Licht

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Informationsseite - 24. Februar, 2013
Nachdem die EU angekündigt hat, den Verkauf von herkömmlichen Glühbirnen zu verbieten, ist das Thema heiss diskutiert worden — und auch alternative Lichtquellen sind Gegenstand von Diskussionen. Seit dem 1. September 2012 dürfen auch in der Schweiz nur noch Lampen der Energieeffizienzklassen A bis C gehandelt werden.

Das erreicht keine traditionelle Glühlampe. Bis 2016 sollen schrittweise Leuchtkörper anderer Klassen vom Markt genommen werden. Was dann? Die heute angebotenen Energiesparlampen sind effizienter als die herkömmlichen Glühbirnen, aber es ist nur eine Übergangstechnik. Die Zukunft gehört Leuchtdioden (LED) und organischen Leuchtdioden (OLED).

Der Stromverbrauch für Beleuchtung ist immens: In der Schweiz wurden 2010 allein für die Beleuchtung von Büro-, Gewerbe-, Industrie- und Wohnbauten und Strassen rund 8,2 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom verbraucht — fast 15 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Würden die Schweizer Haushalte vollständig auf energieeffiziente Lampen und andere Beleuchtung umstellen, könnten sie rund 1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr einsparen. Gigantisch ist auch die Auswirkung auf die Umwelt durch die Stromproduktion aus fossilen Energien: In der gesamten EU kann mit dem Wechsel zur Energiesparlampe der CO2-Ausstoss um bis zu 20 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr reduziert werden. Zum Vergleich: Die Schweiz hat sich im neuen CO2-Gesetz dazu verpflichtet, ihren CO2-Ausstoss um 8 bis 12 Millionen Tonnen jährlich zu senken.

Energieeffizienz und Reduktion von CO2-Emissionen bringen also Vorteile sowohl für die Umwelt als auch für das Portemonnaie der Verbraucher. Es lohnt sich, umzudenken: Wie kann man Licht effizient und energiesparend erzeugen und einsetzen? Dieses Kapitel soll den Abschied von der herkömmlichen Glühbirne erleichtern. 

Was du tun kannst

  • Investiere in die Zukunft und setze schon jetzt, wo immer es geht, effiziente und ökologisch saubere (aber auch teure) LED-Lampen ein.
  • Schalte das Licht aus, wenn du nicht im Raum bist oder es nicht brauchst.
Für ­Technikinteres­sierte:

Quecksilberdampf im Glaskolben wird durch den Strom dazu angeregt, Ultraviolettstrahlung auszusenden. Diese wird von einer speziellen Beschichtung am Glas in sichtbares Licht umge­wandelt.

Energiesparlampe

Energiesparlampen der Effizienzklasse A – auch Kompaktleuchtstofflampen genannt – verbrauchen drei Viertel weniger Energie und brennen etwa zehnmal länger als herkömmliche Glühbirnen. Eine herkömmliche 75-Watt-Glühbirne kann durch eine Energiesparlampe von 20 Watt ersetzt werden. Der Grund: Glühbirnen setzen lediglich 5 Prozent der Energie in Licht um, die restlichen 95 Prozent in Wärme. Energiesparlampen hingegen nutzen 25 Prozent der Energie für die Lichtproduktion. Energiesparlampen sind zwar teurer im Einkauf, aber durch die dreimal so lange Lebensdauer von fünf bis acht Jahren und den geringeren Stromverbrauch lohnt sich das. Hinzu kommt: Pro 60-Watt-Glühbirne, die durch eine gleich helle 11-Watt-Sparlampe ersetzt wird, vermeidet man mit dem Schweizer Strom-Mix im Jahr 4,5 Kilogramm CO2 und spart etwa 80 Prozent der Stromkosten.

Gelegentlich wird behauptet, Energiesparlampen hätten einen langen Einschaltzyklus, bei dem mehr Strom verbraucht wird. Deshalb lohne sich das häufige Ein- und Ausschalten nicht. Man liesse sie besser brennen, wenn man kurz aus dem Zimmer geht. Mittlerweile verbrauchen Sparlampen nur minimal mehr Strom beim Einschalten.

Aber Achtung! Bei der Verwendung von Energiesparlampen ist Vorsicht geboten:

  • Beachte immer die Warnhinweise, bevor du eine Energiesparlampe einsetzt. Setze sie nie in geschlossenen Leuchten wie zum Beispiel in einem Globus ein; du riskierst sonst, dass sie überhitzt.
  • Willst du die Energiesparlampe mit einem Helligkeitsregler — einem Dimmer — benutzen, achte ­darauf, dass du ein dafür geeignetes Modell ­verwendest. Sonst riskierst du, einen Brand zu verursachen. Dimmbare Sparlampen strahlen allerdings ein bläuliches Licht aus, das für viele Menschen unangenehm ist. Dann können Sparlampen Alternativen sein, die du über den Lichtschalter in zwei Stufen einstellen kannst.
  • Magnetische und elektrische Strahlung kann im menschlichen Körper elektrische Ströme erzeugen, die ab einer gewissen Stärke zu Nerven- und Muskelreizungen führen. Die Strahlung einer Energiesparlampe ist geringer als die eines Handys. Empfindlichen Menschen wird dennoch emp­fohlen, zu Sparlampen einen Abstand von 30 Zentimetern einzuhalten. Schon bei 20 Zentimeter ­Abstand beträgt die Strahlung nur noch 2 bis 10 Prozent des Grenzwerts.
  • Es gibt Energiesparlampen, die einen Kunststoffüberzug haben, damit kein oder weniger Quecksilber austritt, wenn sie zerbrechen. Andere verwenden festes Amalgam statt flüssiges Queck­silber, dies hat denselben Effekt. Sie brauchen allerdings länger, bis sie beim Einschalten ihre volle Leuchtkraft erreichen. Besonders für Kinderzimmer sind solche Lampen zu empfehlen.
  • Energiesparlampen enthalten eine geringe Menge an Quecksilber. Der Quecksilbergehalt einer Energiesparlampe beträgt zwischen zwei und fünf Milligramm. Zum Vergleich: Die alten Fieberthermometer enthielten bis zu einem Gramm — also die 200-fache Menge — und waren damit viel schädlicher, als es Sparlampen sind. Zerbricht eine Sparlampe, lüfte den Raum gut durch, ziehe Plastikhandschuhe sowie Mundschutz an und nimm die Bruchstücke mithilfe eines Klebebandes auf. Verschliesse den Abfall inklusive Reinigungsmaterial zur Entsorgung in einem dichten Behälter.
  • Defekte Sparlampen sind Sondermüll, bring sie also zu einer Annahmestelle zurück, sodass das Quecksilber recycelt werden kann. Annahmestellen sind grundsätzlich alle Geschäfte, die solche Lampen verkaufen. Um Energiesparlampen ist eine heftige Kontroverse entbrannt. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Lampentyp um eine teure Übergangstechnologie, die Probleme bei der Herstellung (Einsatz von seltenen Erden), beim Gebrauch (Gesundheitsrisiko Quecksilber) und beim ­Recycling (mangelhafte Handhabung durch die Anbieter) erzeugt. Gewisse Aspekte werden aber übertrieben dargestellt, wie die Strahlungsbelastung. Trotzdem fordert Greenpeace, dass der Quecksilbergehalt aus allen Elektronikgeräten eliminiert wird, dass harte Recycling-Vorschriften umgesetzt werden und dass die Entwicklung besserer ­Beleuchtungsmittel vorangetrieben wird.

Glühbirne

1879 revolutionierte Thomas Alva Edison das Licht: Er erfand die Glühbirne. Jetzt hat sie ausgedient, seit September 2012 sind in den Schweizer Ladenregalen keine dieser Glühbirnen mehr zu finden. Sie sind zu ineffizient: Strom bringt einen Wolframdraht durch Hitze zum Glühen, dadurch werden nur 5 Prozent der verbrauchten Energie tatsächlich in Licht umgewandelt, zu 95 Prozent verpufft sie als Wärme im Raum. Beliebt sind sie vor allem wegen ihres heimeligen Lichts und ihrer Ästhetik. Glühbirnen werden im Haushaltsabfall entsorgt. Halogenlampe Sie ist eine Weiterentwicklung der Glühbirne mit kaum besserer Energiebilanz. Das Funktionsprinzip der Halogenlampe ähnelt dem der Glühbirne: Der Wolframglühdraht steckt allerdings in einem kleinen Glaskörper, der speziell beschichtet und mit Gasen gefüllt ist. Dies ­ermöglicht eine sehr gute Farbwiedergabe. Allerdings verbrauchen Halogenstrahler bis zu dreimal mehr Strom als Energiesparlampen und entsprechen damit der Energieeffizienzklasse C. Dementsprechend sind auch ihre Tage gezählt.

LED & OLED

Mit dem Prinzip eines erhitzten Drahts, der zu glühen beginnt, hat die LED («Licht emittierende Diode») nichts mehr zu tun. Hier sind es Kristalle, die leuchten, wenn sie von Strom durchflossen werden. Vereinfacht gesagt ist es das Gegenteil der Solarzelle: Während diese Licht in Strom umwandelt, ist es bei der LED umgekehrt. Dieses Prinzip ist viel effizienter als das der Glühlampe: Die LED erzeugt aus wenig Strom viel Licht.

Die LED-Technik ist nicht neu, bekannt ist sie aus Digitalanzeigen und Bildschirmen. Erst vor wenigen Jahren wurde sie für die Beleuchtung entdeckt. Das Einsparpotenzial von LED-Lampen entspricht dem der Energiesparlampe — gegenüber einer Glühlampe sind das 80 Prozent. LED-Lampen sind dimmbar, leuchten bei Einschalten sofort hell und sind darin den Energiesparlampen überlegen. Ausserdem enthalten sie keine giftigen Stoffe wie Quecksilber und haben eine noch längere Lebensdauer von bis zu 20 Jahren. Auch strahlen sie wesentlich schwächer als Energiesparlampen. Nachteil: Sie sind bislang noch relativ teuer. Entsorgt werden sie als Sondermüll, da sie sehr viel Elektronik enthalten. LED können an jeder Annahmestelle abgegeben werden, also in jedem Geschäft, das solche Lampen verkauft. 

OLED sind «Organische Licht emittierende Dioden». Zum Leuchten gebracht werden darin organische Substanzen auf Kunststoffbasis. Falls du dich jetzt fragst, was daran organisch ist: Kunststoff wird ja aus Erdöl gewonnen, und das ist eine organische Substanz.

 

Lichtverschmutzung

Der Begriff mag seltsam erscheinen, aber er trifft die Sache sehr gut: Seit wir Menschen künstlich Licht erzeugen können, «verunreinigen» wir den Nachthimmel. Strassenbeleuchtung, Werbung, Flutlichtanlagen, angestrahlte Objekte — in dicht besiedelten Regionen wird die Nacht zunehmend zum Tag gemacht. Sogar aus dem Weltall ist das deutlich zu sehen. Andererseits führt dies dazu, dass wir Menschen in diesen Gebieten auch nachts die Sterne nicht mehr so klar sehen wie früher, da es bei uns fast überall eine Resthelligkeit gibt.

Nachts in der Wohnung helles Licht zu haben, auf einer beleuchteten Strasse nach Hause gehen oder fahren zu können und in Büros bis spät arbeiten zu können sind zweifellos positive Errungenschaften der Moderne. Über die Notwendigkeit von vielen der Lichtquellen lässt sich streiten: Leuchtreklamen, die die ganze Nacht über strahlen, leere Büros, die von vielen Lampen erhellt werden, Landstrassen, auf denen kein Mensch ohne Auto unterwegs ist — Beispiele gibt es viele. Wie viel Energie dafür verbraucht wird, ist nicht bekannt. Eine Schätzung besagt, dass in den USA schon in den 1990er-Jahren eine Milliarde Dollar pro Jahr für die nächtliche Beleuchtung ausgegeben wurde. 

Pflanzen werden durch diese Störung der Tages- und Nachtphasen in ihrem Wachstumszyklus beeinträchtigt. Es gibt Anzeichen, dass Bäume in der Nähe von Strassenlampen im Herbst ihre Blätter später verlieren. Zugvögel werden in ihrer Orientierung gestört; frisch ­geschlüpfte Schildkröten finden den Weg zum Wasser nicht mehr. 

 

Neonröhren & Co.

Neonröhren werden gelegentlich auch als Leuchtstoffröhren bezeichnet, dürfen aber nicht mit Leuchtstofflampen (Energiesparlampen) verwechselt werden. Bekannt sind sie vor allem von Leuchtreklamen. Hier wird im Inneren einer Glasröhre ein Edelgas wie Neon zum Leuchten gebracht. Neonröhren halten etwa 20 000 Stunden und haben geringe Betriebskosten. Nachteil ist, dass es einen Dschungel von Produkten unterschiedlicher Qualität gibt.

Fluoreszenzröhren sind die am häufigsten genutzten Leuchtröhren. Sie sind erkennbar am weissen Glas. Hier wird Fluor oder Natrium mit Strom zum Leuchten ­gebracht. Fluoreszenzlampen haben eine Lebensdauer von etwa 7500 Stunden. 

Zerbricht eine solche Röhre, sollten wie bei den Energiesparlampen die Fenster geöffnet und die Bruchstücke und sonstige Rückstände mit Plastikhandschuhen zusammengenommen und möglichst luftdicht verschlossen an der nächsten Verkaufsstelle abgegeben werden. 

 

Kleines Wörterbuch zum Lesen von Verpackungen

Die Angaben auf den Lampenverpackungen sind für die meisten Menschen ziemlich rätselhaft. Das solltest du wissen:

Anlaufzeit

Die Zeit, welche die Energiesparlampe benötigt, um 60 Prozent ihrer Lichtleistung zu erreichen.

Anzahl der Schaltzyklen

Wie häufig kann eine Lampe ein- und ausgeschaltet werden, bis sie kaputt ist? Das ist selbstverständlich ein theoretisch berechneter Wert.

Diese Information ist bei Kompaktleuchtstoff­lampen besonders wichtig. Standard-Kompaktleuchtstofflampen (mit 3000—6000 Schaltzyklen) sollten nicht dort eingesetzt werden, wo das Licht häufig (mehr als durchschnittlich dreimal pro Tag) ein- und ausgeschaltet wird, also etwa in Toiletten oder Fluren oder bei Einsatz von Bewegungssensoren. Dadurch könnte sich die Lebensdauer gegenüber der Angabe auf der Verpackung deutlich verkürzen. Es gibt jedoch spezielle Kompaktleuchtstofflampen, die über eine Million Schaltzyklen aushalten und daher für solche Zwecke geeignet sind.

Dimmbarkeit

Lässt sich die Lampe dimmen oder nicht? Wichtig vor allem bei Energiesparlampen.

Energieeffizienzklasse

Die Energieetikette oder Effizienzklasse beschreibt, wie effizient eine Lampe ist, d. h. wie viel Strom sie verbraucht. Für den gleichen Lichtstrom verbraucht eine Kompaktleuchtstofflampe (Klasse A) lediglich ein Drittel so viel Strom wie eine verbesserte Glühlampe (Klasse C). Wenn du dich für die effizientesten Lampen entscheidest, kannst du eine Menge Geld sparen. A ist die beste, G die schlechteste Einstufung.

E27/E14

Die beiden gängigen Gewindegrössen von Lampen zum Einschrauben. Die Zahlen entsprechen dem Durchmesser in Millimeter.

Farbwiedergabe-Index (Ra)

Farbwiedergabe ist eine Bezeichnung dafür, wie gut eine Lichtquelle Farben erscheinen lässt. Sonnenlicht tut dies optimal und hat deshalb den Wert 100 Ra. Für den Alltag sind 80 Ra genügend. 

Hg (mg)

Der Quecksilbergehalt bei Energiesparlampen in Milligramm (mg). Darf bei Energiesparlampen höchstens 5 mg betragen!

Kelvin (K)

Ist ein Mass für den Farbeindruck oder die «Farbtemperatur»: Je niedriger der Kelvin-Wert, desto wärmer die Farbe des Lichts. Sonnenlicht hat rund 5500 Kelvin, für die Schreibtischbeleuchtung empfiehlt sich etwa 6000 Kelvin, für das heimeligere Stubenlicht 3000 Kelvin.

Länge und Durchmesser (mm)

Länge und Durchmesser der Lampe in Millimeter. Sagt dir, ob die Sparlampe in den Lampenschirm passt oder nicht. 

Lebensdauer (Stunden/Jahr)

Die Lebensdauer der Lampe bei einem Durchschnittsbetrieb von drei Stunden pro Tag.

Lumen (lm)

Das Mass für die Helligkeit einer Lampe. Das ist die Angabe, auf die es schliesslich ankommt. Kein Verlass ist auf die Watt-Angabe. Eine 75-Watt-Glühbirne und eine 15-Watt-Energiesparlampe können z. B. beide etwa 900 Lumen liefern.

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