Kompostieren

Im Garten, auf dem Balkon, in der Wohnung

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Informationsseite - 24. Februar, 2013
Kompost ist ein grossartiger Beitrag zu einem gesunden Garten, indem er ihm wertvolle Nährstoffe liefert. Aber nicht nur: Kompostieren ist auch ein sehr wirksames Mittel, die Menge des verbrannten Abfalls zu reduzieren. Denn jährlich produzieren wir Schweizerinnen pro Kopf 700 Kilogramm Haushaltsabfälle, und die Hälfte davon entsorgen wir in den Verbrennungsanlagen. Dabei steckt in den Abfallsäcken im Durchschnitt ein Drittel organischer Grünabfall, den man ohne Weiteres wiederverwerten könnte, anstatt ihn in die Verbrennung zu schicken. Wenn du den Kompost trennst, sparst du also auch Geld für die gebührenpflichtigen Abfallsäcke. In grösseren Mengen kann Kompost industriell auch zu Biogas vergärt werden.

Auch wer keinen Garten hat, kann einen Kompost anlegen: Auf dem Balkon mit einem sogenannten Wurmkomposter. Sogar in der Wohnung mit einen ­Bokashi-Eimer. Und wenn du keinen eigenen Kompost anlegen kannst oder willst, gibt es wahrscheinlich in deiner Nachbarschaft einen Grüncontainer oder eine Sammelstelle der Gemeinde.
Kompostieren ist die einfachste Sache der Welt und wird gleichzeitig von manchen als wahre Wissenschaft betrieben. Es gibt viele Bücher und Websites zum Thema. Finde den Weg, der für dich der beste ist.

Was du tun kannst

  • Lege deinen eigenen Kompost an, ob im Garten, auf dem Balkon oder in der Wohnung.
  • Wenn du keinen Kompost anlegen willst oder kannst, benutze die Sammelstellen in deiner Nachbarschaft.
  • Achte darauf, dass der Kompost weder zu feucht noch zu trocken ist.


ABC des Kompostierens

Die Qualität des Komposts wird stark durch die Vielfalt und Art der Abfälle bestimmt, welche du dazugibst. Prinzipiell dürfen viele, aber nicht alle organischen, sich zersetzenden Abfälle aus Haus und Garten in den Kompost wandern. Obst- und Gemüsereste, Eierschalen, ­Rasenschnitt, Kaffeesatz oder Teebeutel, aber auch holziges, nicht chemisch verarbeitetes Material gehören in den Kompost. Dabei gilt: Je vielfältiger, desto besser. ­Jedoch Fleisch, Brot oder gekochte Essensreste haben im Kompost nichts verloren. Zerkleinere, was du in den Kompost gibst; das beschleunigt die Verrottung.
Damit die Mikroorganismen in ihrem Kompost unter optimalen Bedingungen gedeihen und arbeiten können, darf der Kompost weder zu trocken noch zu nass sein. Um dies zu kontrollieren, hilft einerseits leichtes ­Befeuchten, andererseits das Beimengen von Sägespänen oder trockenem Gras. Als Faustregel gilt: Stinkt ein Kompost, ist er zu feucht. Lässt er sich nicht mehr locker mischen, ist er zu trocken. Ein Kompost sollte stets so feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm — dies gibt den Mikroorganismen die besten Bedingungen.

Hier ein paar einfache Tipps, die sich vor allem auf den Gartenkompost beziehen:

  • A Aufbau: Als unterste Schicht eignet sich am besten lockere Erde oder grobes Material. Als Folgeschichten abwechselnd Garten- oder Küchenabfälle, welker Grasschnitt mit Reisig. Zuoberst eine Lage aus Stroh, Laub oder Erde.
  • B Beton: Lege den Kompost nicht auf Beton an, sonst können Kleinstlebewesen nicht einwandern.
  • C Centimeter: Halte einen Abstand zum Nachbargarten von mindestens 50 cm ein.
  • D Dunkelheit: Für einen Gartenkompost wähle einen ebenerdigen, halbschattigen Standort.
  • E Erde: Etwas fertiger Kompost oder Gartenerde bringen den Umwandlungsprozess in Gang. Wenn dies zu lange dauert, kannst du Kompoststarter (aus dem Garten-Center) zugeben.
  • F Feuchte: Prüfe die Feuchtigkeit regelmässig. 

Balkon

Wer keinen Garten hat, kann dennoch einen Kompost anlegen: Ein Wurmkomposter ist eine geruchlose und einfach zu benutzende Alternative zu einem Gartenkompost und kann im Fachhandel bezogen werden. Es ist ein Behälter, in dem sogenannte Destruenten — spezielle Kompostwürmer zusammen mit Pilzen, Bakterien und vielen anderen Kleinstlebewesen — organische Küchenab­fälle in wertvollen Humus und Flüssigdünger verwandeln.
Der Wurmkomposter ist in verschiedene Etagen unterteilt, wobei sich die Kompostwürmer von unten nach oben fressen. Die nächste Etage wird jeweils gefüllt, sobald die Würmer das Material weiter unten zersetzt haben. Sie sind eckig oder rund, meistens ca. 70 cm hoch (Tischhöhe) und messen etwa 60 cm im Durchmesser.
Gewisse Gemeinden subventionieren den Kauf von Wurmkompostern.

Garten

Im Garten eignet sich am besten ein schattiger, vielleicht ein wenig versteckt liegender Platz für eine sogenannte Rotte — eben einen Kompost. Vorzugsweise benutzt du kein Kompostgefäss aus Metall, sondern aus schwer verrottbarem Holz, allenfalls aus Kunststoff. Eine Abdeckung schützt den Kompost vor Regennässe und Unkrautsamen.
Das Anlegen eines Komposts ist eine Investition in die Zukunft, denn der Kompost braucht ein bis drei Jahre, bis er reif ist und als Erdzusatz und Dünger gebraucht werden kann. Deine Pflanzen freuen sich aber dann darüber, ebenso wie dein Portemonnaie. Einen Kompost im Garten anzulegen ist denkbar einfach. Doch es lohnt sich, Fach­literatur zurate zu ziehen oder sogar einen Kurs zu besuchen, wenn man das volle Potenzial ausschöpfen möchte.

Gärtnern

Am sinnvollsten ist Kompostieren natürlich, wenn du in irgendeiner Form gärtnerst — auch ohne heimischen Garten.


Wohnung

Kompostieren im Haus oder in der Wohnung kannst du mit einem Bokashi-Eimer. Diese japanische Methode des Kompostierens basiert auf einer speziellen Mischung aus Getreidekleie, welche den Prozess in Gang bringt. Sie besteht aus Melasse, Kleie und Mikroorganismen. Letztere sind eine Lösung aus Milchsäure, Hefen und Fotosynthesebakterien, die in Lebensmitteln wie Bier, Joghurt und Sauerkraut natürlich vorkommen. An sich also nichts Besonderes — entscheidend ist die richtige Mischung.
Kompostieren mit einem solchen Bokashi-Eimer ist sehr einfach: Zerkleinere kompostierbaren Abfall — am nützlichsten für den Kompost sind rohe Grünabfälle — ­bevor du ihn in den Eimer gibst. Anschliessend streust du eine Handvoll Bokashi-Kleie darüber, und fertig. Und keine Angst vor schlechten Gerüchen: Der Bokashi-Eimer hat einen dicht schliessenden Deckel.

Literatur

Einen ersten schnellen Überblick über das Thema Kompostieren bietet dir die sechsseitige Infobroschüre «Kompost-Info», erhältlich in Deutsch und Französisch. Sie enthält eine Anleitung und die wichtigsten Tipps zum Kompostieren im eigenen Garten und auf dem Balkon.
Wenn du es genauer wissen willst: Der «Ratgeber rund um die Grüngutverwertung in Städten und Gemeinden» fasst auf 136 Seiten die wichtigsten Informationen zum Thema zusammen und stellt die Zusammenhänge übersichtlich dar. Hier gibt es nicht nur praktische Tipps und Kontaktadressen, sondern auch viele Zahlen und ­Fakten. Der Ratgeber eignet sich also auch für Abfallverantwortliche, Beraterinnen, Behörden, Umweltfachstellen oder Betreiberinnen von professionellen Anlagen. Erhältlich ist er für 45 Franken im Web-Shop des Kompostforums Schweiz www.kompost.ch.
Das Buch «Tiere in Kompost, Boden und morschen Bäumen» von Jürgen Dittmann und Heinrich Köster (Verlag an der Ruhr, 1999) ist auch für Kinder geeignet. Es stellt die vielen kleinen und winzigen Lebewesen vor, die den Kompost überhaupt erst «produzieren»; und zwar mit Zeichnungen auf schmutz- und feuchtigkeitsabweisenden Karten, die man mitnehmen kann, um diese Lebewesen vor Ort zu erforschen.

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