, am besten draussen. Geht es nicht ohne Tumbler, dann gilt: Gut geschleudert ist halb getrocknet. Stelle an der Waschmaschine also eine möglichst hohe Schleuderdrehzahl ein.
  • Ob du die Waschmaschine voll oder halb leer laufen lässt: Der Strom- und Wasserverbrauch ändert sich kaum. Das heisst, du sparst wirklich einiges an Energie, wenn du die Kapazität der Waschtrommel voll ausnützt. «Faustregel»: Die Maschine ist dann voll, wenn eine geballte Faust noch Platz zwischen Wäsche und Trommel hat.
  • Hat deine Maschine eine Spareinstellung, die etwa mit «1⁄2» angegeben wird, bedeutet das nicht, dass sie die Hälfte des Stroms eines Standardwaschgangs verbraucht, sondern lediglich ein Drittel weniger.

Nicht nur der Energie-, auch der Waschmittelverbrauch ist ökologisch relevant:

  • Erkundige dich nach der Wasserhärte in deiner Liegenschaft. Bei weicherem Wasser benötigt man weniger Seife.
  • Beachte die auf der Packung angegebenen Mengen. Reduziere sie eher, wenn es der Verschmutzungsgrad der Wäsche zulässt.
  • Kaufe ökologisch einwandfreie Produkte, am besten sparsam verpackt.
  • Kaufe das passende Waschmittel für Fein-, Bunt-, Kochwäsche etc.
Eierkochen

Beim Eierkochen ist die «Adolf-Ogi-Methode» immer noch die bewährteste: Nur ein Finger hoch Wasser in einer passenden Pfanne mit Deckel spart Energie und macht dein Frühstücksei perfekt.

Wasserkocher

Wasser im Wasserkocher zu erhitzen ist grundsätzlich effizienter als auf der Herdplatte. Das Gerät muss aber regelmässig entkalkt werden. Achte auch hier auf ein energieeffizientes Gerät. Fülle immer nur genau so viel Wasser ein, wie du auch brauchst.

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