Palmöl

3 Kommentare
Informationsseite - 24. Februar, 2013
Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen und ist das billigste und meistverwendete Pflanzenöl weltweit. Der grösste Anteil, 75 Prozent, wird für Nahrungsmittel wie zum Beispiel Schokolade verwendet, rund 20 Prozent für Konsumgüter wie Kosmetika, Seife und Waschmittel, und der Rest für Agrotreibstoffe.

Palmöl ist ein universell einsetzbares Produkt: Vor allem in Asien und Afrika wird es zum Kochen, Braten und Frittieren verwendet. Industriell wird es für die Herstellung von Backwaren, Margarine und Süsswaren benutzt. Ausserdem ist Palmöl ein sehr guter Energielieferant: Ölpalmen liefern auf derselben Anbaufläche mehr als doppelt so viel Energie wie etwa Raps.
Deshalb steigt die Nachfrage nach Palmöl weltweit stark an — nicht zuletzt durch die zunehmende Verwendung als Treibstoff. Das hat Folgen. Die Palmölproduktion führt in Indonesien und Malaysia — diese beiden Länder liefern etwa 85 Prozent der gesamten Welt­produktion — zur massiven Zerstörung von Regenwäldern und Torfgebieten. Mit verheerenden Auswirkungen auf die Biodiversität, das Klima und zum Nachteil der lokalen Bevölkerung. Bis heute gibt es praktisch kein nachhaltig produziertes Palmöl.

Was du tun kannst

  • Achte beim Kauf von Produkten wie Körperpfle­geprodukten und Lebensmitteln darauf, dass sie kein Palmöl enthalten. Allerdings ist dies nicht immer feststellbar, oft wird Palmöl auch einfach als «pflanzliches Öl oder Fett» deklariert oder mit lateinischen Namen bezeichnet.
  • Alternativen sind Raps-, Sonnenblumen- und ­Kokosöl.
  • Greenpeace und andere Umweltorganisationen kämpfen gegen eine Palmölproduktion auf Kosten der Regenwälder. Unterstütze sie dabei!

Deklarationspflicht

Hersteller sind nicht verpflichtet, Palmöl als solches zu deklarieren. In Lebensmitteln wird es häufig nur als «pflanzliches Öl» oder «pflanzliches Fett» bezeichnet. Somit ist nicht klar, ob es sich um Palmöl oder ein anderes Pflanzenöl handelt. Ausserdem werden bei der Deklaration der Inhaltsstoffe von Kosmetika viele andere Begriffe verwendet, wie beispielsweise Sodium palmate oder Elaeis guineensis, ebenfalls Palmölprodukte, die für den Laien nur schwer zu erkennen sind. Zudem können viele chemische Zusatzstoffe wie Fettsäuren sowohl aus der Ölpalme als auch aus anderen Pflanzen hergestellt werden. Dies macht es fast unmöglich, den Kauf von Palmölprodukten ganz zu vermeiden.

Klima

Durch die Waldzerstörung wird so viel CO2 freigesetzt, dass Indonesien, nach den flächenmässig viel grösseren Ländern USA und China, zum weltweit drittgrössten Treibhausgasemittenten zählt. Dabei rührt ein grosser Teil des CO2-Ausstosses von der Zerstörung der Torfgebiete her. Diese natürlichen Kohlenstoffspeicher werden für den Anbau von Ölpalmen entwässert, ­wobei das CO2 und grosse Mengen Methangas freigesetzt werden. Zusätzlich wird aber auch bei der Brandrodung viel CO2 emittiert. Um den Klimawandel zu stoppen, ist deshalb ein
Moratorium notwendig, das die Zerstörung von Regenwäldern und Torfgebieten stoppt.

Produkte, die oft und viel Palmöl enthalten können

Schokoriegel
Margarine
Müsli
Fertigsuppe
Eis
Biskuits
Currypaste
Seife
Shampoo
Lippenstift
Waschmittel
Kerzen

Labels

Bio Suisse-zertifiziertes Palmöl ist nach Richtlinien hergestellt, welche die Rodung von Flächen mit hohem Schutzwert verbieten, unter anderem also von Urwäldern und Primärwäldern. Die Produktion von Bio-Palmöl führt deshalb nicht zu Regenwaldzerstörung. Jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch die Produktion von Bio-Palmöl soziale Konflikte auslöst. Neben Bio Suisse ­erfüllen auch folgende Labels diese Richtlinien: Manor Bio Natur Plus, Migros Bio und Demeter. Die Standards des deutschen Bio-Siegels erlauben keine Entwaldung von ursprünglichen Ökosystemen.

Nachhaltiges Palmöl

Palmöl kann als nachhaltig bezeichnet werden, wenn seine Produktion weder zu Regenwald- und Torflandzerstörung noch zu sozialen Konflikten führt. Leider ist der Anteil an wirklich nachhaltigem Palmöl auf dem Markt gering. Der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO), ein Zusammenschluss von Herstellern, Verarbeitern und Händlern, geht zwar mit seinen Kriterien zur Zertifizierung in die richtige Richtung, wird aber leider auch von vielen Firmen als grünes Feigenblatt missbraucht. Zudem fehlen bisher Kriterien, welche der Treibhausgasproblematik Rechnung tragen sowie seriöse und unabhängige Kontrollmechanismen zur Überprüfung der Kriterien.

Regenwaldzerstörung

Um Flächen für Palmölplantagen zu schaffen, werden grosse Flächen von Regenwäldern gerodet. In Indonesien sind bereits über zwei Drittel der Regenwälder zerstört und zahllose Lebewesen vom Aussterben bedroht. Besonders der Orang-Utan, der weltweit nur in den Regenwäldern von Sumatra und Borneo vorkommt, ist in akuter Gefahr. Die Zahl der Sumatra-Orang-Utans ist seit 1900 um 91 Prozent zurückgegangen. Viele Palmölproduzenten entwalden ohne Bewilligung der Regierung und zerstören auch Wälder mit hohem Schutzwert.

Soziale Konflikte

Die Ausdehnung der Palmölplantagen führt immer wieder zu sozialen Konflikten. Die einheimische Bevölkerung verliert ihr Land, welches ihnen als Lebensgrundlage dient, an die Palmölindustrie. Zusätzlich halten die Palmölfirmen dabei häufig ihre Versprechungen zur Kompensation gegenüber der Landbevölkerung nicht ein. Als Plantagenarbeiter haben die Menschen oft ein kleineres Einkommen als vorher, und sie begeben sich in ein Abhängigkeitsverhältnis gegenüber den Palmölfirmen. Der Verlust des eigenen Landes hat somit auch den Verlust der ökonomischen Unabhängigkeit zur Folge.

(nicht registriert) dries.ruth sagt:

Ist mir alles egal. Ich möchte das Produkt wieder haben.
Es gibt nichts besseres!!!!!

Geposted 18. Februar, 2014 am 16:56 Missbrauch Reply

(nicht registriert) Avanti42 sagt:

Greenpeace würde gescheiter für die X-Millionen die sie jetzt für Prozesse und Bussen ausgibt in den Kauf von Regenwäldern invest...

Geposted 5. Oktober, 2013 am 2:37 Missbrauch Reply

Mehr... Weniger...

(nicht registriert) Momentmal41 sagt:

Zu Ihrem Palmölbeitrag ;)
Die Anti-Gazprom-Protest war vom Feinsten! Zeit, Ort, Wahl der Mittel und Durchführung: 1A.
Erstaunlic...

Geposted 12. November, 2013 am 18:12 Missbrauch Reply

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