Kinder

Was ihr für den Umweltschutz tun könnt

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Story - 24. Februar, 2013

Von Juri (10)*

Wo soll ich nur anfangen? Der Anfang ist immer schwierig.
Also, ich will nicht über mich erzählen, wie mein Leben ist und so. Sondern ich will erzählen, was du selbst für den Umweltschutz machen kannst. Ich habe mir ein paar Sachen überlegt. Vielleicht hast du natürlich auch noch andere, eigene Ideen.
Als Kind kannst du viel mehr machen, als du denkst.
Weniger Fleisch essen zum Beispiel. Meine Eltern essen Fleisch. Als ich ihnen sagte, dass ich keins mehr essen will, antworteten sie: «Probiere es einfach mal aus!» Sie haben dann automatisch angefangen, anders zu kochen. Heute essen sie selber weniger Fleisch. Meine Schwester Kim hat eine Zeit lang damit aufgehört. Jetzt isst sie aber wieder ein wenig. Für das Futter der Tiere werden Pflanzen gezüchtet, zum Beispiel Sojabohnen. Dafür muss dann Regenwald abgeholzt werden, damit es genügend Äcker gibt. Unbedingt gar kein Fleisch zu essen, musst du ja nicht gerade. Aber vor allem auf Bio achten!
Zu Hause kann man natürlich nicht gut ohne Licht und so leben. Trotzdem kannst du viel Strom sparen. Einfach indem du absolut immer, wenn du aus dem Haus gehst, das Licht löschst. Da müsste ich selbst auch noch besser werden. Bei elektronischen Geräten ist es wichtig, dass man nicht nur auf Stand-by schaltet, sondern sie ganz richtig ausmacht. Das tun nämlich die meisten nicht, oder? Ein Beispiel dafür sind meine Eltern.
Beim Einkaufen kannst du Umweltschutzzeichen beachten, Bio zum Beispiel. Ich weiss gar nicht, wie diese Zeichen alle heissen, aber sie sind eine Garantie dafür, dass zum Beispiel keine Regenwälder für das Produkt abgeholzt wurden und so. Dann gibt es eines, das heisst Max Havelaar. Aber das ist eher ein Schutz für die Menschen, die das Produkt oder die Nahrung hergestellt haben. Gut für den Umweltschutz ist eigentlich vor allem Bio. Es schmeckt aber meistens nicht feiner.
Überlege dir, bevor du dir was wünschst oder kaufst, ob du es wirklich willst und auch in zwei Jahren noch gerne hast. Viele Spielsachen werden in China gemacht, sind aus Plastik und gehen schnell kaputt. Das Zeug auf den Comic-Heftchen zum Beispiel. Die ­Leute, die diese Sachen machen, werden schlecht bezahlt und müssen oft mit Gift hantieren und werden dann krank ... Du kannst deinem Götti oder deinen Eltern sagen, dass du keine solchen Geschenke willst.
Und dann die ganzen Verpackungen! Aludosen zum Beispiel. Glas wäre besser. Das ist eher ein natürliches Material. Hauptsache recyceln. Recyceln kann man eigentlich fast alles, und du kannst zu Hause mit darauf achten, dass das gemacht wird.
Cool sind Spendenaktionen. Meine Freunde und ich haben selber Sachen gebastelt. Damit sind wir von Tür zu Tür gegangen. Einfach in unserer Siedlung. Dann haben wir die Sachen verkauft, die wir gebastelt haben; wir haben gesagt, wir spenden für Greenpeace. Dann haben wir das Geld gezählt und ins Portemonnaie getan. Und dann habe ich es den Eltern gegeben und die haben es eingezahlt, und später haben wir ein Blatt bekommen mit einer Unterschrift von einem Mann bei Greenpeace.
Du kannst auch Vorträge halten über das, was ich jetzt hier erzähle, also über den Umweltschutz; in der Schule, meine ich. Oder über Wälder und Meere. Ich kenne zum Beispiel Greenpeace, seit ich mit einem Freund einen Vortrag darüber gemacht habe.
Auch Sonnenenergie hat mit Umweltschutz zu tun. Solange die Sonne noch ganz ist, strahlt sie immer weiter. Dort, wo ein Freund von mir wohnt, haben sie überall Solarzellen hinmontiert. Selber zum Vermieter hingehen kannst du als Kind vielleicht nicht. Aber zum Beispiel könnte man den Lehrerinnen und Lehrern vorschlagen, auf das Schulhausdach Sonnenkollektoren zu bauen.
Ich denke, irgendwann werden alle Rohstoffe für Elektronik und so aufgebraucht sein. Ich glaube, wir werden uns daran gewöhnen können. Aber der Klimawandel macht mir Angst. Manchmal bin ich wütend auf die Erwachsenen, dass sie zu wenig machen. Nicht nur auf die, die Autos erfinden. Die meisten normalen Erwachsenen könnten viel mehr machen als jetzt.

* Juri lebt in Zürich und geht in die vierte Klasse. Allein und mit Freunden setzt er sich für Greenpeace und die Umwelt ein.

Was du tun kannst

  • Daheim: Wenn deine Eltern viel Fleisch kochen, sag ihnen doch, sie sollen auch vegetarische Gerichte zubereiten.
  • In der Schule: Du kannst in der Schule einen Vortrag halten zu Sachen wie Klimawandel, Walfang oder ­Regenwäldern. Du kannst aber auch euren Lehrer bitten, eines dieser Themen mit der Klasse durchzunehmen.
  • Beim Spielen: Gebrauche nur elektronische Ge­räte wie Gameboys usw. mit aufladbaren Batterien oder
    Akkus. Es muss auch nicht immer das Neueste sein.

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